findevogels fundstücke

Blassblaue Tagebücher 12

Blass-blaue Tagebücher — geschrieben von findevogel am 31 Mär, 2008 @ 21:44

Nach jedem Winter kehrt der Frühling zurück.

Die Zeit ist mir in die Quere gekommen und hat mich abgelenkt von meinen Grabungsarbeiten in die Vergangenheit. Für eine Weile bin ich durch einen kleinen unscheinbaren Kanal entkommen. Ich bin einfach dem Licht gefolgt und habe Aurora getroffen. Zwei Wochen lang war sie mein Gast, noch ganz erfüllt von ihren Zirkuserlebnissen und der Sehnsucht nach dem, den sie liebt, aber nicht für sich beanspruchen kann.
Beide können wir ein besonderes Lied über die Wechselfälle des Lebens und die Liebe singen. Es war so schön, eine sanfte, zärtliche und starke Schwester neben mir zu haben.
Wir waren wie Teenager, haben bis in die Nacht hinein gequatscht und gekichert. Die Zeit ist uns nicht lang geworden. Wenn ich nicht arbeiten musste, habe ich ihr meine Stadt gezeigt. Stundenlang haben wir im Kaffeehaus gesessen und den Schneegestöber zugeschaut. Und ich habe ganz selten nur an Konrad gedacht oder die Briefe hervor gekramt.
Das Lachen und die Leichtigkeit sind mit ihr und dem beginnenden Frühling zu mir zurück gekommen.

Jetzt kann ich neu beginnen zu graben, ein bisschen vorsichtiger vielleicht, so dass meine inneren Höhlen nicht zusammenbrechen. Ich bin keine junge Frau mehr, auch das muss ich endlich verstehen, um den nächsten Jahren gerecht zu werden.
Es wird sich noch zeigen, welchen Platz in meinem Leben ich Konrad und Martin einräumen werde. Erst einmal liegt nun das Konzept für einen Roman auf meinem Tisch, und Aurora hat versprochen querzulesen.


Unter den Kreidefelsen

Gedankenstückwerk — geschrieben von findevogel am 30 Mär, 2008 @ 23:24

Der Wind hat etwas nach gelassen und die Wellen aufgepeitscht zurück gelassen. Mit brachialischer Gewalt schleudern sie ihre schaumbekränzten Wassermassen ins Geröll. Die Gischt sieht aus wie fester Zuckerguss. Es singt zwischen den bunten Steinen ein klirrendes, knisterndes Lied mit Tönen, wie aus Glas, die davon rollen und ihr Echo hinter sich herschleppen, wenn bereits die nächste Welle die Steine gegeneinander wirbelt. An den sandigen Stellen des Strandes schlagen sich Wellen wie zarte Stoffe übereinander, und die Steine strahlen wie Diamanten. Muschelgespinste finden sich am Rande des Gerölls.
Möwen im Sturzflug nutzen die Gunst der Stunde, die ihnen reiche Beute beschert. Das Meer ist heute ein großzügiger Gastgeber. Die Schreie der Vögel mischen sich mit dem Lied der Steine und dem Wind, der über die Klippen fegt und die Baumzweige in Schwingung versetzt.
Welche Kraft Wasser und Wind besitzen, wenn sie stürmisch gesonnen sind, zeigt sich an den riesigen umgekippten Baumstämmen, die mit ihren Wurzeln in den Himmel ragen und sich im Strand abstützen, als wollten sie die Klippen halten.
Ich komme mir klein vor neben diesen mächtigen Kalkfelsen mit ihren Rissen, den Ausbuchtungen und den steinzeitlichen Farbsegmenten, die rostrot und lehmgelb horizontale Streifen im Kalk hinterließen - ich denke an die Steinzeithöhlen mit ihren wunderbaren Malereien und ihre Farben aus Eisen, Lehm und Kohle - auch ein wenig ängstlich: was wenn die Kreide ins Rutschen gerät gerade in diesem Moment?
Mein Blick fällt auf einen halb abgestürzten Garten: Um die Wurzeln der Pflanzen schlingen sich Algen und inmitten des Gewirrs hängen kleinere und größere Steine, wie die Hühnergötter, die manche Inselbewohner an langen Fäden wie einen Vorhang vor ihre Häuser hängen- auch Blüten, die den Sturz überlebten und unverdrossen weiter wachsen.

Ich wende meine Schritte und eile dem bunten Treiben im Hafen entgegen.


Dialoge 6

Gedankenstückwerk — geschrieben von findevogel am 30 Mär, 2008 @ 13:23

Mit Schrotflinten schießt man nicht auf Spatzen!

Mutter:
"Hey Süße, du musst nicht immer mit verbalen Giftpfeilen auf deinen kleinen Bruder schießen.
Es könnte sein, dass um die Ecke jemand mit einem Tomahawk steht, der stärker ist als du, und nur auf dich gewartet hat."

Tochter 1:
"Aber ich bin doch ein Skorpion."
Tochter 2:
"Aber weißt du, Skorpione gehören nicht zu den schnellsten Lebewesen. Sie sind eher langsam."
Mutter:
"Du weißt doch Süße, schnell bewegst du dich nicht gern. Du lässt dich nicht hetzen und regelst lieber alles in Ruhe.
Passt doch."

Tochter 1 lacht und stimmt zu:
"Aber ich schieße nur mit Giftpfeilen, wenn es angemessen ist."
Mutter:
"Na ja, aber manchmal schießt du übers Ziel hinaus."
Mutter und Töchter lachen.
Tochter 1:
"Was ist ein Tomahawk?"
Tochter 2:
"Das ist so eine Art Steinaxt der Indianer."
Tochter 1:
"Ach so."
Tochter 2
"Eine Freundin erzählte mir neulich folgende Geschichte:

In Amerika versicherte ein Mann eine Schachtel Zigaretten gegen Brandstiftung. Anschließend rauchte er die Zigaretten und forderte bei der Versicherung die Versicherungssumme ein. Er gewann den Prozess.
Die Versicherung verklagte daraufhin den Mann auf Brandstiftung in 24 Fällen und gewann den Prozess.
Der Brandstifter verbrachte fünf Jahre im Gefängnis."


Die Frühstücksrunde löste sich heiter auf.


Zurück!

Poesie — geschrieben von findevogel am 29 Mär, 2008 @ 23:14


Möwen im Sturzflug
Sah ich gestern über der See
Ich wollte bleiben!

Doch rattern Schienenwege
erbarmungslos mich zurück


Himmelblau und golddurchwirkt

Gedankenstückwerk — geschrieben von findevogel am 28 Mär, 2008 @ 00:00

Wen sahest du hinter den Wolken, während die Bäume dir ein Lied sangen?

Es war der Wind. Er trug die Form eines pausbäckigen Engels, der auf der Stirn die tiefen Furchen der unablässig Denkenden trug. Du spürtest nur seinen unendlich sanften Flügelschlag, als warte er ab. Nichts brauste, denn der Tag war himmelblau und golddurchwirkt, und im Wasser spielten die Möwen. Die Wellen mit ihren Meerschaumspitzen wogten neugierig in den Sand.
Fast konnte man meinen, dass sie sich im Takt mit dem Lied der Bäume bewegten - wie die weißen Wolken, die dem Horizont zu strebten, sich zu Rauch verflüchtigten und in den Himmeln verloren.


Farbwechsel

Gedankenstückwerk — geschrieben von findevogel am 25 Mär, 2008 @ 23:31

 

Es waren viele Stufen - breit, verziert, flach - gewendelt hinauf in den Turm, ein Schneckenhausturm, von unten hinauf geschaut, eine Spirale ins Unendliche. Zwischendurch Flure mit runden Nischen an den Ecken. Es war zauberhaft, denn hinter den hohen Fenstern wirbelten Schneeflocken. Wo ich stand, fühlte ich mich fern von allem und erhaben über alltägliches Gedankengut.
Auch ein wenig einsam, nicht jetzt im Augenblick, den ich nicht teilen wollte, sondern in der Vorstellung, wie es sei, hier zu leben.
Eben noch war der Himmel blau gewesen und eine kühle Sonne warf ihr Licht auf das rosa Schloss mit den vier Ecktürmen - ließ es erstrahlen.
Jenseits des Platzes wurde der Wald weiß wie die Buschwindröschen, die sich heute hier und da aus der Erde heraus getraut hatten. Hohe Baumstämme verschwammen im Nebel, wirkten wie schmale tragende Säulen des Himmels, denn die Zweige sah man nicht. Unterwegs im Schloss fand ich Bilder von Künstlern der Romantik, las Texte und Biographisches.
Auf dem Heimweg wieder aufklarender Himmel in blauer Streifenpracht mit weißen Wolkenschiffen, die dem Horizont entgegen strebten und sich während ihrer Reise auflösten, dazu das Gold der sinkenden Sonne, die sich in den trockenen Gräsern fing und im Wasser spiegelte. Alleenbäume schnitten Gesichter, schienen miteinander zu sprechen, sich im Tanz zu berühren, sich mit unzähligen filigranen Ausstülpungen ineinander zu verflechten.
Ich wünsche mir einen Aquarellkasten herbei, der all diese Blaus; die Jade-und Grautöne; das Silber und dieses besonders matte warme Gold enthält. Ich will eine geometrische Landschaft aus Blau und Grün malen, in die tropfenförmige Goldpunkte fallen. Den Rand will ich mit Winterbaumspitze einfassen.
Eine ganze Symphonie aus Klängen steckt in dieser Farbkomposition.

Und dann - viel viel später - werde ich den Bäumen die Worte entlocken. Noch säuselt es nur, aber ich werde meine Ohren spitzen.


Wie Zuckerwerk!

Gedankenstückwerk — geschrieben von findevogel am 23 Mär, 2008 @ 23:23

Was tut ein weißes Reh in einem braunen Rudel, mitten im Schnee in dem Schlosspark einer weißen Stadt, deren Schloss nicht mehr steht, die leer wirkt und unbewohnt? Wie ein Museum, dass man betreten kann und dessen Schönheit einem fast den Atem verschlägt? Diese Harmonie der Architektur - fast - ein Hauch zu schön! Selbst die riesige astronomische Uhr im Garten des Uhrenmuseums steht still. Ihre Figuren mit den Engelflügeln hinter gläsernen Wänden erstarrten in der Bewegung. Nur die alten Bäume in ihrer Vielfalt scheinen ungebrochen zu leben.

Was tut eine Nebelkrähe zwischen den Möwen an einem Sandstrand, an dem bilderbuchblaue Wellen mit lichtweißen Schaumkronen den Sand überspülen und abgerissene Muschelstränge - ein Meer aus perlweiß - zurück lassen, während am babyblauen Himmel weiße Schäfchenwolken ihre Segel blähen und an der Strandpromenade weiße Häuser mit hölzernem Zuckerwerk an Balkonen, Fenstern und Giebeln von oben zuschauen, als sei das Meer der Lieblingsspielplatz, auf dem sich das Leben im Kleinen lebt, und scheinbar heiter darüber wachen, dass der Kreislauf von Leben und Vergehen nicht unterbrochen wird.

Zwillinge in bunten Plastiklatzhosen und gelben Gummistiefeln, die gerade eine Sandburg gebaut und mit Vater Kanäle angelegt haben, wehren sich mit Händen und Füßen, weil es nach Hause geht, während ein fröhlicher Wolfspitz mit intelligenten Augen - am liebsten hätte ich ihn geklaut - aufgeweckt zum Frauchen rennt, und sich anleinen lässt.
Ein Junge bekommt nasse Füße, doch er merkt es nicht.

Fast wäre am Abend die Sonne als roter Ball im Meer versunken, aber ein paar Wolken verzerrten die perfekte Sicht.
Und die Nebelkrähe verriet sich nur durch ihr KrahKrah. Die Möwen allerdings ignorieren sie. Sie suchen weiter nach bewohnten Muscheln und der Rabenvogel kopierte ihr Verhalten exakt.


Ein schöner Faltenwurf

Gedankenstückwerk — geschrieben von findevogel am 21 Mär, 2008 @ 18:59

Vor mir auf der Verkaufstheke liegen Stoffbahnen. Sie changieren in allen Farben des Meeres und schimmern wie chinesische Seide. Ich möchte das Tuch mit meinen Händen berühren und mein Gesicht darin verbergen, seine Glätte auf meiner Haut spüren. Ein Duft hängt darin, der mich an wohltuende Pflanzen erinnert, die bizarr im Wind schaukeln. Ich schließe die Augen und drapiere das Tuch in Gedanken um eine weibliche Figur. Wie der Stoff fällt und sein Faltenwurf sich bauscht, sehe mich schließlich selbst in diesem Gewand um mich herum drehen. Wie ein Karussell schwingt das ungemein leichte Gebilde, gibt jeder Bewegung einen zusätzlichen Kick. Ein Kleid zum Verlieben, gemacht für warme Sommernächte unter südlichen Himmeln. Ich werde Silber und Perlmutt dazu kombinieren und die langen dunklen Haare offen und ungebändigt tragen.
Ich höre Musik, die zum Tanzen einlädt und sehe kleine bunte Lichter unter dem Abendhimmel in den Bäumen leuchten.


Die Zeit hält den Atem an

Poesie — geschrieben von findevogel am 21 Mär, 2008 @ 13:41

In Sternenhände lege ich den milchigen Mond
der verlassenen Wintertage
Vollkommen rund, ein matter Spiegel
der vor dir schwebt
wenn Seelenfinger weibliche Tastaturen zum Klingen bringen
Dur-Klänge diem Himmel entgegen fiebern
und im Moll ein dunkles Sterben liegt
Einsam, der weiße Schwan, der über den stillen See gleitet

Wenn im Fensterkreuz Grün lockt
und Kraniche sich auf den Feldern sammeln
Weht der Duft österlicher Tage


Fragment 3

Gedankenstückwerk — geschrieben von findevogel am 21 Mär, 2008 @ 11:07

Wie außen, so innen!

Immer, nicht nur in diesen Tagen, trage ich meine persönliche Karwoche mit mir herum. Innere Gräber sind zu betrauern, bevor sich unter neuen Erdschichten neues Leben regen kann und sich mit Ostern das Versprechen von Wachstum durch zunehmende Wärme und Licht erfüllt.
Doch bevor etwas wächst braucht es Tränen oder Regen, damit die Verhärtungen aufweichen können.
Ich schaue zum Fenster hinaus. Allmählich legt sich der Regen und es wird heller.


Zum Frühlingsanfang Winter

Fundstücke — geschrieben von findevogel am 20 Mär, 2008 @ 21:11

19.3.08_Sagard_Rügen_Blick aus dem Fenster vorne

Rügen, Sagard_19.3.08_2

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Fragment 2

Gedankenstückwerk — geschrieben von findevogel am 18 Mär, 2008 @ 22:34


Der Tod trat mir entgegen. Auf dem braunen Acker des jungen Frühlings vernahm ich sein knöchernes Scheppern, hörte das Hohnlachen. Ich hätte ihn gerne aufgehalten, doch er schritt einfach durch mich hindurch, ohne eine Spur zu hinterlassen. Ich war nicht gemeint. Auf den inneren Bühnen gestalten sich dramatische Szenarien, und makabre Tänze poltern übers Holz. In meinem Rücken, hinter der Bühne mit den geschlossenen Vorhängen schläg er eiskalt zu.
Auf verschlungenen Wegen traf ich eine Mutter, die um ihr Kind nicht mehr weinte,
alle Tränen waren vergossen. Eine zierliche Frau vom Alter mir nah, wie eine Schwester - sie, mir noch unbekannt, suchte sich festzuhalten an meinen Armen - ganz vorsichtig und sensibel, als sei ich aus zerbrechlichem Porzellan. Dabei war es sie, die gläsern ihre Trauer trug unter der dünnen Haut.
Vielleicht, um über das Berühren zu verstehen, was noch unfassbar ist. Vielleicht um sich selbst in mir zu halten. Dieser Zustand, wenn man keine Tränen mehr hat und doch noch längst nicht begreift, muss wie das Fegefeuer sein, ein Hängen zwischen Himmel und Hölle.

Trockene Schluchzer erinnere ich aus traurigen Träumen und den Schmerz, den sie körperlich verursachen, weil ein Gleitmittel fehlt und sich alles reibt.
Wie schmerzhaft es war, damals, als ich dich aufgeben musste, und alle Tränen längst vergossen waren, und ich immer noch liebte und nicht wusste, wohin mit dieser Liebe und der Sehnsucht nach Nähe, Umarmung und Kuss.
Noch frage ich mich, wie kann ich Schmerz und Trauer beschreiben mit Worten, die verstehen kann, wer spürt und fühlt. Meist sind es Gesten, die den Abgrund zwischen Himmel und Hölle überbrücken.


weitere Reise-Haikus

Poesie — geschrieben von findevogel am 17 Mär, 2008 @ 16:41

ich fliege dir zu
über silberne Schienen
fast - und doch vorbei

*

verlassene Gleise
verlieren sich im Abseits
zwischen Ruinen

*

weißt du noch damals
als die Zeit uns nicht verriet
wunschlos waren wir

*

dass ich dich liebe
verpfeiffen Spatzen schwatzhaft
doch du hörst es nicht

*

Ich bin die Mitte
zwischen den Polen der Steg
tragende Verbindung

*

so grün dieses Land
zwischen brauner Erde, am Rand
nur Licht und Stille


Reise-Haikus

Poesie — geschrieben von findevogel am 16 Mär, 2008 @ 21:45

den Tod gefunden
auf den Schienengleisen
kein Stop möglich

*

Schienenwege grau
Gleis für Gleis Zuwege
vorbei am Ziel

*

Noch kahl die Wipfel
unter bewölktem Himmel
zartes Frühlingsgrün

*

Bäume ab und an
am Ufer grüner Wiesen
und Wasseraugen

*

Überall Backstein
verspielte Tauben am Dach
Geturtel im Blau

*

es schwimmen Wolken
im Blau, wie Pfannekuchen
platt und ausgewalzt

*

Ich sah die Hecken
am Rande von Raum und Zeit
Windfang für Märchen


Fragmente 1

Gedankenstückwerk, Jahreszeitliches — geschrieben von findevogel am 14 Mär, 2008 @ 23:13
Es geht dir nicht gut. Auf deinem inneren Acker sind die Furchen aufgebrochen. Du spürst die Jahreszeiten im Blut - wieder ein neues Beginnen - zwischen den braunen Schollen sammeln sich Krähen. Worauf warten sie?
Fern vom Fluss nähern sich Möwen, denn es wird schon gesät.
Du bist lustlos, hast schon so viele Jahre hinter dich gebracht, bist jedem Frühling mit offenen Armen entgegen gelaufen.
Vor deinem inneren Augen gräbt sich eine Grube in den Acker. Was wird sterben, fragst du dich, und was wird neu geboren?


ich kann nicht bleiben

Poesie — geschrieben von findevogel am 14 Mär, 2008 @ 14:20


komm vogel
zieh mit mir neue kreise
gen süden ins licht
führt der weg zurück
zwischen deine federn
hat sich mein haar verloren
und in den schuppen der schlange
die im norden lauert
ahne ich mäusetod
im westen nichts neues
hat der osten längst dicht gemacht
und mein herz?
liegt irgendwo begraben
im nirgendwo
zieh mit mir neue kreise
vogel, komm


Rote Tagträume 69

Rote Tagträume — geschrieben von findevogel am 12 Mär, 2008 @ 23:35

Zeit, um zu sähen

Ich stehe am Fenster und schaue hinaus.
Es hat leise geregnet.
In den Rillen der Ackerfurchen silbert es und die Luft ist lau.
Es wird Zeit:
Ich ziehe den grünen Overall an, streife den Regenhut über die lockige Mähne.
Im Keller hängt die Saat-Tasche aus grauem Sackleinen.
Ich hole sie aus der Tiefe - gefüllt - und meine Gedanken werden still und enden in einem Klang.
Ich hänge die Tasche um, gürte die viel zu weite Hose.
Vor der Tür stehen gelbe Gummistiefel.
Mit grauen Filzschuhen trete ich hinein und stapfe aufs Feld.
Mein Gesicht ist ernst, und ich lausche nach innen und sammle mich
so wie du es mich gelehrt hast, als ich ein Kind war.
Alles ist bereit und die Zeit reif.
Zarte Erdbeben in Blut künden vom Aufbruch
und vor dem inneren Auge sehe ich grüne Keime wachsen.
Ich spreche den Fruchtbarkeitszauber und danke der Erde
Zum Himmel erhebe ich meine Hände und lobe den Tag.
Die Spatzen schwatzen und Krähen kreisen.
Ich greife in die Fülle der Tasche
Mit vollen Händen werfe ich den Samen in die Furchen
vertrau sie der braunen Erde an.
Es liegt ein Ahnen und Wissen im Tag.


In windbewegten Zeiten

Poesie, Dachstuben und Rumpelkammern — geschrieben von findevogel am 12 Mär, 2008 @ 09:21

für Clown

Das weißes Haus steht schief im Wind.
Die grünen Fensterläden klappern.
Im alten Apfelbaum vor der Tür
ächzt und knarzt es brüchig.
Zwischen Kartoffeln und Obstkonserven
gärt es.
Da unten braut sich etwas zusammen:
Ebbe im Kohlenkeller,
denn der Winter war lang.
Die Waschmaschine wäscht schmutzige Wäsche rein.
Zwischen Spinnweben und Staubmäusen
verdunstet ein geheimnisvolles Flirren:
Verwandlung? Magie?
Nichts Genaues weiß man schon.
Man wird abwarten müssen, gelassen.

Das hohe Haus mit dem spitzen Giebel
duckt sich unter den Böen,
hält sich wacker, denn es kennt die Gezeiten.
In der Küche verbreitet köchelnde Suppe
sommerlichen Kräuterduft.
Und ganz oben im Dach brennt ein Licht.
Zwischen Bücherreihen und Aktenordnern
weise Sprüche an eine Pinnwand geheftet,
auch Bilder aus Wunsch und Traum,
die dem Sturm zu trotzen scheinen
und von Sommer und Süden erzählen.
Das Buch auf dem Schreibtisch, ledergebunden,
"Im Geheimnis" sein Titel, ziert goldene Lettern
Nichts Genaues weiß man schon.
Man wird abwarten müssen, gelassen.


Frühling am See

Fundstücke — geschrieben von findevogel am 11 Mär, 2008 @ 16:20

Fulda-See im März


Es lichtet in Zweigen
versilbert spiegelt See Blau
Perlenkätzchen, wie Tau
tropfen in Himmel
zart noch scheint mir der Frühling
ein Mädchen voll Anmut
mit einem Versprechen nach mehr

text und foto: angie

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Oder sind vielleicht die Schiffe wie Männer ?

Zwischenmenschliches — geschrieben von findevogel am 10 Mär, 2008 @ 17:57



In den Träumen ihrer Nächte hissen sie die vergessenen Segel, blähen sie auf, kappen die Ankerkette und ziehen majestätisch und stolz wie große Seeschwalben über die Meere davon. Sie schauen sich nicht um: vor ihnen - noch in weiter Ferne - liegt das Ziel ihrer Wünsche.
Wenn sie nach entbehrungsreichen Tagen auf See, immer mit dieser in Zaum gehaltenen Todesangst in den finsteren Drachenkerkern tief innen, Land sichten, erwacht in ihnen das Kind. Es will spielen, möchte entdecken und Land gewinnen. Sein Lohn ist jedes beliebige Objekt, dass man sich zu eigen machen kann und das greifbar ist. Etwas zu besitzen - wie den heiligen Gral - es zu zähmen, wie ein Ungeheuer und sich untertan und gefügig zu machen, leitete die Helden vergangener Zeiten. Es galt der Stärkere zu sein und es war Selbstschutz, den Dingen in die Augen zu schauen, sie nicht zu unterschätzen und dienbar zu machen. Was Mann im Auge behält, weil es aus dem Dunklen ins Licht gezerrt wurde, hat er im Griff.

Du kannst sagen Prinzessin, das sei Schnee von gestern, doch glaube mir, Männer tragen die alten Helden in sich vergraben.
Es würde ihnen gut bekommen, sich ihrer zu erinnern.
Und wenn ich nun im Morgenlicht am Strand stehe oder von weitem hoch oben vom Turm Ausschau halte, und mir die Augen aus weine, weil mein Liebster auf See ist, und ich nicht weiß, ob er je zurück zu mir kommt, so will ich ihn doch in Freiheit und Ferne ziehen lassen, um zu tun, was ein Mann tut, damit Frau tun kann, was Frau tun muss, um ihr Leben zu füllen.
Denn wenn er zurückkommt von seinen Abenteuern, die Haare von der Sonne gebleicht und braun gebrannt, wird er mich reich beschenken.
Seine Geschichten werden meine Tage bunt machen und mir den Alltag versüßen.
Er muss mich nicht besitzen, denn er besitzt die Fülle.

Dieser Text wurde angestoßen durch die Nachtigall. Ihr Text findet sich hier!


Mitternachtsspitzen

kurz notiert! — geschrieben von findevogel am 9 Mär, 2008 @ 23:55

Es war nicht die Nacht, die deine Träume stahl:
Zwischen den Gletscherspalten eisgrauer Tage
verloren sich ihre sprühenden Funken.


Spiegelungen

Poesie — geschrieben von findevogel am 7 Mär, 2008 @ 16:22
Wurzeln und Zweige verwebt
mit Himmelblau
Nass im Nass
Aquarell
Wie es fließt
und sich im Fließen spiegelt
Bis auf den Grund
zwischen Winter und Frühling
Unter den Schichten
von Träumen
und verborgenen Wünschen


www.pixelio.de
Multipla


Es liegt wohl an der Zeit!

kurz notiert! — geschrieben von findevogel am 7 Mär, 2008 @ 09:20


"Eiderdausend!"
sagte das Ei, als es hart aufsetzte.
"Jetzt bin ich das Ei des Kolumbus.
Auch nicht das Gelbe vom Ei.
Und überhaupt:
Wer war zuerst da?
Ich oder das Huhn.
"
Und es schaute resigniert über den Tellerrand.
"Ist eben bald Ostern."


Dialoge 5

kurz notiert! — geschrieben von findevogel am 6 Mär, 2008 @ 19:17
"Du-uh-h, darf ich dich schlagen?"
fragte der Schneebesen die Sahne
"Wie von Hand?"
wundert sich das schneeweiße Nass
"Naja, das elektrische Handrührgerät hat seinen Geist aufgegeben."
"Wie Geist, wessen Geist?"
"Ach du weißt schon, das sagt man doch so."
"Sagt man das? Und wenn ich es nun genau nehmen will?"
"Dann will ich dich dennoch schlagen - smile - der Schokoladenpudding wartet auf seine Haube."
"Nun gut!"
"Wirklich?"
"Leg los Mann, mach mich groß und rahmweiß."
"Na, dann fang ich mal an."

und er schlägt und schlägt, bis ihm ein ein Chromriemen springt

"Hihi" schmunzelt die halbfeste Sahne und schüttet sich fast aus vor Lachen.
"Bin halt doch ein harter Brocken."


Rote Tagträume 68

Rote Tagträume — geschrieben von findevogel am 6 Mär, 2008 @ 10:17

Weißt du Marie, alles verdichtet sich. Lose Fäden fügen sich zusammen und irgendwo dazwischen bist du, vielleicht in einem dicht geschlungenen Knoten, der wie ein Kokon ist, dem du entschlüpfen wirst, wenn deine Zeit gekommen ist. Ich habe dich aus den Augen verloren und wiedergefunden in den Tiefen meines Herzens. Immer wirst du dort Rose sein, die ohne Dornen blüht.
Jetzt kann ich dich los lassen, damit du in den Rosengärten des Südens heilen kannst, um den Weg zurück ins Leben zu finden.
Es wird Zeit, dass ich aufhöre deinen unsichtbaren Spuren zu folgen, die mich weg führten von mir selbst und dem Sinn meines Lebens.
Nur in Gedanken bin ich weit gewandert. Jetzt wird es Zeit zu bleiben und zu verwurzeln, um zu sähen, Frucht zu tragen und zu ernten.
Die Zeit steht nicht still. Im aufgeworfenen Acker versammeln sich die Krähen.

Ich gebe dich frei - aber nicht auf Marie, deine Claire


Imaginäre Briefe 24

Imaginäre Briefe — geschrieben von findevogel am 5 Mär, 2008 @ 22:15
Hallo mein lieber Traumtänzer,

ich bin seit Januar zurück. Mein Herz ist schwer, denn ich musste den Liebsten ziehen lassen, eine leidenschaftliche Episode, die im Winterquartier ihr voraussehbares Ende fand: Frau und Kinder warteten dort. Ich war vorbereitet, denn Miguel machte mir von Anfang an klar, dass wir nur eine begrenzte Zeit miteinander verbringen können und egal was auch geschieht, seine Familie Vorrang hat. Ich habe mich eingelassen und nichts bereut. Seine Zärtlichkeit hat mich tief berührt - unsere Körper waren füreinander geschaffen. Und die Seelen erkannten sich. Er hat mich gelehrt, dem Leben und mir selbst zu vertrauen, jeden Augenblick, wie ein Geschenk zu betrachten und die Fülle in mir selbst zu sehen. Ich weiß noch nicht, was ich mit meiner Sehnsucht tun werde - im Moment brandet sie in mir wie Ebbe und Flut an deinem Strand - aber es werden sich Wege öffnen. Manchmal ist ja die Sehnsucht die größte Triebfeder für kreatives Wachstum.
Miguel und ich werden uns wohl nicht wieder sehen, denn im nächsten Sommer ist er in einem anderen Zirkus engagiert, und ich werde mein Film-Projekt verwirklichen. Du erinnerst dich an die Anfrage vom Juni, bevor der Zirkus mich einfach mitgenommen hat? Dieses Projekt wird jetzt wahr. aber doch bin ich dankbar für alle Erfahrungen, die ich mit dem Wanderzirkus unterwegs machen durfte.
Die letzten Wochen verschlief ich, denn so ein Nomadenleben ist anstrengend, auch das ungewohnte Zusammensein mit so vielen Menschen. Ich hoffe, du hast den Winter auf der Insel mit dem roten Leuchtturm gut überstanden. Es war ja Sturm letzte Woche. Ich sah aus meinem Dachfenster die hohen Wellen.
Ich traf Jule aus Wien zwischen den Monaten. Auf einer S-Bahnfahrt im letzten Sommer saßen wir im gleichen Abteil, beide traurig damals.
Sie befand sich auf einer Lesereise und ich tingelte seiltanzend durch die Städte.
Sie hat mich in ihrem Tagebuch verewigt, und mir diesen Text mitgebracht.
Wie sie mich beschreibt, so bin ich:


"Das Mädchen war nicht jung.

Die mausgrauen Haare trägt sie zu Rattenschwänzen gebunden hinter den kleinen Ohren. Die Augen sind von unbeschreiblicher Farbe: in einem hellen Bernsteinbraun tanzen grüne Sprenkel. Ein tiefes Grau umrahmt die Iris.
Das schmale Mädchen gleicht einem Knaben. Winzige Brüste zeichnen sich ab unter dem engen geblümten Trikot, und die kaum gerundeten Hüften wiegen sich beim Gehen. Ein langer Schal flattert feminin um den Hals und wippt mit den Zöpfen im Takt - fast, als sei er eine Fahne im Wind.
Lacht dieses alte Mädchen jemals? Unter großen ausdrucksvollen Augen und einer zierlichen Nase wirken die zusammengepressten Lippen schmal und streng.
Die Haut ist hell und einzelne Sommersprossen zieren die Wangenknochen.
Und doch, in diesem Wesen liegt etwas ungemein Bezwingendes.
Es schaute die Menschen an, verschenkte ohne Koketterie tiefe Blicke. Entgeht diesem Blick jemals etwas?

Wie aus heiterem Himmel lacht dieses Gesicht plötzlich, verzieht sich spitzbübisch, fast koboldhaft.
Faszinierend: im einem Augenblick erscheint das Gesicht uralt und im übernächsten schon jung, wie das blühende Leben. Es kommt wohl auf das Licht und die Tagesform an.
Über den Augenblick schiebt sich ein stummer Film: ich sehe eine Clownin auf dem gespannten Seil. Sie dreht dem Publikum eine lange Nase.
Bevor sie aussteigt und meinen Blicken entschwindet, beugt sie sich zu mir herüber: "Übrigens, ich heiße Aurora."



Ich glaube fast, wir werden Freundinnen. Sie hat versprochen, mir beim Ordnen und Korrigieren der aufgeschriebenen Zirkuserlebnisse zu helfen.
Es grüßt dich von Herzen, deine seiltanzende Aurora


Erste Blüten

Fundstücke — geschrieben von findevogel am 5 Mär, 2008 @ 15:27

www.pixelio.de
Sarah C.


Lose gedacht!

kurz notiert! — geschrieben von findevogel am 5 Mär, 2008 @ 10:47

Wenn der Tag mich nicht bricht, bleibt die Nacht ungebrochen
und in den Träumen heilen die kleinen Wunden.


aus: die wüste ruft; tag 9

Poesie — geschrieben von findevogel am 4 Mär, 2008 @ 22:47


hin zu dir wurde der weg lang
hindernisse wie steine aufgelesen
und mühsam geschichtet
zu schutzmauern
weg von dir
zurück zu mir
die sicht abgeschottet

in der unverputzten nische
findet sich nur langsam raum


Blassblaue Tagebücher 11

Blass-blaue Tagebücher — geschrieben von findevogel am 4 Mär, 2008 @ 10:16

Stunden, wie Gummiband!

3.3. 08

Ein paar Tage sind vergangen, Tage, die den Frühling brachten, Tage, in denen ich schöne Dinge erlebte. Tage auch, des Nachdenkens:
Gedanken spazierten zurück in die Zeit vor zwei Jahren, als das Leben plötzlich schwer wie Blei wog und mir jeden Elan nahm. Eine Zeit, in der ich zynisch über die Liebe sprach zu Konrad:

Wien, 1. März 2006

Lieber Konrad,

Liebe, was heißt schon Liebe? Sie verändert sich im Laufe der Jahre, verliert im Alltag an Leuchtkraft, reibt sich ab, wie ein goldener Ehering. Ist es nach vielen Jahren noch Liebe? Oder ist es Gewohnheit, Vertrautheit, Geschwisterlichkeit?
Alles Fragen, über die ich schon lange nachdenke. Liebe ich Martin noch immer? Ich weiß es nicht! Ich mag ihn, bin an ihn gewöhnt, mit ihm vertraut. An sich ist das eine gute und vernünftige Basis für die späten Jahre. Wir kennen uns gut, sind gemeinsam durch Höhen und Tiefen gegangen.
Das Problem liegt woanders: wir schaffen es nur noch selten, unsere Schritte und das individuelle Tempo auf einander einzustellen. Das Miteinander geht verloren, schwimmt nur noch an der Oberfläche. Genau das will ich nicht. Es ist mir zu wenig. Ich muss offen mit Martin reden. Bisher habe ich diesen Schritt vor mir hergeschoben.
Ich werde ein paar Tage verreisen und in Köln meine Eltern besuchen. Sie haben durchaus Recht, wenn Sie mir vorschlagen, etwas Distanz zu suchen.

Alles Liebe, Ihre Jule

Wenn ich diesen Brief heute lese, dann erkenne ich mich selbst nicht wieder. Er macht aber auch deutlich, in welcher Sackgasse ich steckte. Hätte ich damals gewusst, was das Jahr mir bringen wird, ich hätte versucht ruhiger an alles heran zu gehen.
Im Leben jeder Frau gibt es diese Augenblicke, in denen etwas zuende geht und noch nichts neues da ist. Die Zeit zwischen dem was war und dem, was noch wird, zieht sich wie Gummiband, Stunden, in denen man glaubt, die Zeit stehe still. Stunden, in denen die Angst groß wird, dass was war - schon alles gewesen sein könnte.
Ich wollte weg, raus aus dem Geschirr und allem, was mich zügelte und zähmte. Ich hatte etwas Neues gekostet und war auf sehr subtile Weise berauscht davon. Da hatte jemand, nämlich Konrad, eine Seite in mir zum Klingen gebracht, die ich glaubte gut begraben zu haben.
Vielleicht hätte ich ihn im Dezember 2005 nicht in Berlin besuchen sollen, denn unsere Freundschaft bestand bis zu diesem Zeitpunkt fast ausschließlich aus Briefen.


in diesen tagen 7

Poesie — geschrieben von findevogel am 3 Mär, 2008 @ 15:43

sturm


auch innen, in wildschlagenden herzen
als wolle leben darin zerspringen

über den seelenacker fliegt eine taube
erinnert an unschuld und frieden

in aufgebrochenen schollen
sammeln sich krähen

was willst du sähen morgen
unter dem lerchenhimmel?



in diesen tagen 6

Poesie — geschrieben von findevogel am 2 Mär, 2008 @ 13:51

es stürmt
der regen klopft ans fenster
als wolle er dringend hinein
und seine wassermassen dich mitreißen
in den strom auf dem weg zum meer
im wind ducken sich kleine osterglocken
und du stehst am fenster

kleinlaut unter dem orkan
der dich verwirbelt
dem du nichts entgegen zu setzen hast
weil noch der frost an dir nagt
als wärst du blattpergament
vom letzten herbst


aus gegebenem Anlass mit Humor zu nehmen und entsprechend zu verspeisen

wenn ich wieder klein bin — geschrieben von findevogel am 1 Mär, 2008 @ 19:19

Es wütet hinter den Gleisen ein Sturm
Und im kleinen Haus

Sorgt sich die Maus

Ins Holzloch verzieht sich derweil sein Wurm


Zwischen Wäldern und verrottetem Gleis
Wichtelt behände ein Zwerg
Geht verschmitzt ans Werk
Und der Elfe am Teich wird schon heiß

Es zerinnt im wütendem Sturm
Ihr zartes Geschmeide
Fliegt über die Heide
Und im Loch freut sich der Wurm

Denn wenn die Wesen bangen
Bleibt er unbefangen
Und lächelt verhangen
Mitgehangen - mitgefangen

Zum Schluss wackelt das uralte Haus
Es bibbern Zwerg und Elfe
Und schreien laut nach Hilfe
Zu guter Letzt nestelt sich frei nur die Laus


 (weiter)

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