seelenbaumel
lichtgedicht
sonnenwonnen
strahlen malen
himmelbimmel
laublau
foto: Alchemie
www.pixelio.de
lichtgedicht
sonnenwonnen
strahlen malen
himmelbimmel
laublau
foto: Alchemie
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wenn flügel schleifen
brechen - heißt es, achtsam sein
der fuchs ist listig
bleib versteckt im gebüsch
und tarne deine spuren
Die Nächte
verlassener Seelen und wahrhaft Liebender sind blau. Von jenem Blau, das man
von der Stunde zwischen Tag und Nacht kennt, die man ab und zu bei bestimmten
Wetter- und Lichtbedingungen genießen darf, dieses Blau, das sich so oft in den
Bildern von Marc Chagall findet.
Es ist das Blau von Sehnsucht und Erfüllung.
Wie eine geschlossene Kugel trägt es in sich einen unendlichen Raum ohne Zeit.
Das magische Strahlen scheint geradezu geschaffen, um für die einen Balsam in
einsamen Stunden zu sein, für die anderen
Paradies, eine Nische, in der auch das Unmögliche möglich erscheint.
Aus der Feder betörter Dichter schnörkeln sich Buchstaben zu Texten von bizarrer Schönheit auf weißes Papier.
Maler halten inne und den Pinsel hoch - verlieren sich für einen Moment in den eigenen
Farben, die fremdartig leuchten.
Der Cellist horcht in den Klang seines Instrumentes hinein. Es klingt neu und erscheint
wie die Eingebung aus einer anderen Welt.
Liebende flüstern Koseworte und schwören sich unter Küssen Ewigkeit.
Die verlassenen Seelen gleiten sanft in einen erholsamen Schlaf und ihre Träume
gleichen der besonderen Dichte einer lauen Sommernacht, in der unzählige Blumen
ihren Duft verschwenderisch verschenken und die Nachtigall ihr Lied singt.
Kleine Engel purzeln aus verblauten Wolken.
Während der Ritt auf dem gelben Pegasus sie über die roten Dächer einer kleinen
verschlafenen Stadt trägt, wartet ein Einhorn hinter dem einzelnen Baum am
Rande der Nacht. Und der Mond spielt auf der Geige eine Melodie, die zu Herzen
geht und sich wohltuend in die Seele eingräbt.
Unten auf dem Platz vor den Häusern haben sich Menschen versammelt, um mit
angehaltenem Atem den weißen Fisch anzustarren, der unter einem Dach aus bunten
Lampignons auf einem unsichtbaren Seil tanzt.
Und beinahe verschwimmt eine Akrobatin, die völlig entspannt und verträumt
erscheint und kopfunter an einem schwingendem Trapez hängt, mit den aufziehenden Wolken.
In dem enganliegenden Rosenkostüm scheint sie den Märchen aus tausendundeiner
Nacht entsprungen.
Über allem haben sich Anima und Animus endlich gefunden.
Sie verschmelzen und entschwinden in der
blauen Kugel, die sie wie ein Raumschiff in eine andere Welt entführt.
wissen Sie, bei Petros heute im weltweiten netz streiften mich
ein paar sätze wie die flügel eines engels. sie sprachen von den zwei türen,
die nebeneinander liegen und vollkommen gleich aussehen. die eine führt in die
hölle, die andere in den himmel.
was, wenn man an ihnen vorbei geht?
es mag zeiten geben, lieber freund, in denen es heilsam ist, an ihnen vorbei zu
gehen, um in der mitte und bei sich zu bleiben, bis man gwappnet und im
gleichgewicht ist, um es mit den emotionalen höhen und tiefen des lebens - mit freude und
schmerz - wieder aufnehmen zu können.
die inneren gärten sind heilsam und kleine engel bewachen die eingänge.
und in der mitte, glauben Sie mir, liegt ein blaugekachelter brunnen, und aus
ihm schöpft man das wasser des lebens.
mögen also meine gedanken engeln gleichen, die Ihnen ein wenig licht zu bringen vermögen
.
mit dem wind
davon getragen
marie wusste nicht wie es geschehen war. in einem lichten moment, in dem sie
auftauchte wie aus der ewigkeit einer tiefen, stillen und mondlosen nacht, sah
sie sich selbst ausgebreitet und weißgewandet auf einem seltsamen bett. da
waren kabel, die aus ihrem körper heraus zu flackernden monitoren führten. sie
spürte ihren körper nicht. die augen der frau auf dem bett waren geöffnet, und
der leere blick schien durch die wände hindurch zu sehen. vielleicht zum
anderen teil ihrer selbst, der von oben alles sah, auch dass claire den raum
betrat und einen duft nach rosen, sommer und wind mitbrachte. claire, die treue
freundin, die schon solange, wie lange überhaupt, an ihrem bett saß, ihre hand
nahm und mit einer stimme erzählte, deren worte sie nicht verstand, aber die
sie in tiefen schichten berührte, und ihr wärme und nähe schenkte. war es
dieser scheinbar bewusst wahrgenommene moment, indem ein starker wind sie in
seine arme nahm und zu den gärten jenseits der meere trug? wieder saß sie mit
wehenden haaren auf der blauen bank am teich, lauschte den möwen und roch das
meer. seit dem letzten mal musste zeit vergangen sein, denn die luft war warm
und alle rosen blühten. der apfelbaum trug tischtennisgroße grüne äpfel. rote
johannisbeeren lockten und erinnerten an den gellee den ihre mutter früher im
sommer ihrer kindheit aus ihnen bereitete, und der auf frischgebackenen
milchbrot so wunderbar schmeckte. marie wollte nach ihnen greifen, aber bevor
sie die früchte berühren konnte, trug der wind sie zurück in ihre traumlose
nacht.
www.pixelio.de - @suzi
unruhig dieses türkis
spannung teilt sich mit
als sei eine geigenseite
gestrichen vom magischen bogen
der ton schwillt an
schwingt – weckt auf
zersplittert
an kölns hohem dom
hütet ein engel das tor
schwer wiegt sein gewicht
www.pixelio.de
@Knipsermann
Jenseits des Weihers, versteckte sich
hinter den Bäumen ein weißes Schloss. Ich näherte mich auf Zehenspitzen - das
angrenzende Gebüsch mit seinem üppigen Grün hatte mir frischen Atem geschenkt
und mich beruhigt. Die Zugbrücke über dem Schlossgraben war geschlossen. Auch
ohne eine Dornenhecke wirkte das Gebäude mit den Türmchen an den Ecken
verwunschen. Im Schlossgraben wuchsen Seerosen. Im Licht des Morgens wirkten
sie wie ein Gemälde von Monet. Kugelige Buchsbaumstämmchen spiegelten sich im Wasser.
Welche Geschichten hier wohl leben oben im Turm und unten auf dem Grund des
blaugrün schimmernden Wassers. und welche Geschichten schlafen in den Menschen,
wenn sie traurig sind oder am Rande stehen. Welche Geschehnisse zwischen Menschen
spiegeln alte unselige Geschichten und legen diese Molltöne in den makellosen
Tag. Was aber wäre eine Geschichte ohne die Mollklänge?
An der üppig gedeckten Tafel mit frischem Kaffee in der Hand fand ich die Sprache
wieder und das Gespräch über das Leben und die Kunst zog mich in seinen Bann.
Hier zwischen den Menschen an meinem Tisch war das JETZT melancholisch, aber
auch heiter. Ein Geheimnis umschloss sie, wie eine lichte Hecke, die sie
schützte vor ungebetenen Blicken und bettelnden Hunden.
gestern fielen
aus roter Zeit
grüne Tropfen ins gelbe Meer
das lila Rehkitz fror heute sehr
sprang in offene Arme weit
schlüpfte in den runden Bauch
sephiabraune Hände
schlugen gegen Wände
laut atmeten Worte, ein Hauch
unter dem Donner duckte sich klein
das vom Blitz erhellte Kind
zuckte die Fingerchen fein
und floh zerzaust mit dem Wind
der Wolken zerschlug, wie
safranfarbenen Rahm
und in seiner Gier dem Blau das Leuchten nahm
wenn sie sich öffnet
diese verschlossene tür
was findet sich dort
es war nicht so, dass claire
ihre ganze zeit damit verbrachte, an ihre freundin marie zu denken, aber sie
fühlte sich verantwortlich, weil marie keine verwandten mehr besaß, die sich um
sie kümmern konnten. und so führte ihr weg sie jeden tag nach ihrer arbeit in
einer kunstgalerie in das zwei straßen weiter liegende krankenhaus, das mitten
in einem park mit schönen alten bäumen lag.
es war ihr zur gewohnheit geworden, erst im park unter einer alten kastanie ein
pause zu machen, etwas zu essen und gleichzeitig in die zeitung zu schauen,
bevor sie durch das portal trat und den treppen in den dritten stock folgte. im
zimmer 333 lag marie wie immer unbeweglich und blass. claire holte sich einen
stuhl, setzte sich und nahm maries rechte hand in die ihre. sie sprach leise
zärtliche und liebevolle worte. sie war sich sicher, dass marie es spürte, wenn
claire den raum betrat, denn oft entspannten sich die züge der frau im
krankenbett.
claire hatte eine neue geschichte von frau mai mitgebracht, die sie nun wie ein
märchenerzählerin vor marie ausbreitete:
herr anton, der eigentlich dominico
ferandez hieß, war ein mann um die fünfundsiebzig. sein schmaler graziler
körper hätte der eines tänzers sein können. ein grauer haarkranz schmückte das
olivfarbene gesicht mit den warmen braunen augen. dunkle bartstoppeln zierten
das kinn unter den noch vollen lippen.
die galerie war sein ein und alles. immer trug er einen abgewetzten schwarzen
anzug, ein weißes hemd und diverse rote krawatten. goldene manschettenknöpfe in
form eines gordischen knotens hielten die aufschläge der hemdärmel zusammen.
als seine frau noch lebte unternahm er mit ihr ausgedehnte reisen in die
kunstmetropolen europas und fand so manche nische, in der man das vorhandensein
künstlerischer ambitionen so nicht erwartet hätte. besonders zog es ihn nach
italien, frankreich, spanien und portugal.
seine vorfahren stammten aus granada. sie hatten dort als gewürzhändler, die
zwischen okzident und orient ihre geschäfte abwickelten, ein vermögen gemacht.
er liebte die südliche lebensart und war gerde wie jeden abend dabei, die
silberne espressomaschiene zu füllen und auf der gasflamme des herdes in seiner
kleinen küche zu erhitzen, als ein kaum wahrnehmbares geräusch ihm ein
koboldhaftes lächeln ins gesicht zeichnete. frau mai war wieder da. er nannte
sie heimlich rosamunde, die lichtgestalt seiner späten jahre, nicht aus fleisch
und blut, aber immer von einem duft nach gelben teerosen umgeben. heimlich
schrieb er dieser traumgestalt poetische texte, die er natürlich niemanden
zeigte, die aber in sich die harmonische schönheit der alhambra und ihrer
gärten trugen. seine nase funktionierte noch gut und ein: "ah...."
kam über seine lippen, als sich das schwarze getränk belebend in den unteren
teil der espressomaschiene ergoss. für einen augenblick vergaß er
"rosamunde" und gab sich ganz diesem aromatischen geruch hin. schon
der duft war lebenelexier pur. er griff über sich in den blauen hängeschrank
und entnahm ihm ein klein braune espressotasse, legte ein stück zucker hinein
und schenkte sich ein. vorsichtig nippte er an dem brühendheißem getränk.
gleichzeitig griff er in die große dose mit den amarettini.
plötzlich wurde die stille dieses augenblicks unterbrochen. es schepperte vor
der galerietür.
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