findevogels fundstücke

Veränderung!

kurz notiert! — geschrieben von findevogel am 28 Apr, 2008 @ 15:52
 

Ich bin auf den Hund gekommen, und deshalb bin ich derzeit mit sehr irdischen Dingen beschäftigt. Meine neue vierbeinige Gefährtin, Shakaja, macht mir sehr viel Spaß und lenkt mich vom Dichten eher ab.
Alles hat seine Zeit. Wenn die erste Aufregung um das neue Familienmitglied sich gelegt hat, finden ganz sicher auch die Worte wieder ihren Weg.

 Shakaja 1




Aus der Kraftoase

Poesie — geschrieben von findevogel am 28 Apr, 2008 @ 11:35

Die Borke bricht auf
Knospen schwellen in Spitzen
zaghaft noch, wartend

die Stadtrandoase träumt
in duftender Blütenpracht


Wort-Oasen

Vom geschriebenen Wort — geschrieben von findevogel am 27 Apr, 2008 @ 20:46

Ich hänge für dich zwischen den Bäumen einen Teppich auf, jenen der alt ist, und den ich fand in der Rumpelkammer - fast vergessen unter Spinnweben - jenen, weißt du, der fliegt wenn man ihn nicht fesselt oder einschließt in dunklen Kammern.
Ich gieße Worte aller Art hinein. Zwischen Altmüll und Plunder glitzern versprochene und unausgesprochene Liebesworte - ganz frisch noch und blau getüncht, wie geklaut vom Seelentief.
Leg dich hinein, schließe die Augen und träume deinen schönsten Traum.
Zauberworte schlingen Girlanden und Lampions zwischen frischbegrünte Zweige. Eine weiße Schlange mit roten Punkten ringelt sich um den Stamm. Mit ihren gezischelten Worten schlängelt sie sich ganz heimlich ins Herz dir hinein.
Pass gut auf, sonst trifft dich ihr Liebesgift: sanft bezwingend, betörend und bittersüß, jeder Sünde wert.
Und wenn du dann mit der ewigen Eva in den Paradiesen lustwandelst, dann denk für einen Augenblick an mich und daran, wer ich bin.


Stillleben mit Feder

Fundstücke — geschrieben von findevogel am 25 Apr, 2008 @ 21:09
eine Zufallslandung
 
www.pixelio.de_juergensauer

im farbrausch leichtes
licht spielt magisch mit blau
gelandet erdnah


Vom Klingen 6

Poesie — geschrieben von findevogel am 25 Apr, 2008 @ 10:15

die Nacht hat den Morgen geboren
und zwischen frühe Stunden
Melodiefetzen gewebt
jenseits von Jetzt klingt Verschollenes
Fragmente - Verbindung zu gestern

Ich sammle Ton um Ton
und erfinde die Zwischentöne
damit aus Bruchstücken
ein Lied wird
das ich dir singe, wenn der Tag sich neigt


Manchmal

Poesie — geschrieben von findevogel am 23 Apr, 2008 @ 18:03

Es gibt Worte, die weiten das Herz.
In manchen Sätzen flüstert der Wind
und zwischen den Zeilen nisten
- ab und zu -
buntgefiederte Freunde.
Ein Ast wippt hinter den Sätzen
und der Apfel fällt in die geöffnete Hand.
Er trägt Gold und spiegelt die Sonne.
"Ein paar Worte nur" sagst du.
Und doch liegt darin eine ganze Welt.


Vertrauen

Poesie — geschrieben von findevogel am 22 Apr, 2008 @ 23:06

 

es wacht ein engel über dir
bestimmt
er leitet weise deine schritte
was du auch tun willst, zöger nicht und tus
der weg ist weit und langt nie an ein ende
und keiner weiß, was an der ecke wartet
und welche hürde oder freude deiner harrt
drum geh nur deinen weg
bestimmt:
es wacht ein engel über dir


Lulleby...

Poesie — geschrieben von findevogel am 21 Apr, 2008 @ 23:28

...für eine junge Frau


Dir malen tausend Lichter Sterne
in dein blaues Herz hinein
und schmücken als Geschmeide
die Seelennacht, durch die du schreitest
es folgt auf Flügelspuren
ein sanfter Engel deinem Weg
hab keine Angst und trau der Macht
die dich durch Wirrnis leitet


Einladung!

kurz notiert! — geschrieben von findevogel am 21 Apr, 2008 @ 13:14


Ich habe mein Angie-Nest wieder zum Leben erweckt.

Mein Forum "Angie´s - Das neue Forum" findet ihr hier.
Alle künstlerisch kreativen und interessierten Leser sind herzlich eingeladen. Ich freue mich auf euren Besuch.

In Kürze, geht auch meine Hompage "Hinter den Rosengärten" - überarbeitete und neugestaltete - online!

Ich denke, es klappt bis Ende April/ Anfang Mai 


wolkenmond

Fundstücke — geschrieben von findevogel am 20 Apr, 2008 @ 18:08

wem leuchtet der mond
wenn  graue riesen träumen
in rosa betten?

foto: www.pixelio.de_ H.E.Balling 

 


Blassblaue Tagebücher 14

Blass-blaue Tagebücher — geschrieben von findevogel am 20 Apr, 2008 @ 14:03
Tage versäumt, denkt Jule.

Nach langer Pause habe ich mich heute endlich wieder in den Garten getraut. Zwischen den kleinen blauen Perl-Hyazinthen blüht schon erster Löwenzahn. Mir geht das Herz auf, wenn ich diese Farbkombination sehe. Und gleich schau ich nach dem Apfelbaum. Bald gehen seine Blüten auf und auch der Flieder nebenan wird nicht mehr lange träumen. Es duftet nach Grün.

Ich habe geträumt, die Tage versäumt, Stunden verschlafen, so wie jemand, der ausgezehrt ist nach einer langen Reise, und nun spüre ich , wie die Energie zurückkommt. Einer Schlange ähnlich schlängelt sie durch meinen Körper und zischelt Zungenlaute in mein Ohr.
Heute könnte ich Bäume ausreißen.

Mit den Grabungsarbeiten werde ich noch warten. Ich habe keine Lust, nach Knochen zu suchen. Ich werde mir eine Hängematte zwischen die Bäume hängen und die Männer weiter aus meinem Kopf verbannen.

Immerhin, ich bin weiter gekommen mit meinem Manuskript, und gestern hat mir Aurora geschrieben. Sie ist unruhig, will tingeln und ihr Nomadenleben wieder aufnehmen. Diese Ruhelosigkeit! Sie muss ihr angeboren sein. Ob sie wohl Vorfahren beim fahrenden Volk hatte? Ich muss sie fragen. Wie wird jemand, was er ist?
Was wäre, wenn ich mit ihr ziehen würde. An meinem Buch kann ich immer noch weiter schreiben. Es läuft nicht davon.
Es ist ja immer auch eine Frage der Zeit, und was ich dieses Jahr noch schaffe, ich weiß nicht, ob es mir im nächsten Jahr noch gelingt.
Ich sollte die Zeit nutzen, und Dinge tun, die mich reizen und die ich noch nie getan habe.

 


Zaunwicke ohne Zaun

Fundstücke — geschrieben von findevogel am 20 Apr, 2008 @ 14:00
 
www.pixelio.de
Fotograf:Christoph Anzenhofer 


Am Rande bemerkt!

Poesie — geschrieben von findevogel am 18 Apr, 2008 @ 22:58

flaumig

die Feder
und zart gezeichnet
der Wind malt Muster
hinein


Zwischen Sekunden ein stiller Moment

Zwischen Sekunden ein stiller Moment — geschrieben von findevogel am 18 Apr, 2008 @ 09:53

Unter Glas 8

Die Zeit ist stehen geblieben! Die Zeiger der großen Uhr bewegen sich keinen Millimeter vorwärts.
Begonnene Bewegungen sind wie eingefroren, nur das kleine Mädchen im roten Kleid wieselt durch den Raum, schaut hier, guckt da, ruft die Schwester Marie. Nichts antwortet. Selbst die blaue Katze hat aufgehört zu schnurren. Alle Geräusche sind verklungen.
Lara weiß nicht, dass ich sie aus einer anderen Zeit heraus beobachte. Das Gemälde im vergoldeten Rahmen ist in zurückhaltenden Farben gemalt. Einzig Lara, das Mädchen im roten Kleid, wirkt lebendig. Es hat die Augen weit aufgesperrt und späht verblüfft in den Spiegel, der über einer Anrichte hängt. Die blaue Katze daneben hat sich eingerollt und die Augen geschlossen.
Wenn ich nun in dieses Bild hinein steigen könnte, so wie ein Gast, der den Raum aus der angelehnten Tür links im Bild betritt?

Das Mädchen erschrickt und zuckt zusammen. Die blaue Katze, die ich berühre, ist nur eine Skulptur. Aber der Geist des Gemäldes, der sich in die alte Standuhr zurück gezogen hat, erwacht. Und endlich ist der Bann gebrochen.
Das Mädchen dreht sich um und fragt: "Wer bist denn du?"
Aus den benachbarten Räumen höre ich eine Stimme, die nach Lara ruft.
Auf einer Spieluhr beginnt die Ballerina mit ihrem Tanz, während eine bittersüße Melodie den Raum mit Klang füllt.


Baummagie

Poesie — geschrieben von findevogel am 17 Apr, 2008 @ 22:54

Es ist der Mond, der
zwischen Wolken hervorschaut
und sein Licht verschenkt

Ein mattes Mondscheibenlicht
hinter verbaumten Gnomen


einfach ein bisschen spinnen!

Dachstuben und Rumpelkammern — geschrieben von findevogel am 16 Apr, 2008 @ 23:24
Es ist fürchterlich! Hört dieses ewige Ping-Pong-Spiel denn niemals auf?
Ich titsche hin und her und wundere mich, dass ich - obwohl signalrot - nicht quietsche, oder müsste ich dafür gelb, Quietscheentengelb, tragen? Ich weiß einfach nicht, wohin mit mir.

"Hör doch endlich mit diesem Hin- und Hergespringe auf."

mault der große blaue Gymnastikball ein wenig ungehalten, der im Allgemeinen ruhig und gelassen in der Wohnzimmerecke liegt und nur darauf zu warten scheint, dass sein Mensch sich auf ihm niederlässt. Wie das aussieht, wenn der Mensch mit seinem Gewicht sich auf ihm niederfleetzt, ihn plättet. Zum Schießen sieht das aus. Ich muss mich immer zusammenreißen, um nicht laut heraus zu prusten.

Nicht so heute:

"Du steckst mich an, mit deiner Ruhelosigkeit."

Ich beginne mir Sorgen zu machen. Was soll ich tun, wenn mein ausgeglichener Freund selbst völlig aus dem Ruder rinnt?
Alles ist so unvertraut heute. Für einen Augenblick rolle ich mich deshalb unter das Sofa, nur um gleich völlig verstaubt und hustend wieder aufzutauchen. Da bleibt mir keine Zeit zum Traurigsein.

"Igittigitt, dein Mensch könnte hier auch mal wieder staubsaugen." quengele ich in Richtung des blauen Balls.

"Also Titschie, das geht so nicht, du wirbelst unnötig Staub auf und bringst mich völlig aus dem Takt."

"Hey Blaubart" ich weiß dass ärgert ihn, "jetzt gib mal Ruhe.
Du und Takt, in dir fehlt doch jegliche Musik."

Ich weiß selbst nicht, warum ich gerade so fies bin, so geduldig wie er sonst immer mit mir ist, und ich bekomme Gewissensbisse. Das macht mich nicht ruhiger. Ich titsche zu ihm hin und pralle an seinem Gewand ab.

"Aua, sei ein bisschen vorsichtiger. Du tust mir weh."

Fast klingt es, als würde er gleich weinen. Selbst ganz zerknirscht schwinge ich mich auf, hüpfe zum Schrank und vom Schrank zum Fenster. Dort gleite ich ab und rums sitze ich im Papierkorb fest.

"Hilfe, wie komme ich hier wieder raus?" schreie ich grell.

In diesem Moment geht die Wohnzimmertür auf, und der Mensch eilt durch den Raum, wirbelt Staub auf, tritt gegen den Gymnastikball und greift ungestüm nach dem Papierkorb, trägt ihn hinaus.
"Was ist den mit dem los, auch völlig daneben heute? " frage ich mich,
und schon hat er mich mitsamt dem Mülleimerinhalt in den Müllcontainer vor dem Haus entsorgt.


Verwunschene Nächte

Poesie — geschrieben von findevogel am 14 Apr, 2008 @ 22:51


Ich sah den Stern fallen
in der Nacht
und eine Wolke
die sich in Nebel löste
während ich  im Spiel der Lippen lächelte
dich innig liebte
und weiche Glieder sich auflösende Wolken wurden
und dein Blick jenem Stern glich
der erdnah langsam verglühte  


Imaginäre Briefe 25

Imaginäre Briefe — geschrieben von findevogel am 12 Apr, 2008 @ 19:29


Hallo Traumtänzer,

es ist so viel geschehen heute, lieber Freund. Wo soll ich beginnen? Erst einmal war da dieser Frosch, der mir über den Weg lief und den ich fast mit meinem Fahrrad überfahren hätte. Zum Glück sah ich ihn so rechtzeitig, dass ich noch bremsen konnte. Dabei kam ich ins Schlingern, denn jemand hatte eine glitschige Bananenschale auf die Strasse geworfen. Ich kippte um und verhedderte mich in der Kette. Eitel, wie ich war, hatte ich ja unbedingt meine neue weite Hose - orangerot mit lila Punkten - anziehen müssen, ohne Klammern versteht sich. Die Luft war lau und wohin ich auch sah, überall brachen die Blüten auf.
Nun saß ich also mit dem schmerzenden Hinterteil auf der Straße und hing mit der Hose in der Kette. Die grüne Haarspange war verrutscht und der lange rosa Seidenschal hatte sich heimlich davon gestohlen. Für einen Augenblick haderte ich mit dem Schicksal, doch dann begannen meine Finger damit, die Hose vorsichtig aus den Gliedern der Kette zu befreien. Plötzlich hörte ich ein Lachen, erst ganz leise, doch es wurde immer lauter, bis es in meinen Ohren schmerzte.
Ich schaute auf: ein Riesenfrosch stand vor mir. Für den Augenblick war ich perplex und dachte, einer Fatamorgana aufgesessen zu sein. Ja ich fragte mich tatsächlich nach meinem Verstand.
Vielleicht hatte sich ja von jetzt auf gleich ein Abgrund zwischen mir und meiner Welt geöffnet, in den ich hineingefallen war, denn in meiner normalen Welt gab es keine grünen Monsterfrösche, die mich unverdrossen auslachten. Du kennst mich ja. Aurora hat weder vor dem Hochseil noch vor sonst etwas Angst. Ich wurde wütend und schrie den Frosch an:

"Du verdammtes Ungetüm, verschwinde aus meinem Blickfeld, oder ich hau dir eins über die Rübe."
und schon hielt ich den kleinen bunten Sonnenschirm, den ich manchmal auf dem Seil zum Balancieren benutze, in der Hand und drohte mit der Spitze. Ein wenig, das muss ich zugeben, kam ich mir vor, wie ein weiblicher Don Quichotte, der vor hat, mit den Windemühlenflügeln zu kämpfen.

Meine verbale Attacke verfehlte ihr Ziel, denn der Frosch war nun groß wie das Hochhaus im Nachbarort mit den fünfundzwanzig Etagen, das von weitem aussah, wie ein Risenzeigefinger, der gleich in Wolke Nummer sieben stechen wird, um sie zum Platzen zu bringen, und dem es völlig gleichgültig bleibt, wer da oben liebesverschlungen gerade sein Bett gefunden hat.

Meine Stimme erreichte die Hörvorrichtungen des Frosches nicht, denn ich war ja unten am Boden, inzwischen aus der Kette befreit und aufgerichtet, aber eben klein. Ich hörte ihn noch immer lachen, und das Lachen war so mächtig, dass die Bäume mit ihrem frischen Laub sich hin und her bewegten, als sei ein Sturm aufgezogen. Aber mit einem hatte der Frosch nicht gerechnet, denn er konnte mich ja nicht mehr sehen. Ich stieß die Spitze des Schirms in seinen Bauch und es macht Pftt!

Der Frosch sackte in sich zusammen und seine Plastikhaut begrub mich unter sich.
Zwar dauerte es eine Weile, bis ich mich schirmrudernd aus dem grünen Gespinst befreit hatte, aber zum Glück hatte der Frosch nur aus Luft bestanden.
Ich schmunzelte, als ich am Boden eine kleine Krone mit Perlen auf den Zacken fand, die ich als mir zustehender Lohn,  in meine gehäkelte Hippie-Tasche mit den regenbogenfarbigen Rosetten steckte.
Ich nahm mein Rad und schob es nach Hause, stellte es in den Keller und beschloss, es mir für heute bei Schokolade mit Sahne und Keksen gemütlich zu machen.
Doch was war das? Im Badezimmerspiegel sah meine Haut so grün aus und die Haare erst. Sie ringelten sich wie grüne Schlangen aus der Haarspange heraus.
Ich fühle mich kerngesund, und werde jetzt kein Drama daraus machen. Vielleicht ist der Spuk ja morgen, wenn ich aufwache, endgültig vorbei. Bitte denk an mich und drücke mir die Daumen.

Es grüßt dich deine Aurora

die heute auf dem Hochseil der Fantasie spazieren gegangen ist


Mit einem Elfchen gesprochen

Poesie — geschrieben von findevogel am 12 Apr, 2008 @ 09:44



trügerisch
dieser Tag
der mit Sonnenblau
die Tränen trocknen will
heimlich


Federspuren

Fundstücke — geschrieben von findevogel am 9 Apr, 2008 @ 19:27

 

 Flügelspuren

Am Rande hauchzart
Flügelschläge -  Zeit um Zeit
verloren im Meer

 

 


Lichte Energie, die sich als Engel manifestiert

Engel — geschrieben von findevogel am 9 Apr, 2008 @ 18:55

 

 

In seiner äußeren Stummheit spricht der Engel alle Sprachen in uns. Er braucht dazu keine Worte. Sein Wirken ist direkt und ohne Umwege. ich muss an Traubenzucker denken, der sofort ins Blut geht, und den Körper ohne langwierige Prozesse mit Energie versorgt.
Was der Traubenzucker in unserem Körper bewirkt, bewirkt der Engel in unserem Geist.
Er braucht weder Härte noch Gewalt, denn sein Wille ist zwingend, ohne dass wir Zwang empfinden.
Wir ordnen uns seiner geistigen Überlegenheit freiwillig unter, denn seine Energie ist Licht und lässt uns leuchten.
Er besitzt den inneren Schlüssel zu den Seelen seit Anbeginn und keine Grenze in uns kann ihn daran hindern, sein Werk zu tun, denn wir sind Wachs in seinen heilenden Händen.
Er ist Überbringer und Bote einer anderen Wesenheit.
Lieben wir nicht oft den Überbringer einer guten Nachricht?
Die unmittelbaren Gefühle, die durch die Botschaft ausgelöst werden fängt er auf – ihm danken wir, weil er nah ist und nicht dem, was ihn schickt, denn es ist das Unfassbare, das Unbegreifliche, das, was wir nur glauben können.
So fungiert der Engel auch für uns als Überbringer einer Botschaft dorthin, woher er kommt.
Er ist die Brücke zwischen uns und dem höheren Wesen, dessen Sprache wir nicht verstehen und dessen Wirken wir in unserer Kleinheit nicht überschauen.
Die Brücke ist der Übergang, der Steg über dem Abgrund und die Übersetzungszentrale zwischen den Welten, ein kreatives Füllhorn, in dem alles ist und möglich werden kann.

 


Rote Tagträume 72

Rote Tagträume — geschrieben von findevogel am 8 Apr, 2008 @ 18:54

Ich bin hinaus gewandert und habe der Stadt den Rücken zugekehrt. Immer dem Fluss nah, führt mich der Weg zunächst durch Felder, dann streife ich Wiesen, auf denen sich gerade der erste Löwenzahn geöffnet hat. Dann schiebe ich mich durch Gebüsch und einen kleinen Hag und bin schon bald an dem seltsamen Steinkreis, der schon seit ich denken kann dort liegt, und den Birkenstämme und Weiden beschützen. Einst vor ewigen Zeiten ist hier ein Flussarm entlang geschwommen. Sein nasser Finger ist in der kühlen Jahreszeit als Morast noch immer zu orten. Bald werden hier Dost und Vergissmeinnicht blühen und die Weiden werden im Wind ihre Haare schütteln, die wie ein Schleier aus tausendundeiner Nacht den Blick auf die flache Landschaft verstecken.

Ich lasse mich im Steinkreis nieder und spüre die Kraft der Erde, die sich dem ganzen Körper mitteilt. Hier fließen Energiebahnen dicht unter der Erdkrume.
Es wundert mich nicht, dass alte Völker diese vibrierenden Erdströmen als Schlangen und Drachen beschrieben und malten.
Ein mal mehr spüre ich die Schlangenkraft der Erde, die mir ab und zu Botschaften schickt mit den Träumen.
Vielleicht Marie brauchst du mich, um wieder zu erden, du, die dem Wind verwand und der Luft so nah ist, ein flüchtiger Duft verströmende Essenz mit Schmetterlingsflügeln.
Ich besuchte gestern deinen Körper, der seit Monaten leblos auf einem Krankenbett liegt - verkabelt - und dessen Geist sich von ihm entfernt hat.
Ich sang dir ein Kraftlied, und fast meinte ich zu sehen, wie deine Augenlider flackern
Ich fragte mich, ob dieser zierliche Körper irgendwann einmal wieder Gefäß für deinen beweglichen Geist sein kann.


Sakrale Räume

kurz notiert! — geschrieben von findevogel am 7 Apr, 2008 @ 22:47

Geglückte Architektur bietet spirituelle Räume, in denen es leichter gelingt zur Ruhe zu kommen.
Ich denke auch an die Zen-Gärten. Klöster und Kirchen wurden oft an Stellen erbaut, die Kraftfelder verbergen oder heilige Quellen einfassen. Die Stille und Tiefe der Generationen von Menschen, die sich an diesen Stellen versammelten, um zu bitten und zu beten; um einfach still bei sich anzukommen, ist selbst in den Ruinen noch spürbar.
Eigentlich kann man die energetische Ausstrahlung dieser Monumente gar nicht beschreiben.
Sie berührt auf heilsame Weise ganz tief.
Ich muss an einen Sandsturm denken, in dem zunächst alles wirbelt und nicht fassbar ist.
Wenn er sich beruhigt, sinken die Partikel zu Boden, das Flimmern und Rauschen hört auf, und plötzlich stellt sich eine glasklare Sicht ein.
Die moderne Kirche an meinem Wohnort, vor drei Jahren eingeweiht, hat mich sehr überrascht. Das Längsschiff wurde zum Querschiff, dass sich an den Altar schmiegt. Die Kirche besteht aus dreifarbigen Beton und besitzt einen einzeln stehenden Glockenturm.
Innen ist es ziemlich kahl, teilweise sieht man den kahlen Beton, und doch, ich bin hineingetreten und war überrascht über die Ausstrahlung dieses modernen spirituellen Raums.


Elfchenzeit

Poesie — geschrieben von findevogel am 7 Apr, 2008 @ 09:50

blau

blühen veilchen
duftend zwischen steinen
am ende der welt
hoffnungsvoll
 
 


Eine alte Geschichte

Poesie — geschrieben von findevogel am 4 Apr, 2008 @ 23:48

Einst
saßen die Kinder des Lichts
mit einander vereint auf Lotusblättern
In einem silbernen See
im Augenblick versunken ohne Zeit

Gewaltige Mächte
teilten das große Wasser in Himmel und Erde,
trennten Verbundenes
es war die Stunde:
in der  die  Sehnsucht geboren wurde


Seit damals
schwebst du in deinem Himmel
und sehnst dich nach Wurzeln
und ich mit den Füßen in der Erde
träume von Flügeln

Manchmal in mondlosen Nächten
verzaubern uns die Sterne:
du berührst den Boden
Und ich fliege in deine Arme
und wir verlieren uns im Augenblick
zeitlos

 

 


Nebelkrähe zwischen Möwen

Fundstücke — geschrieben von findevogel am 4 Apr, 2008 @ 00:01
Nebelkraehe zwischen Moewen


Aufgestöbert und wiedergefunden!

Fundstücke — geschrieben von findevogel am 2 Apr, 2008 @ 11:22

Ein Platz für die Engel

Manchmal sprechen wir von den Engeln:

Die geflügelten Lichtgestalten leben in unserer Seele
dort nehmen sie Raum und den ihnen gemäßen Platz ein
 wenn wir es zulassen
Wir geben ihnen ein Wesen, eine Gestalt
und manchmal ein menschliches Gesicht,
wenn wir sie beschwören, rufen, besingen.

Ist es nicht die Kraft positiver Gedanken
ausgesendet von Menschen mit Herz
die uns daunenleicht wie Engel berühren
und Licht schenken wo Finsternis ist?


Blassblaue Tagebücher 13

Blass-blaue Tagebücher — geschrieben von findevogel am 1 Apr, 2008 @ 23:05
"Darf ich vorstellen? Das ist Aurora!"

So habe ich , Jule, sie porträtiert, nachdem sich unsere Wege zum ersten Mal gekreuzt haben.

Das Mädchen war nicht jung.


Die mausgrauen Haare trägt sie zu Rattenschwänzen gebunden hinter den kleinen Ohren. Die Augen sind von unbeschreiblicher Farbe: in einem hellen Bernsteinbraun tanzen grüne Sprenkel. Ein tiefes Grau umrahmt die Iris.
Das schmale Mädchen gleicht einem Knaben. Winzige Brüste zeichnen sich ab unter dem engen geblümten Trikot, und die kaum gerundeten Hüften wiegen sich beim Gehen. Ein langer Schal flattert feminin um den Hals und wippt mit den Zöpfen im Takt - fast, als sei er eine Fahne im Wind.
Lacht dieses alte Mädchen jemals? Unter großen ausdrucksvollen Augen und einer zierlichen Nase wirken die zusammengepressten Lippen schmal und streng.
Die Haut ist hell und einzelne Sommersprossen zieren die Wangenknochen.
Und doch, in diesem Wesen liegt etwas ungemein Bezwingendes.
Es schaute die Menschen an, verschenkte ohne Koketterie tiefe Blicke. Entgeht diesem Blick jemals etwas?

Wie aus heiterem Himmel lacht dieses Gesicht plötzlich, verzieht sich spitzbübisch, fast koboldhaft.
Faszinierend: im einem Augenblick erscheint das Gesicht uralt und im übernächsten schon jung, wie das blühende Leben. Es kommt wohl auf das Licht und die Tagesform an.
Über den Augenblick schiebt sich ein stummer Film: ich sehe eine Clownin auf dem gespannten Seil. Sie dreht dem Publikum eine lange Nase.
Bevor sie aussteigt und meinen Blicken entschwindet, beugt sie sich zu mir herüber: "Übrigens, ich heiße Aurora."


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