Flohmarkt-Findling
und wo bleiben wir
mit den übervollen händen
aus denen die worte schäumen
die sich in träume zu schlängeln wünschen
nichts außer worte halten die hände
ein füllhorn voller poesie
doch zum zupacken
taugen die finger nicht
der schmerz staut sich am rand der nacht
und in die träume stielt sich bittersüß
ein hauch von überreifen früchten
wo doch der sommer fern sein spiel
mit blüten in den heckennischen treibt
und grüner klee nur kleinen wesen schatten gibt
ein wolkenengel trägt mich fort
in apfelblütenschäume
fern vom meer die amsel klagt
die nacht vergeht im morgenglühen
in meine händen bettet sich der traum
der raum öffnete sich vor meinen augen
aus den wänden wächst mir ein wald
heckenrosen ranken durch fenster und türen
stämme wie säulen, winterkarg
hin zum frühling färben sich zweige maigrün
blätter streichelt der wind
weiße blüten von schlehen rieseln
kränzen ebenholzfarbenes haar
lippenrot so stumm, wangen so blass
in weiße schleier gekleidet
trug man die braut zu grabe
als die sommerkirschen lockten
wenn seelen sich
treffen
zwischen zeit und raum
und traumverwehten spuren folgen
immer wieder die frage
wer hat die zeichen gemalt
die nicht wort sind
sondern ton und klang
der ohne ende
über horizonte klingt?
und immer sind da diese weiten
die zu überbrücken nur ein traum vermag
wenn ich mit meinem wolkenschiff an dir vorbei ziehe
wirst du mich sehen?
wirst du meinen traum ergreifen, wie ein seil
das verbindung schafft für einen augenblick
wissend, dass nur dieser moment
einer insel gleich
im lebensozean früchte trägt
da war im traum ein ferner gott
dem ich mein herz zu füßen legte
und blut, so rot, ließ rosenblüten wachsen
im heißen sand der wüstenzone
es lief ein dornig zittern über meine haut
und winde hatten freies spiel
im atemzug der ewigkeit
als raum und zeit und klang
noch ungetrennte dinge waren
wenn tränen sich mit den wellen mischen
verflüssigt sich dann der schmerz?
zieht er mit den schaumkronen gen norden in das land der alten götter?
wenn sie auf ihren steinernen thronen regieren, schweigend
tragen sie am saum des wassers die last der welt
der blick ist leer - von wind und sand glatt geschliffen
ihr haupt schwebt in den wolken
eine möwe hockt auf den fein gemeißelten füßen
erhaben und gelassen überdauern sie die zeit
und eine nimmt ein bad, lässt sich vom wasser tragen
um neugeboren zu stranden hinter dem horizont
ich werde aufhören zu träumen, eine weile
und die sternenschuhe an den haken hängen
vielleicht irgendwann
wenn der silberschweif den himmel flügelt
werde ich sie wieder anziehen für jemand
um auf wolkenschiffen zu gleiten
über horizonte zu springen
und ihn in sektperlenden ozeanen zu umarmen
doch jetzt trägt das leben mich hart
ich werde aufhören zu träumen, eine weile
irgendwo
vielleicht zwischen zeilen
liegt niemals
wer weiß
wirst du finden
nirgendwo
nirgendwo
vielleicht hinter worten
liegt bald
wer weiß
wenn du suchst
irgendwo
was bleibt
vom morgen
ist jetzt
verliert seine spur
im gestern
Wenn das Leben nicht rund läuft, sollt Mensch es sich in einer Ecke gemütlich machen.
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