findevogels fundstücke

Der Herbst beginnt!

Heckengeschichten — geschrieben von findevogel am 24 Sep, 2009 @ 08:31

Immer wieder flüchte ich mich hinter die Hecken. Hier bin ich gern allein. Den Zugang findet nur, wer beherzt genug ist. Manchmal treffe ich dich dort. Wir sind ohne Alter und dem inneren Kind nah. Neugierig schauen wir durch die kleinen Fenster zwischen den verflochtenen Zweigen und staunen über die übertriebene Hektik der Menschen. Ihrt Kommen und Gehen, das stete Eilen.  Was sehen sie vor sich in ihrem rast-und ruhelosen Streben? Und was verpassen sie am Rande?
Lange Schatten wirft der September an lichten Tagen ins Moos.
Hier ruht ein Geheimnis. Es gehört uns!
Und der Wind bewegt die Blätter.
Sie rascheln trocken - und erinnern daran, dass es Zeit ist, die Ernte einzufahren,die ausgegrabenen Schätze zu sichten und an einen sicheren Ort zu tragen.
Wenn unser Winter beginnt, werden wir froh sein, rechtzeitig geerntet zu haben.
In der Natur schließt sich der Kreis. Wir sind darin.
Geborgen!


ein verlorener traum

Heckengeschichten — geschrieben von findevogel am 29 Aug, 2009 @ 23:18

 

sie hatte den traum in ihre handtasche gepackt, zwischen federmäppchen, notizblock und handy und den reißverschluss entschieden und ruppig zu gezogen. der traum sollte schließlich nicht verloren gehen. sie fragte sich gerade, ob der duft ihres lieblingsparfums auf ihn abfärben würde? vielleicht hätte sie ihn besser doch gleich ins notizbuch geschrieben, denn so weggeschlossen und abgelegt, wollte er sich partout nicht erinnern lassen. nur im inneren der schwarzen tasche aus weichem leder tobte der traum zwischen tausend dingen mit papiertüchern und einem roten lippenstift, dem die kappe entwichen war, um seinen platz.
einstweilen dachte die frau an andere dinge. träume sind letztlich nur schäume.

woher aber kamen nur die nadelfeinen dornen, die in ihre gedanken pieksten, als sei da eine unsichtbare hecke, die sie zu durchdringen hätte?


Ein Wortpfeil, der mich traf, ließ mich erzählend spinnen

Heckengeschichten — geschrieben von findevogel am 19 Sep, 2008 @ 23:39

Der Wald ist dicht, ein Weg zwischen Bäumen und Gebüsch nicht zu erkennen. Der junge Schütze im grünen Gewand ist hochkonzentriert, der muskulöse Körper gespannt, wie der Bogen in seinen Händen. Die Augen sind geschlossen. Er schaut nach innen, sucht die Entsprechung - eine Resonanz, die sich im trainierten Körper als Spannung aufbaut und etwas später in Form, Farbe und Ton auflösen wird.
Wie in einem Spiegel breitet sich dann hinter dem inneren Auge eine Landschaft aus. Zuerst erheben sich Konturen aus dem Dunkel.
Die Sicht kippt, wenn das Bild vollständig ist!
Von oben sind nun Nadelwaldsegmente, Parzellen, Hecken, Feldflure, Wiesen und Brachflächen zu erkennen.
Der innere Raum füllt sich mit Stimme, viele Stimmen - ein Klagen, Jaulen - ein Wolfsgeheul. Und nun sieht der Junge sie auch in seiner inneren Landschaft.
Er öffnet die Augen und weiss, in welche Richtung er eilen muss.Vorsichtshalber liegt ein Pfeil abschussbereit im gespannten Bogen.


Was ich weiß und doch nicht weiß 2

Heckengeschichten — geschrieben von findevogel am 22 Jul, 2008 @ 11:51

Nun steh ich hier und weiß nicht - gehen oder bleiben - die Melodie von Chopin - ich bin mir sicher - dringt wie von Feenhänden gespielt an mein Ohr. Ob die Frau noch lebt, von deren Künstlerinnenhänden meiner Oma erzählte? Wahrscheinlicher wohl, es gibt eine Nachfolgerin. Ich bin wie verzaubert.
Wie war das noch? Woher kannte Oma sie?

Meine Großmutter lebt schon viele Jahre nicht mehr, und diese Geschichten, sie muss sie mir erzählt haben, als ich ein kleines Mädchen war. Ob Mama noch etwas weiß? Ich könnte sie anrufen. Das Handy ist in meiner Jackentasche.

Einstweilen bleibe ich stehen, gehen kann ich immer noch, wenn die Musik verstummt ist. Durch die Zweige der Hecke wage ich einen neugierigen Blick in den verwunschenen Garten. Es beginnt zu regnen und ein Rosenzweig streift meine Stirn.


Was ich weiß und doch nicht weiß

Heckengeschichten — geschrieben von findevogel am 19 Jul, 2008 @ 12:59

Hinter der Hecke ist die Spitze des Dachgiebels gerade noch zu sehen.
Weiß ist das Haus und eine Luke zum Dachboden ziert den Giebel.
Einmal bin ich schon um die Hecke herum gegangen, ohne den Eingang zu finden.
Ich bin schon lange auf dem Weg, um dieses Haus zu finden, von dem ich aus meinen Träumen weiß, wie es innen aussieht.
Die Träume waren in Bruchstücken bezwingend plastisch. Im Erdgeschoss liegt neben der großen Küche ein Kaminraum mit Holzdielenboden und großen Fenstern und Türen zum verwilderten Garten.
Eine begabte Pianistin verbrachte hier viele Stunden am Klavier, während die weißen Chiffon-Vorhänge sacht vom Wind verweht wurden, der von draußen den sommerlichen Blütenduft ins Haus trug.
Ob das Instrument noch an seinem Platz steht?

Viele Fragen, aber noch kein Weg, um die Hecke zu überwinden. Ich werde ins Dorf gehen und beim Bäcker Fragen stellen. Wer weiß, vielleicht habe ich ein winziges Detail übersehen. Ich zögere nicht und wende meine Schritte zurück über den Kiesweg, der mich schon hierher getragen hat.
Ob meine Ohren sich täuschen? Verwehte Klänge einer Melodie dringen an mein Ohr.


Zwischen Sekunden ein stiller Moment 35

Heckengeschichten, Zwischen Sekunden ein stiller Moment, Jahreszeitliches — geschrieben von findevogel am 12 Mär, 2007 @ 22:24

Ich habe Kraft getankt in meiner Stadtrandoase.

Noch sind die Obstbäume kahl, aber MEIN Baum, verwurzelt am Rande der mit Heckengehölz umfriedeten Wiese, gab mir etwas Wärmendes, wird jedesmal ein bisschen mehr mein Freund. Was da strömt, fühlte sich lebendig an und positiv . Ob der Baum mich kennt? Fast möchte ich es glauben. Wer kann schon wirklich sagen, was ein Baum erinnert? Er ist ein lebendiges Wesen. Es fließt in ihm.
Vielleicht bewohnt ein sensibler beweglicher Geist den jungen Riesen. Auch zwischen Baum und Mensch funktioniert Kommunikation: Heute sah ich eine Flut von Bildern, so als sei ich auf der Reise in ein uraltes Land. Eine Allee aus Zwillingsbäumen öffnet sich und gibt den Weg frei. Nein, es ist nicht die Dornrosenhecke, die sich dem Prinzen öffnet, aber es wirkt auf ähnliche Weise magisch, und die Baumreihen nehmen kein Ende. Immer wieder neue kahle Zweige, die sich mir entgegenstrecken, einander berühren, mir zuwinken, sich durchdringen. Schattenrisse und erste kleine Blattknospen. Während meine Stirn an seinem Stamm ruht und ich die Augen geschlossen halte, zeichne ich mit den Händen die rauhe und zerfledderte Borke nach. Ob er sich schuppt? Es ist Frühling, und er wächst, mein Baum. da dehnt sich die Rinde und reißt.
Ich werde richtig wach, obwohl ich eben noch hundemüde war.

Und dann - beim Nachhausegehen - höre ich ihre Rufe, schaue nach oben und sehe die perfekte Eins einer Wildgänse-Schar in nordöstliche Richtung über mich hinweg ziehen. Oder waren es doch Kraniche?
Kurze Augenblicke des Einsseins mit der Natur um mich herum. Ich bin beglückt, beschenkt und gestärkt.

Bald werde ich meinen Wolfshund finden. Ich sah ihn schon - neulich - mitten in der Stadt. Eine Hundeschule übte das angemessene Verhalten von Herr und Hund im Großstadtverkehr.


geschichten, dem wind in der hecke erzählt

Heckengeschichten — geschrieben von findevogel am 16 Dez, 2006 @ 22:18
einst war ich klein, mein freund - ganz klein, aber ich bin schnell gewachsen. ein baum wurde ich und der platz an dem ich stand war nicht schlecht. so durfte ich mit den wurzeln tief in die erde dringen und meine zweige streckten sich ins licht.

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So wie die Hecken!

Findevogel, Heckengeschichten — geschrieben von findevogel am 18 Nov, 2006 @ 22:15



wer von klein auf Hecken gewohnt ist, bleibt ein Heckengänger!
Ausgeheckt und zwischen den Zweigen im Nest ausgebrütet, verbergen sich kleine Wunderdinge - selbst Findevogel kehrt immer wieder zurück ins Heckennest. Was hat er mir heute erzählt?

"Na klar verstehe ich Dornröschen hinter den sieben Hecken! Ich traf sie hinter den blauen Bergen, und wir erzählten einen Tag und eine Nacht lang miteinander. Jetzt kenne ich ihr Geheimnis: Wie sie sich gefühlt hat, als der Prinz - ein Mann, der die Dornen durchbrach - sie mit einem Kuss erlöste, ihr das intensiv pulsierende Leben zu Füßen legte, und sie sich Hals über Kopf in ihn verliebte. Überall hin wäre sie damals mit ihm gegangen. Es ist ja nicht so, dass Dornröschen vor ihrem tiefen Schlaf einfältig, dumm und faul gewesen wäre. Nein! Einst machte sie sich auf, um alles zu erkunden. Sie spürte, dass es ein Geheimnis in ihrer Familie gab, dass unausgesprochen blieb. Instinktiv wusste sie, dass nur die Enthüllung des Geheimnisses, sie und ihre Familie erlösen würde. Diese Leerstelle musste sie erkunden.

Wahrheiten sind oft schmerzhaft, so wie die Spindel, die sie stach, und Wahrheiten können für lange Zeit lähmen. Wie gut, dass die Zeit meist Heilung bringt. Erst dann kann das Leben mit seiner Leuchtkraft neu beginnen. Nicht wenige Frauen lieben den, der sie rettet, bei Dornröschen war es anders: Sie verliebte sich in das Leben selbst, und beschloss, es aktiv zu gestalten und mit allen Gefühlen, die dazu gehören, in vollen Zügen zu genießen.“


zwischendurch gedacht 10

Heckengeschichten — geschrieben von findevogel am 2 Sep, 2006 @ 17:57
wer bist du - einer, der täglich im schatten des apfelbaumes über meinen gartenzaun schaut - aufmerksam – du kommst und gehst, willst wohl nicht gesehen werden – ich versuchte schon, durch die hecke zu dringen, aber wenn ich es trotz der dornen geschafft hatte, warst du schon weg – nur dieser besonderer duft - eine unbeschreibliche essenz - lag noch in der luft - was suchst du - fremder - nein, ich fühle mich wirklich nicht gestört – und ich weiß, wenn man einen wilden garten hat, dann bleiben die besucher nicht aus - allein der apfelbaum mit seiner fast reifen roten fülle lockt die interessierten, die neider, die besserwisser, die freundlichen und die boshaften – gestern malte mir jemand zum glück einen schützenden kreis um die hecke herum - ich glaube, ich kenne dich, aber immer liegt dein gesicht im schatten - nur die Silhouette ist beständig gleich - komm doch mal rüber, ich bin neugierig - die geschichten der menschen , ihre ideen und visionen berühren mich - ich suche den austausch, lerne gern von jedem - erfundene geschichten und lyrische zeilen die habe ich besonders gern - komm trau dich doch - hinterlasse ein paar spuren, die mir von dir erzählen - nein, nein, ich bin keine hexe und auch kein nimmersatter menschenfresser – nur eine neugierige frau, die fragt und gerne findet


Die Hecke ist dicht!

Heckengeschichten — geschrieben von findevogel am 8 Jul, 2006 @ 15:05
Meine Hecke ist längst dicht. Die Dornen zeigen nach außen. Innen bleibe ich unverletzt, auch wenn du immer weiter beleidigst, stichst und abwertest trifft mich nur ein letzter bitterer Rest, wie eine Bestätigung dessen, was ich längst weiß. Ich bin dabei, immun zu werden. Hassen werde ich nicht. Wir sind auf der dunklen abgewandten Seite des Mondes angekommen - gefährliche Energien werden dort freigesetzt - ich entziehe mich - von der dunklen Seite der Macht will ich mich nicht leiten lassen.

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Kraftorte

Heckengeschichten — geschrieben von findevogel am 20 Apr, 2006 @ 10:33

Ich kenne einen Kraftort ganz in meiner Nähe - man läuft etwa 40 Minuten über Feld-und Waldwege. Mitten im Wäldchen liegt ein offener aber künstlich angelegter Obstgarten, ganz nah an der Bahn-Trasse.

Aber dieser Ort hat Zauber - wenn ich mich diesem Platz nähere, wird mein Herz weit, ich kann es kaum abwarten, dorthin zu kommen. Das Licht ist besonders, nie begegne ich dort Menschen. Ich bleibe mitten drin stehen, fühle die Stille - nein es ist nicht wirklich still, denn viele Vögel zwitschern, und ab und zu rauscht eine Bahn vorbei - aber die Kraft spüre ich intensiv. In den "Heiligen Hainen" muss eine ähnliche Stimmung geherrscht haben. Es ist, als lade ich eine Batterie auf.

In Frankreich fand ich viele Kraftorte. Einer davon ist " L`Abbaye de Beauport" in Paimpol, Bretagne. Ich reiche in den nächsten Tagen mal ein paar Fotos nach. Beauport ist mir gerade eingefallen, weil die Abtei einen bezaubernden Apfelgarten besitzt und hinter der Klostermauer siehst du den Atlantik.

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Ich fasse es ja nicht, Gunda, so nennt man das heute!

Heckengeschichten — geschrieben von findevogel am 12 Mär, 2006 @ 11:46
Heckengeschichten 3

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Also nee, liebe Frieda, das muss man sich mal vorstellen!

Heckengeschichten — geschrieben von findevogel am 11 Mär, 2006 @ 00:20
Heckengeschichten 2

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Heckengeschichten 1

Heckengeschichten — geschrieben von findevogel am 10 Mär, 2006 @ 08:09
Kann sich eine Hecke sehnen!

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Einstweilen bleibt die Hecke verwaist 2

Heckengeschichten — geschrieben von findevogel am 26 Feb, 2006 @ 22:53
Wenn ich mir die Heckengeschichte....
....so anschaue, finde ich viele Angelpunkte, an denen ich beginnen könnte, neue Geschichten zu erzählen:

Was erzählen die Märzbecher den Schneeglöckchen?
Fühlt sich der Winter hinter den Hecken wohl?
Welche Lieder singt die Amsel und wo wird sie warum in diesem Jahr ihr Nest bauen?
Wo ist die Pforte versteckt und wie finde man den Schlüssel?
Warum bekommt Herr Achtsam von Nebenan jedesmal Stilaugen, wenn er vor der Hecke steht?
Was hat es mit dem Gast auf sich, der mit dem Zweitschlüssel über das Gebirge geflüchtet ist, ohne seine Handynummer zu hinterlassen?
Warum vergaß er, das Tor wieder abzuschließen?
Wer ist denn nur diese seltsame Frau Rosenrot?
Warum lebt sie in einem Park, den sie Garten nennt?
Wer mag die Kröte Neunmalklug sein?
Welches Geheimnis verbirgt sich auf der Kröteninsel?
War der Silbersee schon immer da?
Ein verwunschener Frosch erzählt seine Geschichte.
Die Geschichte von der Tochter, die nicht hören wollte!
Von einer, die auszog, ihr Schlüsselglück zu suchen
Wo hat Frau Rosenrot den Märchenerzähler aufgegabelt?


und, und, und ...genug, um jeden Tag eine Geschichte zu erzählen - smile -


Einstweilen bleibt die Hecke verwaist!

Heckengeschichten — geschrieben von findevogel am 25 Feb, 2006 @ 13:33
Die Hecke schützt vor unerwünschten Blicken, lässt aber dem, der in ihr lebt, Ausblicke zwischen den verflochtenen Zweigen. Besonders im Winter sieht man schon von weitem, wer sich dem Garten nähert.

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