findevogels fundstücke

im traum

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 31 Mär, 2009 @ 22:00

 

 

etwas war mir im traum wiederfahren. eine warnung vielleicht, dass ich schon einmal an einem ähnlichen punkt im leben stand. während ich im erwachen darüber nachsinne, warum sich manche dinge wiederholen, erkenne ich die potenziale, denn auch damals fanden sich gute wege. so war der traum wohl eher erinnerung als mahnung.
der tag hing mit dem kopf noch in den wolken und das zwielicht legte sich wie graues feenhaar um seinen kopf. über den wolken war der himmel leergefegt. die sterne löschten gerade ihr licht. da kam der morgenwind und pustete den tag aus seinen träumen heraus.


lichtgrün

Jahreszeitliches — geschrieben von findevogel am 28 Mär, 2009 @ 07:06


ich sehe die weiden am see erwachen. zarte durchsichtige schleier kleiden sie frühlingsgrün. im wind gleichen sie den bräuten, die morgen in gläsernen schuhen auf der eigenen hochzeit tanzen werden. unbeholfen und ungeschickt neigen sie - backfischen gleich - ihr haupt vor dem, was sie nur ahnen, was aber längst in ihnen fest geschrieben ist.
nichts vermögen sie zu verbergen vor neugierigen blicken. unter dem grünen flaum lassen sich die strukturen der zweige nicht verbergen. die zeit steht still für eine weile voll unschuldiger grazie, bevor das leben sie raubt und vollendet. dieses zögern noch an der schwelle, ein übergang.


jenseits der hecken

Jahreszeitliches — geschrieben von findevogel am 27 Mär, 2009 @ 17:58
jenseits der hecken erstreckt sich das feld. über nacht haben die braunen furchen pastellfarben bekommen. der frühling schaute von oben zwischen den wolken hervor - aus einem jener winzigblauen fenster. er sah, dass es zeit ist. zaghaft noch streute er grün, und in die hecke eine handvoll rose, zwei hände weiß und viel sonnenblumengelb. selbst die tristen langweiligen genossenschaftssiedlungen am rande der stadt, wo über dem unrat zwischen den häusern die ratten spazieren gehen, sehen verzaubert aus, heute. der frühling malte ihnen hoffnungsschimmer. für einen augenblick lächeln die grauen bewohner, wenn sie hinter der gardine am fenster stehen und hinaus schauen. auf die kurzgeschorene wiese, haben sich kleine narzissen verlaufen und klingeln gelb mit ihren glocken.
ein bettler geht durch die reihen der bahn und bittet - ziemlich zitterig - um eine kleine spende. er trägt eine fahne von ungelüfteter gleichgültigkeit hinter sich her. seine augen haben längst der sternenblick verloren. die jacke, die lose um seine schultern liegt und sich aufzulösen beginnt, stammt aus achtlos beiseite geworfenen säcken zwischen den altbaukasernen. fasst vermeint mein auge winzige tierchen darin zu sichten, die emsig und geschickt die fäden auseinander drehen und so dazu beitragen den verrottungsprozess zu beschleunigen. für einen augenblick frage ich mich erschauernd, ob die jacke wohl aus lebenden tierchen besteht.
ein alter herr mit hut - sehr gepflegt - grüßt eine dame im nerz, die weiße stiefel trägt und einen gefochtenen grauen zopf, und auf der anderen straßenseite geht. sie sind am friedhofstor verabredet, das ein machtvoller engel bewacht und werden - nachdem die gräber besucht und mit frühlingsblumen geschmückt sind, im helga´s bistro auf der ecke bei kaffee und kuchen über gott und die welt reden, auch darüber, dass die enkel sich nicht mehr anstrengen mögen.
jugendliche hier und da mit stöpseln in den ohren. es ist noch früh am vormittag. ob sie schon schulfrei haben.
über allem zwitschert eine amsel, und die katze nebenan steht vor der tür und maunzt. sie will rein, denn ihr ist kalt. nur ab und zu blinzelt die sonne


rosarot, der morgen

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 24 Mär, 2009 @ 09:03

 

kleine lichte wölkchen schweben über den himmel
der nicht grau sondern blaugrau erscheint
winzige blaue fenster hier und da
ein versprechen?
im traum wuchsen der hecke schon rosenblüten
ein spatz tschilpte fröhlich im gras
im liebeslied der amsel sang auch klagen
wenn in die träume
sehnsucht wuchert
nach den sommerlichen gestaden 
gleitet ein schatten über die erde
und hinterlässt eine grüne spur
wenn er über den horizont springt.


ein gruß in die nacht!

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 24 Mär, 2009 @ 08:59

 

die kleinen wellen, die mit dem schilf spielen, tragen weiße kronen. es ist zum sterben kalt. sturm tanzt in den wipfeln der weiden. leiser singt der see sein lied.
ich folge dem kleinen boot, das mich zu den grünen wiesen trägt und den heckenumsäumten königreichen.
sag, freund, wenn wir uns auf dem schachbrett des lebens begegnen - wie nah dürfen meine zweige die deinen berühren?
ich wachse dir entgegen. es liegt nicht in meiner macht, es zu verhindern.
dinge geschehen ohne mein tun.
eine dame behauptet ihren platz und der könig, ein einsamer regent, zählt worte, die wie blätter in den zweigen grünen. blüten wird der rosenstock tragen, wenn im mai die nachtigallen singen und am see wieder kleine boote mit aufgeblähten segeln die botschaften überbringen.


Von der Lust an den Worten

Vom geschriebenen Wort — geschrieben von findevogel am 23 Mär, 2009 @ 17:23

Gedankenfragmente rund ums Schreiben; Streiflichter; Kommentare aus Foren und Blogs

Gestern bei BookRix veröffentlicht

 


Für einen Bruder!

Poesie — geschrieben von findevogel am 20 Mär, 2009 @ 23:49
 
das licht ist leicht und flink
es dringt durch graue wolkenschichten
und blitzt ganz kess dir ins gesicht
nimm doch den schatten von der stirn
und spür die wärme
die der haut so gut gefällt
und deinen lippen lächeln malt
machs der kleinen katze nach
die alle vier von sich streckt
und…
lass das blau vom himmel ein


Für Johanna

Poesie — geschrieben von findevogel am 20 Mär, 2009 @ 23:48

 

Siehst du heut die Wolken ziehen
an dem Himmel wie gemalt
der aus Bilderbüchern stammt
Wolken fliehen Himmelsblau
schweben weiß zerfließend über ferne Horizonte
die Sonne wärmt
der Wind malt Zärtlichkeit auf wintermüde Haut
zwei Raben fliegen übers Dach
sie zanken mit den Amseln
um den besten Platz im Baum
eine kleine rote Katze
streckt das Fell dem Licht entgegen
und genießt...ganz ohne Fragen
den geschenkten Frühlingstag

 


heute mal grün!

Fundstücke — geschrieben von findevogel am 20 Mär, 2009 @ 11:18
 
"Grashalm " von Siegfried Bellach
www.pixelio.de


Morgen-Impression am 19. März

Jahreszeitliches — geschrieben von findevogel am 19 Mär, 2009 @ 18:02

 

 

groß wie ein Riese
noch kahl
legt sich der Baum als Schatten
ins frühlingsgrüne Gras
Erste Gänseblümchen
schmücken die verzweigten Arme
und eine Amsel hüpft
ein Grashälmchen im Schnabel
wie auf einem Steg
über den Stamm
hast du das Licht gesehen
Gertrude
zwischen den langen Schatten?
Und den kleinen Hund, so wuselig
der sein Beinchen hebt
am Bordsteinrand?


gehen und ankommen

Gedankenstückwerk — geschrieben von findevogel am 18 Mär, 2009 @ 23:03

 

ich möchte nicht irgendwo ankommen
sondern über viele wege gehen dürfen
durch bunte türen schreiten
über grüne schwellen treten
mitten ins herz der dinge gelangen
um in ihre tiefe zu klettern
die wurzeln zu ergründen
und verborgenen räume auszuloten
um dem reisen worte zu verleihen und ausdruck.


mit dem frühling im blut

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 17 Mär, 2009 @ 07:50

 

der traum war seltsam abstrakt. er bestand aus farben, die auf weißes papier tropften. jeder farbtropfen war mit einem eigenen klang verbunden. das blatt füllte sich mit bizarren blüten, die ineinander verliefen, stengel und blätter verflochten und mit einander verschmolzen, während sie gleichzeitg eine dem ohr vernehmbare melodie in den wind schrieben. ich schaute von oben auf das geschehen und ließ mich von der melodie einwickeln, wie in einen kokon aus seide, dem zum schluss, bevor ich ganz eingesponnen war, die gesamte palette frühlingshafter düfte entströmte.

 

 

 

BirgitH. (www.pixelio.de)


Abgesang

Poesie — geschrieben von findevogel am 15 Mär, 2009 @ 23:16

werde Leinen kappen

und den Anker lichten

auf den Wellen  des Lebensmeeres

meinen Zielen entgegenrauschen

wie ein wilder Schwan

der in sich den wahren Kompass trägt

und  vor dem letzten Gesang

den ganzen Horizont ausloten will

um dann, später, hinüber zu fliegen

frei und ohne Angst


verrückt geträumt

Zwischen Jahreszeiten ein belebter Moment — geschrieben von findevogel am 15 Mär, 2009 @ 21:23

1
ich bin die melodie - im traum - die durch die luft zu den ohren der menschen getragen wird, die plötzlich für einen moment stehen bleiben und lauschen. wie unterschiedlich die ohren sind und werden können. manche schrumpfen, andere wachsen mir entgegen. ich setze mich auf das ohrläppchen eines kleinen mannes, der mit großen schritten über die wiese zum teich schreitet und klettere in seine ohrmuschel hinein, da wo die winzigen häärchen sind. er schüttelt sich plötzlich, als habe jemand ihm einen floh ins ohr gesetzt. mit meinen gurgelnden und perlenden tönen kralle ich mich fest. bevor ich loslasse, mich ins moos fallen lasse unter der alten kastanie, die noch so wintermüde aussieht, schenke ich dem mann für heute einen ohrwurm, und da singt er auch schon, er pfeifft seinen hund herbei und singt weiter, immer die gleiche melodie, die sich dreht im kopf wie ein karussel.
2
der kleine mann war durch den tag geschwebt, ohne dass die melodie begonne hatte, ihm auf den geist zu gehen. inzwischen sang er sie laut und leise und in allen stimmlagen.
wie ein mantra brandeten die töne in den körperinnenräumen. sie bewegten etwas. das vibrieren schien blockaden zu beseitigen und auf heilsamen wegen den körper ins gleichgewicht zu bringen. inzwischen jaulte der hund schon mit, was mann und hund auf ihren wegen durch den frühlingslichten park ein wachsendes publikum bescherte.
für einen kurzen moment blieb der mann an einem ton hängen. er lachte lauthals, als er die gesichter der zuschauer sah und dabei stolperte der ton aus seinem mund heraus, als würde er eine steile treppe hinunter fallen.
der holpernde ton fiel allerdings nicht in den abgrund, sondern mitten in die zusammenlaufende menschenmasse hinein, und brachte diese dazu, ebenfalls in ein ansteckendes lachen auszubrechen. das lachfeuerwerk übertrug sich von reihe zu reihe. wie lebendige wellen verband es für diese stunde die menschen miteinander. sie konnten sich nicht dagegen wehren. und schließlich kann man seinem nachbarn nicht mehr böse sein, wenn man gemeinsam kichert, gluckst und lacht. und so prusteten sich die menschen an diesem abend zu und feierten das leben.
darüber freute sich der auslaufende tag so sehr, dass er der nacht versprach, sich zeit zu lassen um genügend nistmaterial für gute traumnester zu sammeln, die in der nacht die menschen besuchen sollten.

 


kurz gedichtet

Poesie — geschrieben von findevogel am 14 Mär, 2009 @ 20:52

 

 

wider den winden
fahre ich kreuzweise durch die nacht
den tagtraum im griff
lege ich mich quer
durchstreife die zeit auf eigene art


wenn es nacht wird

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 13 Mär, 2009 @ 22:57

 

wenn die nächtlichen träume auffahren und wie silberne boote ihre weißen segel aufrichten, um über nächtliche ozeane zu düsen, dann möchte ich im schiff auf den planken unter dem himmelszelt liegen und die sterne begrüßen. ich möchte zu einer insel reisen, jenseits von raum und zeit und eine hängematte zwischen die bäume der wahrheit hängen. und wenn alles still ist in mir, will ich loslassen und leben.


Die Welt steht Kopf

Blass-blaue Tagebücher — geschrieben von findevogel am 11 Mär, 2009 @ 22:38

 

1

In den Rhein sind die Wolken gefallen
sie schwimmen hellblau und weiß mit den Wellen
die sich türmen, heute
lecken schaumbekränzt an Stegen und Molen
überschlagen sich verspielt
purzeln übereinander wie wilde Kinder
wir schauen zu
wie sie miteinander raufen
und ihr Grollen erzählt vom Meer
in Ankerleinen von Schiffen
hängen makabre Figuren
Wassergeister ohne Namen
aus Plastik, Holz und verwitterten Binsen
gestaltet vom Fluss, der fließt und nicht ruht

2

Und aus den Pfützen
die der Regen füllte
springt Frühling deinem Blick entgegen
spiegelt

 Knospen und das erste Grün
die Welt steht Kopf in deinen Augen
in die der Himmel Farben tupft
ein Klingen trägt der Wind
im Spiel mit Schiff und Wellen
an Land die Leute eilen
beschwingt mit festen Schritten
ein Lächeln zeichnet ihr Gesicht
weil endlich Sonne wieder wärmt

3

Das anderswo ein Sterben wütet

das lässt den Frühling kalt

Es webt sich in Gedanken leise

ein Trauerkranz vom späten Herbst

er wird die frischen Gräber zieren

und flicht ins blaue Band

die Trauer und den Schmerz

 

 

 

 

 


Dem Alltag entrungen!

Poesie — geschrieben von findevogel am 9 Mär, 2009 @ 21:57

 

An einem Montag im März
zwischen sieben Uhr fünf und sieben Uhr zehn

1
Rosa Wölkchen niedlich und keck
tupfen Aquarell ins Wolkengrau
sie tragen den Frühling gen Süden
dem Norden bleibt vorerst das Ahnen
2
Auf der Fensterbank der Buddha
meditativ versunken im Blumenmeer
dass den Frühling ins Haus holte
mit Osterglockengelb und Hyazinthenblau
3
Der Morgen legt sich still und heiter
in den beginnenden Tag, der noch ruht
auf schlafmüden Betten mit Puppenkissen
und sich gähnend nun streckt
4
Der Apfelbaum, wie ein Schattenriss
vor leuchtendem Himmel
gleicht einem verfrorenen Bettler
der sonnenhungrig eine Gabe erbittet
5
Kinder, kleine Engel mit Teufelshörnern
sitzen zerzaust am Tisch und trödeln
haben ihre Worte noch nicht gefunden
weil die Stimme nicht wach werden will
6
Träume pflanzten Flausen in den Kopf
verwegene Abenteuer in fernen Welten
und das Kind mit verträumten Augen
hängt dem edlen Sieg noch nach
7
Frischer Kaffee weckt meine Lebensgeister
mischt sich mit blauem Frühlingsduft
und dem Geruch von geschnittenem Brot
den Holztisch deckt gelassenes Beginnen
8
Dieser stille Augenblick am Morgen
hat ein Lächeln in mein Gesicht gemalt
und ich denke an Spuren und Zeichen
die man darin lesen kann, wenn ich alt bin
__________________

 


Es wird Zeit....

Jahreszeitliches — geschrieben von findevogel am 8 Mär, 2009 @ 15:50

 

und Regen fällt in Silberfäden
aus graubewölkten Schleierhimmeln
nichts lässt heut Blau durch Ritzen blitzen

 ***

es hoben Schleier sich vom Wolkengrau
und legten frei das Himmelsblau
wie Seide leuchtet nun der lichte Tag

 ***

ein kurzer Blick ins Frühlingsblau
gewährte mir der Himmel heute
jetzt schließen sich die Schleier wieder
 
foto: Gänseblümchen; sueschi ( www.pixelio.de)

 


Frühsturm

Poetische Kraftpakete — geschrieben von findevogel am 6 Mär, 2009 @ 20:36




Ich will einer Fahne gleich
mich in den Wind hängen
und den fliegenden Funken
mit Sturmaugen folgen
bis sie sich niederlassen
zwischen abgestorbenem Holz
und sich ein Freudenfeuer entzündet

ich will hinunter fallen
wenn die Zeit reif ist
will mit Frühlingswinden und Wurzelzwergen
ums Feuer tanzen
wie ein Irrwisch im Flammenkleid
dem Wasser nah
und dann in den Wellen erlöschen


Von einer Feuerrose

Von einer Feuerrose — geschrieben von findevogel am 6 Mär, 2009 @ 15:26

 

6
Das Essen war vorüber, der Abwasch erledigt und auch der Küchentisch abgewischt - endlich Ruhe - alle Kinder hatten sich in ihre Zimmer oder den Garten verzogen. Der kleine Niklas träumte noch.
Frau Nielich setzte sich in den bequemen Stuhl mit den Armlehnen, nippte am Kaffee, den sie sich sich immer um diese Zeit zuzubereiteten pflegte und der ihre Mittagspause nun endgültig einläutete.
Die Kinder wussten Bescheid, dass sie Mutti in der nächsten Stunde nicht stören durften. Sie riskierten gewaltigen Ärger, wenn sie ohne besonderen Grund diese heilige Stunde stören würden.
Frau Nielich nahm nun im Zeitlupentempo den zartgelben Brief aus dem Strauss, führte ihn zunächst zur Nase - er duftete - und dann an die Lippen.
Wer von außen durchs Küchenfenster hinein geschaut hätte, wäre verzaubert gewesen vom Anblick, der nicht mehr ganz jungen Frau, über deren Gesicht in diesem Augenblick ein mädchenhaftes Lächeln huschte.
Frau Nielich nahm nun den Brieföffner aus poliertem hellen Holz in die Hand und öffnete das Kuvert.


Liebe Veronika,

ich bin lange weg gewesen und habe erst jetzt erfahren, dass dein Mann vor einem Jahr plötzlich verstorben ist. Ich bin sehr traurig darüber, denn Claus war lange mein bester Freund. Es tut mir so Leid, dass ich nun nicht mehr mit ihm sprechen kann. Ich hätte ihn gern um Verzeihung gebeten - du weißt um diese unglückselige Sache zwischen ihm und mir - hoffe, dir und den Kindern geht es gut. Du weißt, dass ich dich sehr schätze. Gern möchte ich dir meine Hilfe und Unterstützung anbieten. Das bin ich meinem alten Freund schuldig und auch der Erinnerung, vieler im Kreis eurer Familie verbrachter Stunden, an die ich mich gern zurück erinnere.
Ich würde mich sehr freuen, von dir zu hören.
Ich bin immer noch ohne Anhang und mir geht es finanziell ausgesprochen gut, deshalb würde es mich freuen, wenn du mit den Kindern folgendes Angebot annehmen würdest:
Vor kurzem erwarb ich eine Immobilie auf der Insel Rügen, genauer gesagt im Seebad Binz. Ich möchte dich einladen, dort mit deiner Familie, falls ihr nichts anderes geplant habt, Urlaub zu machen. Ich weiß, mein Angebot kommt sehr kurzfristig, aber die Wohnung in einer alten baltischen Villa, frisch renoviert und gemütlich eingerichtet, ist großzügig geschnitten und bittet für euch alle ausreichend Platz.

In der Hoffnung einer Zusage, erwarte ich deine Antwort. Melde dich bitte.

Von Herzen grüßt dich, dein alter Freund Stefan

 


von oben geschaut

Stadtmosaik — geschrieben von findevogel am 5 Mär, 2009 @ 22:42
dem dom liegen die gärten zu füßen
jenseits vom grauen asphalt
und den blicklosen fenstern der hohen häuser
ungefügt und grau, aufgebrochen die erde
bereit zur saat
die unter den kühlen winden noch warten muss
hier und da eine verwinkelte laube
abgeblätterte farbe, schmucklos
leblose pflanzen zwischen abgehacktem holz
und erfrorenen blüten
silberfäden regnet der himmel
und segnet die wartenden beete
auf dass es wieder grünt und blüht
unter den zwillingstürmen


Rügen, poetisch

kurz notiert! — geschrieben von findevogel am 4 Mär, 2009 @ 20:58

 

 

 

Mit Liebe gestaltet und poetisch geschrieben, mein neues Buch bei BookRix. Kaum war es erstellt und veröffentlicht, fand ich meine Ferienwohnung auf Rügen in den Sommerferien.

Viel Spass beim Anschauen. Und natürlich freue ich mich über Resonanz und Feedback. Hier findest du es, lieber Leser! 

 

 


ein keltischer knoten

Poesie — geschrieben von findevogel am 3 Mär, 2009 @ 22:17

 

ich träume mich in dich hinein
so, als seiest du meine höhle
in der ich geborgen und geschützt
meinen inneren frieden finde
wo mein "ichselbstsein" dir die stille
einer weißen winternacht schenkt
und du
dich in mich hineinträumen kannst
als sei ich deine höhle
in der du geschützt und geborgen
deinen inneren frieden findest
wo dein "duselbstsein" mir die stille
einer weißen winternacht schenkt

 


Das muss mal gesagt werden!

Imaginäre Briefe — geschrieben von findevogel am 1 Mär, 2009 @ 23:04

 

 

Liebe Elisabeth,

weißt du, ich muss es mal zum Ausdruck bringen:
ich ahne, wofür du mich hältst, wahrscheinlich für eine weltferne Idealistin. Du irrst dich. So wie jeder andere Mensch lebe ich täglich mein Leben mit seinen Schwierigkeiten und Hindernissen.
Ich sehe viel, von dem du nicht mal etwas ahnst. Ich sehe wie Menschen sich zerreißen und klein machen, bis sie aufgeben oder so wütend werden, dass sie explodieren, und alles was um sie herum ist, dabei Schaden nimmt.

Versuche zu verstehen, ich will nicht meinen Finger in die offenen Wunden der Menschen legen - die eh schon am Leben leiden - wenn ich schreibe. Ich möchte, dass meine Worte heilsam sind. Ich möchte die Menschen an ihre Träume erinnern, an ihre großen, nicht ausgesprochenen Wünsche. Ich möchte sie daran erinnern, wo sie her kommen, wo ihre Wurzeln liegen und ihre inneren Schätze.
In unserer Zeit braucht der Mensch Nahrung aus der nichtmateriellen Welt und von der der anderen Seite des Mondes.

Und das die Worte wirksam sein können, sehe ich daran, wie sie reagieren - berührt und plötzlich weicher, so als öffne sich eine Tür, hinter der eine Welt wieder ersteht, die ihnen schon vergessen war.
Und sie gehen weiter auf ihrem Weg, nur ein wenig aufgerichteter.
Beim ersten Schritt kann ich sie begleiten, aber dann, wenn sie ihre Richtung gefunden haben, müssen sie alleine weiter gehen.

Einen Gruß schickt dir Katharina


Powered by kulando