findevogels fundstücke

Ich bin umgezogen!

kurz notiert! — geschrieben von findevogel am 1 Okt, 2009 @ 09:47

 

 

Ihr findet mich jetzt hier: Findevogels Flickwerk


Was wohl wäre, wenn?

Gedankenstückwerk — geschrieben von findevogel am 25 Sep, 2009 @ 15:08

 

Was würde ich dir erzählen auf dem roten Diwan, der zum Fabulieren einläd, wenn sich meine Befangenheit gelöst hätte und die Zunge frei wäre, zu reden und auch jene Dinge zu berühren, die schmerzliche Erinnerungen hervor rufen.
Ob es etwas wäre, was du erwartest oder ganz anderes, völlig unerwartet?
Es spielt für mich keine Rolle mehr, denn ich bin längst über das "wenn und aber" hinaus.

Vielleicht würdest du eine weiße Schlange sehen, die sich durch eine Landschaft schlängelt und windet wie die chinesische Mauer. Ich bin sicher, du würdest die Schatten zu deuten wissen, die durch die Bewegung meiner Hände an die gegenüberliegende Wand geworfen werden. Denn es ist Abend und das Licht gedämpft und warm. Nichts soll die Augen schmerzen, wenn die Lippen preisgeben, was unter der Zunge brennt.
"Mein Herr," würde ich schließlich sagen, "was erzählen die Schatten ihnen von den Tuschzeichnungen meiner Seele?"

Und du, du würdest mich auf die dir eigene intensive Art anschauen, ein Stück abrücken und schweigen.
Das Schweigen aber wäre nicht lastend.
Wenn man erst einmal erfahren hat, dass Wahrheit sich oft hinter der Sprache versteckt, sind Worte nur noch Tor und Tür zur wesentlichen Seite einer Seele.


Der Herbst beginnt!

Heckengeschichten — geschrieben von findevogel am 24 Sep, 2009 @ 08:31

Immer wieder flüchte ich mich hinter die Hecken. Hier bin ich gern allein. Den Zugang findet nur, wer beherzt genug ist. Manchmal treffe ich dich dort. Wir sind ohne Alter und dem inneren Kind nah. Neugierig schauen wir durch die kleinen Fenster zwischen den verflochtenen Zweigen und staunen über die übertriebene Hektik der Menschen. Ihrt Kommen und Gehen, das stete Eilen.  Was sehen sie vor sich in ihrem rast-und ruhelosen Streben? Und was verpassen sie am Rande?
Lange Schatten wirft der September an lichten Tagen ins Moos.
Hier ruht ein Geheimnis. Es gehört uns!
Und der Wind bewegt die Blätter.
Sie rascheln trocken - und erinnern daran, dass es Zeit ist, die Ernte einzufahren,die ausgegrabenen Schätze zu sichten und an einen sicheren Ort zu tragen.
Wenn unser Winter beginnt, werden wir froh sein, rechtzeitig geerntet zu haben.
In der Natur schließt sich der Kreis. Wir sind darin.
Geborgen!


Herbstbunt

Jahreszeitliches — geschrieben von findevogel am 21 Sep, 2009 @ 13:09
 
 
 
 

in den blättern
entzündet sich feuer
mitten im grün
sagt der sommer ade
im nebel am morgen
kündigt der herbst sich an
altweiberfäden glitzern silbern
zwischen tau und tag


Unterwegs 3

Vagabunden des Geistes — geschrieben von findevogel am 13 Sep, 2009 @ 19:06

 

Ach Vogelscheuche, du mit deinen bunten Kleidern. Eigentlich sind wir uns ähnlich, mit dem einen gravierenden Unterschied, du stehst mitten auf der Obstwiese und kannst nicht weg. Ich weiß hinter der Stirn unter dem Hut aus Stroh, gehen bunte Gedanken auf innere Reisen, und dein kohlrabenschwarzer Blick folgt mir, dem singenden Zugvogel, den nichts hält. So wie ich weiß, dass du bleiben musst, so weißt du, dass ich nicht bleiben kann. Wir waren gute Freunde in den sommerlichen Tagen, aber jetzt muss ich weg. Es naht der Herbst. Nicht mehr fern sind die kalten Tage. Mich ziehts in den Süden, wie jedes Jahr. Ich folge der Sonne und dem Grün.
Den Abglanz deiner bunten Gedanken stecke ich mir wie eine Feder an den ledernen Hut.
Vielleicht sehen wir uns wieder im nächsten Jahr. Adieu Bruder und Spielgefährte!


DU und ICH

Poesie — geschrieben von findevogel am 9 Sep, 2009 @ 23:37

wir sind ein Baum
was du mit den Wurzeln aus der Erde holst
die Kost
- im Stamm betreiben wir Assimilation -
verströme ich transzendierend über die Zweige
hinaus in den Äther
das System funktioniert

wir sind ein wirksames Paar


Mal was ganz anderes!

kurz notiert! — geschrieben von findevogel am 7 Sep, 2009 @ 13:09

 

 

 

 
 

Aus der Zusammenarbeit mit der Malerin Julie May, ist dieses Buch entstanden:

                              Die kleine Kunigunde


nur geträumt....

Poesie — geschrieben von findevogel am 5 Sep, 2009 @ 21:15
 
komm, wir gehen in den garten!
und betten uns im weichen moos
die köpfe beieinander schauen wir uns an
- auf augenhöhe -
staunen über jede falte, jede runzel
und das haar auf meinem kinn.
ein zauberhaar, so seidig glatt
und hexenseil ganz fest und stark
du glaubst es nicht?

der bäume zweige über uns
in denen noch der sommer lächelt
summen ihre leisen lieder
es streift ein gelbes blatt die haut
die bloß ist und so nackt
der wind verzwirbelt unsere haare

auf dem rücken einer amsel
fliegen wir hinauf ins nest
es ist ganz weich gepolstert
flaumdfedern kitzeln unsere zehen
wir lachen, bis uns flügel wachsen
und fliegen weiter über alle horizonte

wie kann der himmel nur so blau sein,
dass unsere seelen sich verlieren
eine herz und eine seele nur
fern von hier im träumeland.


Spirale

Poesie — geschrieben von findevogel am 30 Aug, 2009 @ 22:29
 
 
ich kreise um mich
wer legte die spuren
tief innen ein ahnen

blau, die seele atmet
im stillen tanz

 


ein verlorener traum

Heckengeschichten — geschrieben von findevogel am 29 Aug, 2009 @ 23:18

 

sie hatte den traum in ihre handtasche gepackt, zwischen federmäppchen, notizblock und handy und den reißverschluss entschieden und ruppig zu gezogen. der traum sollte schließlich nicht verloren gehen. sie fragte sich gerade, ob der duft ihres lieblingsparfums auf ihn abfärben würde? vielleicht hätte sie ihn besser doch gleich ins notizbuch geschrieben, denn so weggeschlossen und abgelegt, wollte er sich partout nicht erinnern lassen. nur im inneren der schwarzen tasche aus weichem leder tobte der traum zwischen tausend dingen mit papiertüchern und einem roten lippenstift, dem die kappe entwichen war, um seinen platz.
einstweilen dachte die frau an andere dinge. träume sind letztlich nur schäume.

woher aber kamen nur die nadelfeinen dornen, die in ihre gedanken pieksten, als sei da eine unsichtbare hecke, die sie zu durchdringen hätte?


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