findevogels fundstücke

Boten aus der Zukunft

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 1 Mai, 2009 @ 18:49

 

Ich gehe quer, verkreuzt im Rückwärtsgang
und bringe Bilder aus dem fernen Land, das Zukunft heißt.
Der Bote sitzt auf einem Thron
und trägt aus wilden Früchten einen Kranz im langen Haar.
Die Augen sind geschlossen und aus den Händen rinnt ein Fluss.
Er weitet sich zum Meer, indem ich schwimme
als blauer Fisch, der morgen sich zum Vogel wandelt.
Ich seh´ den Bruder - der versunken zwischen Trödel - sich über alte Bücher neigt
und mittendrin im Trubel eine Ruheinsel um sich schafft.
So klar sein Geist und Amseln zwitschern im verfilzten Haar.
Mein Herz schwingt ein in diese Stille und stolpert fast
weil soviel Nähe plötzlich ist
und alle Grenzen fallen ohne Widerstand.
Mein Meer,
es schmiegt sich um die Insel und hält sie fest umschlossen
den Perlenstrand im Muschelhafen.
Und jenes Haus, in dem ein golden Kind erwacht
es nennt sich Schloss der tausend Träume.

 


im traum

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 31 Mär, 2009 @ 22:00

 

 

etwas war mir im traum wiederfahren. eine warnung vielleicht, dass ich schon einmal an einem ähnlichen punkt im leben stand. während ich im erwachen darüber nachsinne, warum sich manche dinge wiederholen, erkenne ich die potenziale, denn auch damals fanden sich gute wege. so war der traum wohl eher erinnerung als mahnung.
der tag hing mit dem kopf noch in den wolken und das zwielicht legte sich wie graues feenhaar um seinen kopf. über den wolken war der himmel leergefegt. die sterne löschten gerade ihr licht. da kam der morgenwind und pustete den tag aus seinen träumen heraus.


rosarot, der morgen

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 24 Mär, 2009 @ 09:03

 

kleine lichte wölkchen schweben über den himmel
der nicht grau sondern blaugrau erscheint
winzige blaue fenster hier und da
ein versprechen?
im traum wuchsen der hecke schon rosenblüten
ein spatz tschilpte fröhlich im gras
im liebeslied der amsel sang auch klagen
wenn in die träume
sehnsucht wuchert
nach den sommerlichen gestaden 
gleitet ein schatten über die erde
und hinterlässt eine grüne spur
wenn er über den horizont springt.


ein gruß in die nacht!

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 24 Mär, 2009 @ 08:59

 

die kleinen wellen, die mit dem schilf spielen, tragen weiße kronen. es ist zum sterben kalt. sturm tanzt in den wipfeln der weiden. leiser singt der see sein lied.
ich folge dem kleinen boot, das mich zu den grünen wiesen trägt und den heckenumsäumten königreichen.
sag, freund, wenn wir uns auf dem schachbrett des lebens begegnen - wie nah dürfen meine zweige die deinen berühren?
ich wachse dir entgegen. es liegt nicht in meiner macht, es zu verhindern.
dinge geschehen ohne mein tun.
eine dame behauptet ihren platz und der könig, ein einsamer regent, zählt worte, die wie blätter in den zweigen grünen. blüten wird der rosenstock tragen, wenn im mai die nachtigallen singen und am see wieder kleine boote mit aufgeblähten segeln die botschaften überbringen.


mit dem frühling im blut

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 17 Mär, 2009 @ 07:50

 

der traum war seltsam abstrakt. er bestand aus farben, die auf weißes papier tropften. jeder farbtropfen war mit einem eigenen klang verbunden. das blatt füllte sich mit bizarren blüten, die ineinander verliefen, stengel und blätter verflochten und mit einander verschmolzen, während sie gleichzeitg eine dem ohr vernehmbare melodie in den wind schrieben. ich schaute von oben auf das geschehen und ließ mich von der melodie einwickeln, wie in einen kokon aus seide, dem zum schluss, bevor ich ganz eingesponnen war, die gesamte palette frühlingshafter düfte entströmte.

 

 

 

BirgitH. (www.pixelio.de)


wenn es nacht wird

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 13 Mär, 2009 @ 22:57

 

wenn die nächtlichen träume auffahren und wie silberne boote ihre weißen segel aufrichten, um über nächtliche ozeane zu düsen, dann möchte ich im schiff auf den planken unter dem himmelszelt liegen und die sterne begrüßen. ich möchte zu einer insel reisen, jenseits von raum und zeit und eine hängematte zwischen die bäume der wahrheit hängen. und wenn alles still ist in mir, will ich loslassen und leben.


Raureife Schönheit

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 17 Dez, 2008 @ 10:49
 
nach einer zerträumten nacht ohne klare bilder finde ich mich im morgen wieder. ein morgen, der eisige bilder raureifverzierter schönheit auf eine riesige leinwand gemalt hat. ein frösteln berührt die haut und die träume - nicht entschlüsselt - werden zu sternen, die immer da, aber nicht begreifbar sind. wirklich ist dieser moment, in dem ich mich spüre und die kälte, die meine haut berührt, sie prickeln lässt, mich die körperliche einfassung deutlich spüren lässt - das bin ich und alles was da drinnen ist, auch - die füße, die sich in den stiefeln bewegen, weil sich die zehen gegenseitig wärmen müssen. hände, die sich tief in die manteltaschen verkriechen und meine augen, die trunken sind von der blendenden schönheit um mich herum.
augenblicke, die zeit anhalten.


sommeroasen 1

Jahreszeitliches, Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 15 Jul, 2008 @ 17:47

der wind kreiselt und wirbelt um mich herum, zerzaust mein haar, nestelt an der luftigen kleidung. die haut ist sonnentrunken. ich sitze im schatten und höre dem wispern der blätter zu. es ist ruhe und gelassenheit in mir an diesem sommertag, an dem die zeit stehen bleibt und mir bunte tagträume schenkt. ein buch entgleitet meinen händen. ich trinke etwas kühles wasser und schließe die augen. in meinem kopf wachsen silben, blühen worte, reifen sätze, die sommerklang tragen und große schatten werfen. essenz vieler sommer verdichtet und verwoben mit blumenduft. dazwischen funken lichtreflexe unter den lidern - sonnenpunkte. ein lächeln wandert durch die welt - vielleicht gar von mir zu dir. ich horche in mich hinein - es fließt zwischen fingerspitzen und zehenkuppen - alles im fluss - auch im rechten ellenbogengelenk, wo es noch schmerzt.


Marc Chagall

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 21 Jun, 2008 @ 20:47

Immer schon wollte ich mal einen Text schreiben, der von den Chagall-Bildern, die ich sehr liebe, und die mich immer wieder auf ganz besondere Weise berühren, inspiriert ist.
Heute nun fand ich Zeit und Muße, das Vorhaben umzusetzen.


Marc Chagall: Blue Landscape

Die Nächte verlassener Seelen und wahrhaft Liebender sind blau. Von jenem Blau, das man von der Stunde zwischen Tag und Nacht kennt, die man ab und zu bei bestimmten Wetter- und Lichtbedingungen genießen darf, dieses Blau, das sich so oft in den Bildern von Marc Chagall findet.
Es ist das Blau von Sehnsucht und Erfüllung.
Wie eine geschlossene Kugel trägt es in sich einen unendlichen Raum ohne Zeit. Das magische Strahlen scheint geradezu geschaffen, um für die einen Balsam in einsamen Stunden zu sein, für  die anderen Paradies, eine Nische, in der auch das Unmögliche möglich erscheint.
Aus der Feder betörter Dichter schnörkeln sich Buchstaben zu Texten von  bizarrer Schönheit auf weißes Papier.
Maler halten inne und den Pinsel hoch -  verlieren sich für einen Moment in den eigenen Farben, die fremdartig leuchten.
Der Cellist horcht in den Klang seines Instrumentes hinein. Es klingt neu und erscheint wie die Eingebung aus einer anderen Welt.
Liebende flüstern Koseworte und schwören sich unter Küssen Ewigkeit.

Die verlassenen Seelen gleiten sanft in einen erholsamen Schlaf und ihre Träume gleichen der besonderen Dichte einer lauen Sommernacht, in der unzählige Blumen ihren Duft verschwenderisch verschenken und die Nachtigall ihr Lied singt.
Kleine Engel purzeln aus verblauten Wolken.
Während der Ritt auf dem gelben Pegasus sie über die roten Dächer einer kleinen verschlafenen Stadt trägt, wartet ein Einhorn hinter dem einzelnen Baum am Rande der Nacht. Und der Mond spielt auf der Geige eine Melodie, die zu Herzen geht und sich wohltuend in die Seele eingräbt.
Unten auf dem Platz vor den Häusern haben sich Menschen versammelt, um mit angehaltenem Atem den weißen Fisch anzustarren, der unter einem Dach aus bunten Lampignons auf einem unsichtbaren Seil tanzt.
Und beinahe verschwimmt eine Akrobatin, die völlig entspannt und verträumt erscheint und kopfunter an einem schwingendem Trapez hängt,  mit den aufziehenden Wolken.
In dem enganliegenden Rosenkostüm scheint sie den Märchen aus tausendundeiner Nacht entsprungen.
Über allem haben sich Anima und Animus endlich gefunden.
 Sie verschmelzen und entschwinden in der blauen Kugel, die sie wie ein Raumschiff in eine andere Welt entführt.

 

 





Zwischen Tag und Nacht 11

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 2 Feb, 2008 @ 18:46

Dieser Tag hat ein Besonderes: vom Schnee, der am frühen Morgen gefallen ist blieb in den Vororten der großen Stadt keine Spur. Um zehn Uhr morgens tragen nicht einmal mehr die Dächer der Reihenhäuser, die dicht zusammen gekuschelt der Kälte zu trotzen scheinen, einen pulvrigen Rest vom Weiß. Die Nacht hatte den Morgen wie eine weiße Wolke in den Tag entlassen. Der Duft von Schnee bleibt haften und wirkt unbewusst besänftigend.
Ein Tag, um bei sich zu sein, leise, fast zärtlich vergehen die Stunden: keine Hetze, kein Stress und diese Fröhlichkeit, die still ist und sich dem genauen Beobachter nur in den winzigen Veränderungen um den Mund herum und in den Augen verrät. Es sind nicht die theatralischen Gesten und Auftritte, einer großen Bühne angemessen, die diesen Tag umkränzen, es sind die knappen und abgezirkelten Bewegungen und Abläufe, die kein Publikum brauchen, die dem Tag Struktur geben. Eben diese kleinen unscheinbaren Dinge: der Zauber erster Schneeglöckchen in ihrem unschuldigen Weiß , fröhliche Stimmen am Telefon, ein besonderer Brief und der Duft einer nährenden Suppe auf dem Herd in der samstäglich geordneten Küche mit den frisch geputzten Fliesen, die schon den Sonntag würdigt, der etwas zu versprechen scheint. Vom Karnevalstrubel verschont, dringt kein Lärm in die Stadtrandoasen, die manchmal kleinkariert und bieder vorgeben, das Größte zu sein und mich fast zur Verzweiflung treiben.
Aber da ist - nur ein paar Schritte entfernt - noch Feld und Weite, ein kleiner Wald, und in der Nähe ein See. Bald werden die Lerchen wieder fliegen. Die Amsel sang gestern ein betörendes Lied.

Sagte ich schon mal, dass ich Samstage liebe?


Vom alten Jahr, das nicht gehen wollte

Jahreszeitliches, Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 1 Jan, 2008 @ 13:39

Das alte Jahr tat sich schwer, denn etwas hielt es in den verborgenen Zwischenräumen fest, als warte es darauf, dass noch etwas Wesentliches in den eingefrorenen Momenten voll erstarrter Lichter am Himmel erscheinen würde. Es wollte nicht wahrhaben, dass es Zeit war zu gehen. Im silbergrauen Bart verfingen sich lange Eiszapfen. Die ablaufenden Stunden begannen sein Blut zu gefrieren, aber wie ein störrisch gewordener alter Mann beharrte es auf dem Bleiben.
Was hielt das überreife Jahr in den Abgründen seiner abgelaufenen Zeit fest? Es war starr und schwer geworden - beladen, wie ein Holzweib im Winterwald vergangener Zeiten. Die Menschenfrau zwischen den Jahren wünschte sich nichts sehnlicher, als dass es von selbst vom Stängel brechen würde, wie eine exotische Frucht - und sie nichts weiter tun müsse, als die Hände auszustrecken, um es sanft aufzufangen.
Die Zeit stand still und die Luft zum Atmen wurde dünn - nichts ging weiter. So pflückte die Frau schließlich das Jahr , schlug es vorsichtig in Seidenpapier ein, gab ihm einen Namen und seiner Hülle die Gestirne - Sonne, Mond und Sterne - und legte es zu den anderen Jahren ins Speicherregal unter dem Dach neben die letzten Äpfel und Honigkuchen. Leichtfüßig und wie ein neugeborenes Kind lief sie die Treppe hinunter und hinaus in den Garten zu den übrig gebliebenen Hagebutten.
Sie umarmte den ersten Tag des neuen Jahres und malte mit Wunderkerzen Glückssymbole in die Nacht.
Einmal noch blickte sie sich um, sah das Licht unter dem Giebel im Speicherzimmer und bedankte sich mit einem Lächeln.
Dieser Prozess, dessen Ritual jedes Jahr gleich war - immer dieses Zaudern am Ende und das Nichtloslassenwollen - fand ein freundliches Ende, denn nur wenn etwas abgeschlossen ist, öffnen sich die neuen Dinge und beginnen ihre ersten Schritte mit der Leichtigkeit verspielter Kinder.


Blumenfeuerwerk

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Für die lyrischen Geschwister

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 31 Dez, 2007 @ 12:29
ich nehme die Kladde
die graue, die ein Jahr einfing
öffne euch Blatt um Blatt die vergangenen Tage
im Schnee und Eis des Dezembers erstarrt
jeder Augenblick ein Tautropfen
im funkelnden Sonnenlicht
Dornrosenlicht aus den Hecken
eine kleine Spinne die eifrig Netze spinnt
tragbar
verfing sich eine Schneeflocke in deinem Haar
in jenem Frühling, der noch den Winter barg?
Ich puste ihn weg mit den südlichen Winden
und schenke euch
Herzkirschen, die süßen aus Großmutters Garten
in einer Schale aus Glas
mein Blick fällt auf den Schmerz
zwischen den Zeilen verborgen
die Angst, die Blicke trübt
und manchmal ein Hindernis ist
auf den Wegen zu den Quellen
die nie versiegen
ein Bett im Moos mit der Decke aus Laub
und daneben die Herbstzeilosen
die das Jahr ausläuten
Es finden sich Lachen und Weinen in den vergilbten Blättern
der Kladde
die graue, die ein Jahr einfing


Zwischen Tag und Nacht 8

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 28 Dez, 2007 @ 16:55


Manchmal fallen Momente zwischen die Zeiten und jede Pore scheint Auge, Ohr und Nase zu sein - weit und geöffnet - aufnehmend.
Keine Spuren zeichnet das diffuse Licht. Es ist still, denn die Klänge haben aufgehört zu klingen, und die prachtvollen Farben lassen das Herz überfließen. Diese Schönheit, geschenkt für kurze Zeit, ist wie ein Ruf der Ewigkeit, der keine Worte braucht und ahnen lässt, wie weit die blaue Seele fliegt im stillen Raum der Gefühle, Ahnungen und Erinnerungen. Nie bist du den Sternen näher, die wie Geschwister sind und einst ihr Lied in deine Seele gravierten, lange vor der Zeit, damit du es findest in dunklen Stunden, wenn alle Worte schweigen. Da wo die Stille sich zwischen den Zeiten verbirgt, beginnt das Abenteuer.

Abendstimmung im Dezember 3



Heute ist immer noch Weihnachten!

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 26 Dez, 2007 @ 17:41
Weißt du es war noch Nacht - jene besondere Nacht mit ihrem Hauch von Ewigkeit - als der Tag sein lichtes Haupt über den Horizont schob, wie eine Riesin mit wallendem Silberhaar und dem Vollmond auf dem Scheitel - ein paar Wolken zogen südwärts und brachten vom Norden her Frost. Der Himmel färbte sich rosenrot und ich dachte noch: was wird er bringen? Verderben und Tod oder die Hoffnung auf Frühling und Neubeginn.
Da kam der Wind und flüsterte in den Zweigen, und die Amsel suchte nach Futter unter dem Apfelbaum. Das hatte ein heranwachsender Schlingel den Vögeln gestern als Weihnachtsgabe ausgestreut.
Ein paar Spatzen waren frech, sie zankten den großen Vogel, versuchten ihn zu verscheuchen. Sie, die kleinen Spatzen in Scharen mit einem einzigen Ziel - Futterplatz - schafften es immer wieder, sich einzelne Körner zu stibitzen. Während die einen die Amsel provozierten, fraßen die anderen. So bekamen alle, was sie brauchten - die Kleinen und die Großen.
Ich schaute vom Fenster her zu - hörte, was der Wind den Zweigen erzählte - die große Geschichte von Wotan und seinem Gefolge, die in den rauen Nächten zwischen Heilig Abend und Dreikönigstag ihr Unwesen treiben - sah den Vögeln beim quirligen Treiben zu und schenkte der Riesin am Horizont in ihrem Rosengarten mein allerschönstes Lächeln. Ja, ich kniepte ihr zu, während von der Küche her Kaffeeduft herrüber strömte. Ich wollte die Zeit anhalten, diesen Augenblick in die Länge ziehen und seine Essenz wie das Mark von Hagebutten bewahren.
Erstaunt stelle ich fest: es geht! Im Gehäuse meiner Gedanken, dass wie ein Haus mit vielen Räumen ist, öffne ich die Tür zum kleinsten Raum ganz oben, und da leg ich ihn ins Regal zwischen Stollen und Honigkuchen, und für die Weihnachtsmaus lasse ich ein Stück Käse da.

Wann immer ich will, wenn ich es brauche, nehme ich den kleinen Silberschlüssel vom Schlüsselbund, gehe die steilen Treppen hinauf bis unter den Giebel und öffne die Tür: da finde ich ihn wieder, den Augenblick.


Zwischen Tag und Nacht 5

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 8 Dez, 2007 @ 21:36

Zwischen Tag und Nacht haben sich die Gedanken verirrt.

Ihr Klang hatte sich schon gestern in den lauten Geräuschen der Stadt verloren. Und die Worte, die aus ihnen geboren waren, hat der Wind verweht.
Der Gedanke los gelöst von den Wortkindern und dem Klang, steckte fest. Es war dunkel, nass und kalt und so blieb ihnen nichts anderes übrig, als sich in die Hagebuttenhecke neben meinem Haus zu flüchten und die Nacht ab zu warten. Ich habe sie gesehen! Zusammen gerollt, wie ein Knäuel brauner Wolle, verschränkten sie sich in einander und trösteten sich gegenseitig.

"Unsere Kinder sind schlau, sie werden zuerst den Klang finden und dann uns." warf einer von ihnen in die Runde, und ein anderer gab zu Bedenken:
"Ihr wisst doch, die Worte finden uns immer wieder."
und ein dritter meinte.
"Und wenn sie uns nicht finden, dann erfinden wir bessere und ausdrucksstärkere Worte mit einem ganz neuen Klang."
Verhakt an den Dornen der Hecke, konnten sie sich selbst nicht verloren gehen.
"Wie praktisch das ist." staunten sie gemeinsam
Und schon nach kurzer Zeit waren die Gedanken zur Ruhe gekommen und hatten sich in ihre Träume geflüchtet.

In der Zwischenzeit wehte der Wind die Wörter in den höchsten Baum der Stadt : der Weihnachtsbaum aus dem Norden, der mitten auf dem weihnachtlich geschmückten Platz vor der alten Kathedrale stand.

Wie Lametta und bunte Sterne schmücken sie die dunkelgrünen Nadeln, immer bereit beim nächsten vertrauten Klang herab zu regnen. Ihre Aussicht ist gut:
die Menschen eilen hektisch durch die engen Gassen zwischen den Bretterbuden. Ganze Gruppen mit roten Weihnachtsmannmützen auf dem Kopf und dem Glühweinglas in der Hand schlendern vergnügt an den Auslagen vorbei. Auf der Bühne mittendrin singt ein jugendlicher Gospelchor
"oh freedom.." und "we shall overcome". Das klingt nicht schlecht, aber der verlorene Klang ist es nicht, denken sich die Worte und schauen weiter dem fröhlichen Treiben zu.
"Sicher werden wir unseren Klang erkennen, wenn die Bretterbuden schließen und die Menschen nach Hause gehen." flüsterte ein Wort seinen Geschwistern zu.



Zwischen Tag und Nacht 4

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 4 Dez, 2007 @ 22:40

Es ist kurz nach Mitternacht. Die Zeit hat ihre Seite gewechselt. Zwischen den Wolken zeigt sich nur ab und zu der Mond. Unter dem Baum im Moos haben sich die gefallenen Blätter zusammen gekuschelt. Die Nacht ist still, als warte alles auf ein besonderes Ereignis. Es liegt schon in der Luft, hat sich von der anderen Seite der Nacht herüber geschmuggelt. Es ist kalt. Mit den Wurzeln tastet der Baum sich tief in die Erde hinein. Dort ist es warm. Er leitet die Wärme hoch in die Spitzen der Zweige, in denen es schon zu frieren beginnt. Der Baum weiß, was er zu tun hat. Sein braunes Haupt denkt nicht. Er lebt unter dem wechselnden Mond und lässt die Jahreszeiten gelassen an sich vorbei ziehen. Inzwischen fast kahl finden sich nur vereinzelt noch Blätter im Geäst. Die Vögel sind längst in den Süden gezogen. Kohlmeisen, Amseln, Rotkehlchen, Spatzen und Elstern haben vor Stunden schon an geschützten Plätzen den Kopf unter das Gefieder gesteckt. Im Laubhaufen raschelt und schmatzt ein Igel.
Plötzlich setzt sich von oben etwas in Bewegung! Kleine weiße Schneeflocken - spärlich noch - lassen sich zwischen die Verzweigungen fallen, segeln sanft ins gelbe Gras.

Hinter den Hecken ist die kleine Ana erwacht. Etwas ist anders, denkt sie, huscht aus dem Bett und rennt auf nackten Füßen zum Fenster. Es schneit!




Zwischen Tag und Nacht 3

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 3 Dez, 2007 @ 23:07
Wenn ich Baum bin im Winterwald, spüre ich mit Wuzeln die Worte unter der Erde: die vergraben sind, vergessen, gemieden.
Sie sind nicht still und kitzeln meine wachsenden Enden. Morsezeichen tackern sie in mein Holz. Bis ich verstehe, ihre Zeichen aufnehme, sie trinke. Langsam fließen sie durch den Stamm in die Zweige.
Und da kommst du, Liebste, lehnst dich an meinen Stamm.
Mit den Fingerkuppen zeichnest du Borke nach.
Du staunst, denn sie ist warm mitten im Frost. Während du verharrst und die Hände mich ermessen, spürst du das Pochen der Worte unter der Rinde. Was erzählen die Fingerkuppen? Welche Bilder und Gesänge schicken meine biegsamen Zweige? Das Harz an den Händen duftet stark und gut. Es klebt.
Du bist still und ruhig.
Die Zeit hat dir Schweigen geboten. Ein verirrter Sonnenstrahl vergoldet die letzten Blätter und streichelt dein rehbraunes Haar.
Ich, dein Baum, du liebst mich, ich fühle.
Nicht mit Worten spreche ich zu dir.


Zwischen Tag und Nacht 2

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 3 Dez, 2007 @ 00:02

In der Nacht hat der Spalt sich über den Worten geschlossen, sie unter frisch aufgeworfener Erde begraben.
Wer sein Ohr der Erde nähert hört sie wispern. Die Wolken lösen sich auf und verregnen den neuen Tag. Im Regen verschwimmen die Worte, die neu geboren nach außen schlüpfen. Kleine Rinnsale und Kanäle schlängeln sich durch die braunen Feldern, Gedanken tauchen auf und ab. Wie gut die Erde riecht.
Lass es schweigen, gebietet die innere Stimme. Diese Zeit lebt ohne Worte und lässt der Sprache Zeit. Sei still und spüre den Dingen auf den Grund, fühle ihr Sein.
Bis der Regen zu Schnee wird, lass uns die Worte meiden, Liebste. Manchmal führen sie nur weg von uns selbst.
Im Ein-und Ausatmen der Welt liegt schweigsame Größe - nicht zu erfassen - und du bist Teil von ihr.


Zwischen Tag und Nacht

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 1 Dez, 2007 @ 23:44

Nicht die Nacht hatte dem Tag meine Worte gestohlen. Kein Wind entführte die Lieder in ein anderes Land.
In der blauen Stunde zwischen Tag und Nacht öffnete sich ein Spalt, wie ein Trichter. Sie schlitterten hinein, die Töne und Klänge, als sei eine Rutschpartie angesagt.
Es ging schnell. Kaum schmeckte ich den Beerengeschmack der Worte im Mund, schon sprudelten sie perlend über die Lippen in den dunklen Trichter hinein.
Lautlosigkeit und das Verstummen der Zeit ließen mich erstarren.
In dieser Bewegungslosigkeit war mir, als sei ich ein Baum im Winterwald. Der Gedanke daran, wo die Sprache geblieben war, verflüchtigte sich über Wurzeln und Zweige und mischte sich mit dem Atem der Zeit.
Da blieb fühlen nur und Spüren - einzig.


Anders nun!

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 28 Nov, 2007 @ 22:47
Wir halten das Herz in den sinkenden Tag
Wie reich sind wir, wie beschenkt“ Funkenflug

Aufwärts geht es
Schweigen schmilzt mit dem letzten Schnee
wo schon die Lerche in blassblaue Himmel steigt
und erstes Grün die braune Erde ziert
zart noch, wie ein Versprechen klingen verstreute Worte

lichtwärts fliegt es
auf sanften Schwingen gleitet ein Engel durch verwunschene Träume
und zeichnet helle Lochmuster in die Nacht
himmelwärts
suchen vorsichtige Blicke die vergessene Leiter
im Herz finden sich Treppenstufen zum Glücklichsein



Unter Glas 7

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 26 Nov, 2007 @ 22:41

Die Nacht hat sich hinter die Bergen verzogen. Vom Meer her nähert sich die Flut. Im Hafen gesellen sich Fischerboote zu dem einzelnen Boot im Bild. Der städtische Moloch erwacht aus der miefigen Ungelüftetheit leichtlebiger Tavernenspiele. Letzte Abenteurer der Dunkelheit wanken in ihre brettervernagelten Unterschlüpfe, während brave Bürger sich sputen.
Die giftigen Ausdünstungen gelber Schwefelwolken legen sich über die Stadt wie eine Glocke aus Glas. Im Treibhausklima gedeihen Nachtschattengewächse und menschliche Exzesse. Am Fenster steht Olga. Sie zieht sich eine Haube über die Lockenwickler und steckt Ohropax in die Ohren. Schichtwechsel, denn die Nacht war lang. Hinter der Theke gab es Krawall. Die Polizei war da und schloss den Laden . Man munkelt von Mafia und Drogengeschäften. In der Nähe stirbt ein junger Mann in seinem Unterschlupf. Der goldene Schuss triff ihn vorbereitet. Sein Dealer besorgte den richtigen Stoff.
Nachbars Katze miaut, verlangt nach einem Schälchen Milch. In den Gassen hört man die ersten Stimmen der Händler. Die kleine Lisa erwacht und nuckelt am Daumen bis ihr langweilig wird und sie nach der Brust verlangt. Das Babygeschrei weckt die ganze Straße und stoppt erst, als die Mutter herbei eilt und das Kind in die Arme nimmt.
Olga schließt die Fensterläden und sperrt den beginnenden Tag aus. Zum Zähneputzen reicht ihre Kraft nicht mehr.

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Unter Glas 6

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 24 Nov, 2007 @ 19:45
Elf Monate sind vergangen. Wie sich alles wiederholt. Das gleiche Zimmer, wieder das Bett in der Mitte. Gegenüber an der weißen Wand das Bild von der bunten Stadt am Meer. Eng kuscheln sich die hohen Häuser an ein smaragdfarbenes Meer. Nur ein kleines, einsames Boot ankert in der Bucht.

Heute wirkt das Beruhigungsmittel nicht. Ich bin unruhig und vertiefe mich erneut in das schon vertraute Bild:
Sehe dunkle Fensterluken, Türen und Schemen zwischen den Häusern. Schwere Wolken ragen über der Stadt, die so still ist, hinter der schon ein Sturm in den Bäumen tobt.
Die Menschen haben sich verkrochen. Selbst die bellenden Hunde hört man nicht , und keine Katze schleicht um den Häuserblock.
Es könnte Genua sein, Marianne! Am Rande auf einer ziegelroten Strasse drohen Schatten. Sie nehmen dem Bild von seiner Harmonie - lassen gefährliche Schatten wachsen. Wer es wohl gemalt hat zu welcher Zeit und warum? Was verbindet den Maler mit dieser Stadt. Ist sie wirklich oder imaginär?

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Vom Klingen 4

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 22 Nov, 2007 @ 23:16

Es singt ein Lied in meinem Ohr. Wo kommt es her? Hatt der Wind einen Klang vom Meer zu mir her getragen? Etwas vom Brausen der Gezeiten liegt darin. Aber noch mehr:
ein Stimme mischt sich hinein - vertraut und doch fern. Sie kommt wohl aus alten Zeiten, mit einem Hauch von Märchen und Träumen darin.
Die Stimme, das Meer; mit den Wolken gesegelt mein gesprochenes Wort, das ein Lied daraus wirkt.
Und du singst die zweite Stimme dazu:
sie trägt das Wispern der Bäume und Mädchenlachen; den Schmerz und die Angst, die in tiefen Gräbern wohnt.


Was Claire mir heute erzählte!

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 20 Nov, 2007 @ 23:21

Der Mond hat mich nicht angesehen in der letzten Nacht, ist einfach an mir vorbei gewandert, über die Hecke gesprungen und versenkte sich dort in den blauen See. Sein verschwommenes Gesicht flüsterte mit den Wellen und küsste die kalten Fische. Ich hörte es lange wispern. Ein kühler Wind säuselte Schaumkronen auf das Wasser. Sie glichen blassen Segelboten, die ein geheimer Ruf in die Ferne zieht.
Ich bin immer gern an den See gegangen, wenn es Nacht wurde - kenne sein veränderliches Antlitz und das Versprechen, mit dem er die Seejungfrauen lockt - aber gestern hielt mich etwas zurück, eine geheime Angst, der Sog von etwas Modrigem. Ich dachte an alte Gräber, die unter Gras verborgen oder vom Schnee bedeckt sind .
Wenn ich sie nicht sehe, so wie ich gestern den Mond nicht sah, sind sie da, so wie der Mond da ist, ohne dass ich ihn sehe.
Ich ahne ihre Größe, die Tiefe und den scharfen Umriss. Es sind dunkle Gruben, die niemand besucht; Gräber, deren Leichen längst vergessen wurden.
Ich stehe am Fenster und schaue hinaus. Wolken verbergen das nächtliche Licht.
Für einen kurzen Augenblick spüre ich das Grab, wie eine geöffnete Luke in mir selbst, zugedeckt von Blättern, Astwerk und Erde passt es sich exakt ein in die umliegende Landschaft.

Wer nicht weiß, was da klafft, kann es nicht begreifen.
Welche Worte soll ich benutzen, um zu erklären was ich spüre?

Dieses moderige Loch verlangt wie ein Vampir nach Lebensenergie. Nimmersatt tentakelt es mit unzähligen durchsichtigen Armen. Ich winde mich hinaus, greife nach den roten Kerzen und entzünde sie mit dem bereitliegenden Streichholz.
Licht spiegelt sich im Glas und im Spiegel. Ich wende mich ab, lass mich nieder auf dem roten Diwan und bin in diesem Moment glücklich, dass es euch, das Licht und die Wärme gibt, und ich noch immer zu den Lebenden gehöre.


Unter Glas 4

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 14 Nov, 2007 @ 10:27

Ich erwache mitten in der Nacht von der Stille, die plötzlich da ist. Im Aufwachen vernehme ich diesen besondern Geruch, der von frisch gefallenen Schnee ausströmt. Noch bevor ich zum Fenster hinaus schaue, weiß ich: "Es hat geschneit." Eine kindliche Freude regte sich in mir und doch fragte ich mich: Ob die Spuren im Schnee sich im Gestern verliefen, oder der Schnee von gestern im Matsch der vergangenen Tage alle Worte und Lieder verschluckte. Wo waren alle Töne und Klänge jetzt in dieser watteweichen Verpackung, die auch alle Farben verschluckt?
In die Wolken zeichnen Vögel ihre Spuren, und im Schatten ihrer daunenleichten Federn fängt sich Wärme. Aufwind für Ziele fernab.
So trete ich vom Fenster zurück, verkrieche mich in meinem warmen Bett und ziehe das Bettlaken bis zum Kinn. Ich fühle mich geborgen wie eine Narzissenzwiebel, die genug Zeit hat um unter der Erde ihr verlangsamtes Wachstum zu verträumen.

Bis du mich weckst mit dem Morgencafe - Schichtwechsel!


Unter Glas 3

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 11 Nov, 2007 @ 13:53
Etwas klirrte - zersplitterndes Glas, während ich am Fenster stand und in die Dunkelheit blickte. Gerade eben waren im alten Viertel die Lichter erloschen. Vor Auschwitz und Birkenau lebten hier die Juden der Stadt. Manchmal noch höre ich den Nachhall eines Stöhnen und das Echo ihrer Musik. Ich erinnere den muffigen Geruch feuchter Räume, in denen viele Menschen leben. Im Bodenbelag der alten Straßen erinnern Stolpersteine an die, die man vergas(te).

Eine liebestrunkene Katze fiel mit herzerweichendem Klagen in das Klirren ein, fern von hier bebte der Transfair. Das Blut rauschte mir in den Ohren, als sei ich auf einer fernen Insel mitten im Meer. War nicht jeder eine Insel im großen Ozean? Mit eigenen Worten, über die eine innere Königin das Zepter schwingt? Wortreiche Gestade, aus denen die Zeilen mit den Wellen versendet werden, um sich zu treffen in Neptuns Reich. Wie sie sich fruchtbar mischen mit Algen und Muscheln am Meeresgrund. Lauscht der poetischen Brandung - dem Auf und Ab von Ebbe un Flut - meine wortgewandten Schwestern. Und wenn es Nacht wird über unseren Reichen, lasst unsere Worte wie ein Feuerwerk sprühen und Licht sein für jene, die strandeten am Ende der Welt. Vergesst auch die nicht, die für ihre Sprache geopfert wurden.
Was war es, das zersplitterte jenseits der Zeit - zwischen Nacht und Morgen? Der Riss zog sich von Ost nach West und kreuzte mit einem Kondensstreifen von Nord nach Süd. Genau an diesem Kreuzpunkt kräuselte sich das Glas zur Blüte. Ein Schlüsselloch zum Himmel. Es fröstelt mich im plötzlichen Zug, der meinen Nacken berührt, und ich sehe die alten Feuer lodern. Der Geruch verbrannter Haut streift meine Nase.

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Unter Glas 2

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 11 Nov, 2007 @ 00:18
Es geschah zwischen den Zeiten.

Für einen Moment öffnete der Himmel seine Schleier - ein wie von Geisterhand entzündetes Leuchten ging durch die Welt und flammte schräg von unten Licht in jedes Blatt der halbentkleideten Bäume. Sie gaben viel von sich preis - von ihrer Struktur, der Architektur und den Wachstumsringen. Zart zitterten Blattfunken im auffrischenden Wind. Manche nahm er mit und trug sie zu mir, die am Fenster stand und die Zeit vergessen hatte. Auf der Fensterbank strahlten nun Sterne mitten in der großen Stadt.
In diesem Moment sah ich zwischen dem zeitverschobenen Heben und Senken der Augenlider deine Maske fallen - in der ungeschminkten Nacktheit lag die Zerbrechlichkeit von Glas - etwas wie Erbarmen wuchs unter meiner fröstelnden Haut. So nahm ich den Nebel aus den Wäldern und legte ihn um deine schutzsuchenden Schultern. Dein Kinn lag auf der Brust. Da nahm ich meinen Mut zusammen - denn du warst mir fremd - und ich hob sanft und mit der Zärtlichkeit von Müttern dein Kinn, wollte in deine Augen schauen und das Spiegeln des Lichtes darin entdecken. Du schautest ernst. Ich wich nicht aus. So standen wir nah beieinander, und nach einer Ewigkeit - so kam es mir vor - lächelten meine Lippen dir zu. Zwischen den Augenpaaren vermischten sich die Feuer. Es wurde warm, als wir die Scheu verloren.


Unter Glas 1

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 9 Nov, 2007 @ 21:21
Früh dämmerte mir, dass der Tag besonderes verbarg. Im Morgenrot lag ein Versprechen: Ich wusste, dass es noch unter den Nebeln wartete. Etwas in mir witterte aufmerksam und kleine Fischlein schwänzelten im Bauch. Da war doch was. Es duftete nach Moos und Algen, meine Augen wollten sich noch nicht öffnen. Ich fühlte eine besondere Feuchtigkeit unter meinen Fingerspitzen - etwas Schuppigraues, Widerspenstiges glitt an den Händen vorbei, als sei es ein ungeduldiges Tier. Ich ließ es geschehen ohne Angst. Der weg nach innen war leicht und die Grenzen um mich herum fielen. Im Dämmerschlaf tauchte vor dem inneren Auge ein Schlüssel auf.
Ich entspannte und dachte, dass ich die Schatulle finden müsse und fragte mich:
"Wo bin ich?
Schlafe ich nicht gerade in einem luftgefüllten Aquarium mitten im Ozean?"


fugendicht

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 8 Nov, 2007 @ 22:23
es war flores, der mich daran erinnerte, wo die verblichenen rosengärten liegen - jenseits des steinwalls - der zwei welten voneinander trennt, die seit urzeiten in mir zusammen gehören. wie die chinesischen mauer zieht er sich in unzähligen windungen durch den geist. wer die verwunschenen tore kennt - jene besonderen bewusstseinszustände, in denen das Ich von sich absieht - der findet duft und zauber vergangener paradiese. er findet den schlüssel zu reichtum und fülle und
wer den schlüssel besitzt, wird heil und ganz.


verwunschene jahre

Gedankenstückwerk, Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 7 Nov, 2007 @ 19:14
ich sah in den spiegel, erkannte schnee in den augen
der schnee eines blütenjahres, dass ohne reife blieb.
konnte es sein, dass die kirschen mir ihre süße verweigerten
nach der ich gurrte, wie eine verliebte taube?
weil in alten büchern geschrieben stand
dass einmal der sommer geopfert werde
um den herbst aus deinem kastanienbraunen haar zu rauben
und mit ihm alle farben und das licht für eine lange weile.
auf das die zeit aus dem NICHTS heraus alles neu gestalte
und im kreativen prozess sich zukunft traut
es ist schnee von gestern
der schmilzt und über die wangen fließt
und rastlos seinen weg findet
in eine neue zeit jenseits aller begrenzungen.


einer muse zum dank

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 3 Nov, 2007 @ 15:35


ich säte blühendes gras in zerbröckelnde fugen / zwischen irische steine/ auf südliche hänge/ in antike mauernischen/ doch nie sah ich, was wuchs unter den wechselnden himmeln/ die gezeiten trugen mich fort/ auf windbewegten flügeln immer weiter/ fern von mir und meinem tun/ sah ich die liebe erröten/ es lag musik in ihrem wesen und verwunschener tanz/ so fand ich das verblassende echo nur in mir selbst/ und küsste hinter der hecke heimlich die rosen


Es schmunzelte der Fisch...

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 3 Sep, 2007 @ 23:05

Und die Wellen brandeten an den Strand - nah der Dünen wuchsen mir Flossen, und ein Schuppenkleid hüllte mich ein. Das wogende Wasser nahm mich mit. Ich wuchs, wurde riesengroß. In der neuen Welt fand ich meinen Platz, doch ich war allein. Einen Fisch wie mich gab es noch nicht. Und ich suchte verzweifelt zwischen Algenwäldern und Muschelbänken. Kleine blausilberne Fischchen wirbelten wie Schleier um mich herum - Ringe über Ringe – sich weitend.
Im Bauch wuchs Raum - hungernd - einer leeren hallenden Höhle gleich. Dann sah ich dich: wie du im Wasser gegen die Strömung getanzt bist und mich durch Algen Feueraugen anblitzten – augenblicklich stand ich unter Strom - Flossen wedelten wild.

Mein Maul öffnete sich vor Staunen und schwups - schwammst du hinein, als sei nun dein Zuhause in mir - in dem leeren gierigen Raum. Nun war ich nie mehr allein – es bewegte sich in mir, purzelte quirlig im Bauchraum, bescherte mir fremde Gefühle – auch Schmerz – nie warst du ruhig. Du bist weiter gewachsen.
Es ging lange gut, und wir wuchsen aneinander. Während Flossenstöße Erdbeben in meinen Eingeweiden auslösten, verlorst du die Worte und wurdest stumm. Nur noch Reibung spürte ich.

Wann wurde der Raum zu eng? Wuchs ich nicht schnell genug? Ich war ja schon groß wie ein Wal. Du tobtest, deine Ausschläge schmerzten heftig, als zwischen innen und außen kein Raum mehr war, und wir nicht mehr unterscheiden konnten zwischen DU und ICH - fragte ich mich, verzehrtest du mich oder verschlang ich dich?

So spuckte ich dich aus – fast wärst du in meinem Hals steckengeblieben. Traurig, aber doch erleichtert schwamm ich zum Strand zurück, verlor Schuppenkleid und Flossen, überquerte auf Beinen die Dünen und sah Land.

Vielleicht - irgendwann, wer weiß , werden mir Federn wachsen und Flügel, und ich fliege hinaus ins weite Himmelsblau.

Nachsatz:

Ab und zu besucht er mich zwischen Himmel und Erde, einmal als Fisch - dann schwimmen wir ein paar Runden miteinander - ein anderes mal ist er Vogel - ich darf auf seinem Rücken sitzen, und er nimmt mich mit - himmelan - manchmal lasse ich ihn hinein in mich - aber immer nur kurz - für einen kleinen Augenblick.

@findevogel

Jona im Bauch

von Andrea Ehring


vollmondnacht

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 28 Aug, 2007 @ 23:51
da ist nichts außer der stille, die mich umfängt - dunkel und dämonisch. wie gelähmt bleib ich stehen:
kein ton, kein klang, kein lied. zu watte verdichtet die luft, kein weiß schenkt licht. fragen im kopf purzeln durcheinander, zerlegen sich in segmente - die angst wird dicht und kalt.
da ist etwas - es kommt näher. ganz klein mache ich mich und stecke die hände tief in die taschen hinein: finger finden etwas warmes rundes.
eine haselnuss
hier war ich schon mal - hatte ich damals nicht geschworen, nie mehr an diesem ort zu stranden?
plötzlich wird mir bewusst, dass ich träume - kurz bevor das vakuum mich erstickt - befehle ich mir aufzuwachen und stolpere mit klopfendem herzen aus dem traum.

lange schlief ich nicht wieder ein. nur langsam beruhigte sich der puls. so ließ ich die gedanken frei:
sie führen mich hinaus in die vollmondnacht, wandern zur kleinen terasse und den drei hochgewachsenen wächtern, die - fast - zu einer einheit verwachsen ein dichtes blätterdach über mich schirmen. im schatten von hollunder, haselnuss holzapfelbaum finde ich trost.
es würde mich nicht wundern, wenn plötzlich eine kleine fee mit ihrem zauberstab aus den stämmen springen würde, um mir einen wunsch zu erfüllen.
lächelnd schlafe ich darüber wieder ein



Was bewegt

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 10 Aug, 2007 @ 15:47

Wenn die Sprache das Meer ist, sind Zeilen die Wellen, Worte der Schaum
und Buchstaben Wassertropfen, die zwischen unendlichen Möglichkeiten verschwimmen
um neuer Klang zu werden und mit Wind und Möwen ein Lied zu singen, das Himmel und Erde miteinander verbindet.
Es braust und klingt wie Ebbe und Flut in den Adern.


Es war Zeit

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 27 Mai, 2007 @ 21:47


Der Engel stand plötzlich vor mir, reichte mir die Hand.
Wo war er so lange geblieben? Ich schaute ihn an - fragte: " Warum nur haben mich alle guten Geister verlassen? Bin ich es nicht mal wert, von ihnen beachtet zu werden?"
"Warum zweifelst du", sprach der Engel, " es scheint nur so. In Wirklichkeit sind sie da - deine lichtvollen Boten - drehe dich herum: schau, da sind ihre Spuren in deinem Schatten."
Ich drehte mich um. Mein Engel legte seine durchscheinenden Hände auf meine Schultern. Ich spürte, wie seine Energie sich als warme fließende Kraft meinem Körper mitteilte.
Ein Knoten löste sich- ich wurde ganz ruhig - und ich sah die geistvollen Spuren


für dich!

Märchenhaftes, Jahreszeitliches, Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 19 Mär, 2007 @ 21:35
schon lange lag der See brach
unter dicken geriffelten Schollen aus Eis
erreichte nichts mehr den Grund
ob noch ein Fisch im Wasser lebte
oder eine einsame Wasserpflanze
ich glaube nicht
kein Vogel verlor blaue Federn im Uferkies

eine Frau fühlte sich klein
alle waren besser, fanden grandiose Worte
schafften Großes, waren interessanter
niemand hatte ihr je gesagt, wie schön ihre Stimme klang
und wie klar ihre Augen die Wolken spiegelten
kein Frosch holte eine goldene Kugel vom Grund
nur Traumtänzer versprachen ihr manchmal
die Sterne vom Himmel zu holen
kein Kirschkuss hatte bisher ihre Lippen geteilt
so verblasste sie bis sie fast durchsichtig war

ein kleiner Vogel spazierte durch den letzten Schnee
hinterließ Spuren - schwarze Zeichen im Weiß
die von ihm erzählten, wenn er längst davon geflogen war, dem Frühling entgegen
der wartete schon hinter dem Horizont mit seinem seidenen Blau
aber täglich kehrte der Vogel zurück in sein vertrautes Feld
ganz nah bei dem erfrorenen See und der verblassten Frau in der Hütte am Wald

sah er sie in ihrer gläsernen Durchsichtigkeit
vernahm er den klirrenden Frostgesang vom See
Lag nicht Trauer in allem Sein
der Vogel sang sein Lied unbekümmert
er brachte es mit
aus zukünftigen Frühlingstagen mit hohen Lerchenhimmeln
die so weit schienen und grenzenlos
und mit ihm kam ein lauer Wind und der Duft von Veilchen und Narzissen.
es war ein besonderer Tag, als die Frau ihren Kopf hob
aus ihrer Versunkenheit erwachte
den Duft erschnupperte, den Vogel sah und sein Liebeslied hörte

wie neu geboren stand sie auf und folgte den Spuren zum See
Sie nahm einen schweren Stein und schlug ein Loch ins Eis
ganz erhitzt verspürte sie das Leben in sich fließen - die Wangen färbten sich
in diesem Augenblick
als sie dem See Atem schenkte, begann sie zu singen
und weil ihre Stimme so klar war und hell, zersprang das Eis in tausend Stücke
In ihren Augen spiegelten sich die Wolken, und der kleine Vogel sah von weitem zu

In jenem Moment brach der eiserne Ring, der ihr Herz gefangen hielt, und sie begann das Leben zu lieben
__________________


Frühlingserwachen

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 21 Feb, 2007 @ 23:10
FrühlingsFenster 1


Ich las einen Text...

Fundstücke, Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 11 Nov, 2006 @ 22:45

...in einem anderen forum (siehe unten). zuerst berührte er mich sehr, später wurde ich wütend über ihn. Ich dachte nach, was kann das für ein mensch sein, an den der apell gerichtet ist? es müßte ein zwilling sein. folgendes gedicht entstand:

nina hing dir an den lippen
und las zwischen deinen sätzen
ihr lächeln war echt
und sie hörte gut zu
zu gut für dich, klaus
ihr herz war weit
und hinter den masken
sah sie das zitternde kind
spürte die brüche
als seien es eigene
und hielt dem schmerz stand

trotz widerhaken
liebte sie dich
wie man seinen zwilling liebt
aber du vertrautest und glaubtest nicht
als türen sich endgültig schlossen
war der cut messerscharf
ein dolchstoss mitten ins herz
seelisch fast verblutet
seinen zwilling mordet man nicht
ohne sich selbst zu töten

@ngie

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belebte moment 2

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 6 Sep, 2006 @ 22:08

im auto ein mann
ein instrument an den lippen
noch stimmt er sich stumm

lerchengesang auf dem feld
und windspiel im tannengrün


Nicht nur das Wort tut....

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 29 Jul, 2006 @ 11:46
Woher er wohl kam, dieser Ton, der etwas tat, wirkte, sich fortpflanze und wie die Wellen im Meer am Strand verebbte - nicht ganz versandet, blieben Spuren - Strandgut, herangeschwemmt.

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Danke Nachtigall!

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 27 Jul, 2006 @ 15:40

Und in mir sprach eine Stimme:

Komm!

Ich folge dem Klang bis zum Grunde meiner Seele, dorthin - wo das Echo nur noch flüstert.
In einem wilden Garten unter dem Meer wuchert es farbig. Zwischen exotische Gewächse pflanze ich Herzsteine, gieße mit Tränen und begrabe unter dem Seegras einen Schatz. Zwei Seepferdchen streichen wie tröstend um die Fesseln – das wogende Meer nimmt mich mit - trägt mich.
Zwischen Ebbe und Flut wachsen mir Kiemen. Aus Beinen werden starke Flossen. Zwischen kleinen Fischen mit staunenden Augen schwimme ich weit hinaus in die blaue Unendlichkeit. Das langes Haar kräuselt sich zu Algen - schwebt auf dem Wasser, wie ein goldener Schleier. Am Ende der Nacht stimmte ich ein in den Gesang der Wale.

Und deine Stimme verstummt in den inneren Räumen. @ngie


Wenn es Nacht wird!

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 26 Jun, 2006 @ 23:59
Gute Nacht, ihr Künstler und Poeten - heute ist mein Mond nicht blass. Wie eine reife Orange schwimmt er im Meer aus Blau. Mit gerunzelter Stirn schaut er über die Dächer der Stadt und schmunzelt leise in sich hinein: jahraus jahrein das selbe: im Park hinter den Rosenbüschen küssen sich die heimlichen Paare, und schnell nimmt er sein Licht von ihnen weg, denn Liebende, jene die sich gerade gefunden haben, die meiden das Licht: sie sind beschäftigt mit Fühlen, und entdeckt werden wollen sie schon gar nicht.

So winke ich dem Mond ein letztes Mal zu, steige ins Traumboot und segle durch das Wolkenmeer hinüber zu den Sternen. Gerade sah ich den Sandmann an mir vorbeiflitzen - Igelchen, ich hab ihm wieder etwas Sand stiebitzt er passt nie auf. Möge die Nacht uns sanfte Träume schenken.


Raumergreifung

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 22 Apr, 2006 @ 21:47

Ich ruhe auf dem roten Diwan
der wiedergewonnenen Stunden
die Augen geschlossen
Gedanken kommen und gehen
Räume - Raum - Räumung
versäumt, geräumt, noch nicht geträumt?
Was geschieht
wenn Gedanken Raum greifen in dir?
Erobern, verdrängen - nehmen sie etwas?
Oder verweben sich silberne Fäden
in dunklen Grund, feinzisiliert und zart?
Eine übersehene Rose findet sich in Bronze gefasst
Hinterlassen Goldfäden nicht leuchtende Spuren?
Nehme ich zuviel und gebe zuwenig
mache ich mich zu breit
auf der schmalen Lebensbank?
Meine feingewirkten Muster
weisen neue Zeichen auf
Raum wurde erobert in mir
sanft - friedlich, ganz ohne Gewalt

Noch gibt es genügend unbeschriebene Räume
in denen Feuer, Wasser, Luft und Erde heilend wirbeln

©FV


Sternenzauber?

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 17 Mär, 2006 @ 09:58

Ein Stern gleitet durchs weite All . Kühl wirkt er von fern und unnahbar. Niemand ahnt die innere Glut, die ihn vorrantreibt und nicht stillstehen läßt Wie ein Drache peitscht sein Schweif die kosmischen Himmel. Funken stieben in intergalaktische Spären. Er folgt seiner Umlaufbahn - eingespurt - energetische Kräfte halten ihn gefangen. Nichts hält ihn auf. Engel flüchten erschreckt auf entfernte Wolken

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Kosmische Märzgedanken mit Blick auf den vollen Mond.

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 15 Mär, 2006 @ 12:34

Vielleicht bin ich ja nur ein kühler ferner Stern, der gezwungen ist, einer vorbestimmten Umlaufbahn zu folgen.

Vielleicht sind wir alle Sterne, die in Ringen um einander herum kreisen, miteinander ringen und nach einem undurchsichtigen Plan miteinander verwoben wurden, ohne uns jemals wirklich berühren zu dürfen. Himmlische Platzhalter - das ist bitter - sorgen für die nötige Distanz.

Welcher unsichtbaren Anziehung folgen wir?

Was aber, wenn wir Berührung empfinden - ist es Schein oder Sein - und was, wenn wir diese Berührung erwidern wollen, und auf Abstoßung treffen?

Folgt man dieser Gedankenspur, ist es nur vernünftig, schön in seiner Umlaufbahn - fern von allem - zu bleiben, um nicht in Gefahr zu geraten, im universellen Chaos verloren zu gehen

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Wie aus bunten Regentropfen goldene Äpfel werden!

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 23 Jan, 2006 @ 21:23
!ch stelle mir vor, wie bunte Regentropfen vom Himmel fallen - gerade löste sich vor meinen Augen ein Regenbogen in seine Farbpartikel auf - und jetzt rieselt, rinnt und plitscht es - mir mitten ins Gesicht. Das Eis um mich herum gleicht schon der Palette eines Malers.

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Momente 1

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 25 Okt, 2005 @ 14:59

Der Kuss

Klimt: Der Kuss

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Wir tauschen die goldenen Äpfel!

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 2 Sep, 2005 @ 08:35

Ich werde die goldenen Äpfel zurück werfen, kleine Schwester, wenn der Tag, mit dem was ansteht, sich neigt!

Koste diesen Vorgeschmack!

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Goldene Äpfel werf ich euch zu!

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 31 Aug, 2005 @ 18:49

Es ist so leer hier. Wo seit ihr geblieben ihr Wortjongleure mit den goldenen Äpfel, die hin und her flitzen, wie Pingpongbälle.

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Wenn das Herz gefesselt ist...

Lyrische Gedanken und goldene Äpfel — geschrieben von findevogel am 2 Jul, 2005 @ 18:55

Wenn das Herz gefesselt ist, du keinen Ausweg mehr siehst und das Gefühl hast, in einer Sackgasse zu stecken, dann suche deinen Engel. Schaffe dem Herz Luft und spreng seine Fesseln. Ja, ich weiß, es tut weh: plötzlich Platz zu haben, kann schmerzen. Es sind Wachstumsschmerzen. Gibst du dem Herz Flügel, dann breitet es seine weiten Schwingen aus, und erhebt sich wie eine Lerche in den Himmel, stimmt ein in eine neue Melodie.

Du schaust auf dich herab, siehst weit und über dich hinaus, erkennst, dass du nur ein kleines Rädchen im großem Rad des Universums bist, erspähst deinen Platz und siehst Türen, die du vorher nicht sehen konntest.

Du trägst den goldenen Schlüssel in dir selbst, um alle Türen zu öffnen, die dir begegnen.
Eine Weile war dein Herz aus dem Takt, nun findet es seinen Rhythmus, wird leicht. Alles Schwere läßt du für eine Weile hinter dir, du tankst Licht.

Bedanke dich bei deinem Engel und freu dich , dass dein Blut lebendig fließt. Es ist Frühling, alles grünt, wächst und blüht.
Die Welt ist voller Schönheit und jeder Tag ein neuer Beginn.


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