findevogels fundstücke

DU und ICH

Poesie — geschrieben von findevogel am 9 Sep, 2009 @ 23:37

wir sind ein Baum
was du mit den Wurzeln aus der Erde holst
die Kost
- im Stamm betreiben wir Assimilation -
verströme ich transzendierend über die Zweige
hinaus in den Äther
das System funktioniert

wir sind ein wirksames Paar


nur geträumt....

Poesie — geschrieben von findevogel am 5 Sep, 2009 @ 21:15
 
komm, wir gehen in den garten!
und betten uns im weichen moos
die köpfe beieinander schauen wir uns an
- auf augenhöhe -
staunen über jede falte, jede runzel
und das haar auf meinem kinn.
ein zauberhaar, so seidig glatt
und hexenseil ganz fest und stark
du glaubst es nicht?

der bäume zweige über uns
in denen noch der sommer lächelt
summen ihre leisen lieder
es streift ein gelbes blatt die haut
die bloß ist und so nackt
der wind verzwirbelt unsere haare

auf dem rücken einer amsel
fliegen wir hinauf ins nest
es ist ganz weich gepolstert
flaumdfedern kitzeln unsere zehen
wir lachen, bis uns flügel wachsen
und fliegen weiter über alle horizonte

wie kann der himmel nur so blau sein,
dass unsere seelen sich verlieren
eine herz und eine seele nur
fern von hier im träumeland.


Spirale

Poesie — geschrieben von findevogel am 30 Aug, 2009 @ 22:29
 
 
ich kreise um mich
wer legte die spuren
tief innen ein ahnen

blau, die seele atmet
im stillen tanz

 


Schon schiebt der Herbst sich in den Sommer

Poesie — geschrieben von findevogel am 27 Aug, 2009 @ 18:46


Höre ich dich?
wenn das Flirren des Lichts sich auf dem Asphalt spiegelt
und in den Pappeln am Wegrand der Wind raschelt
Die Bäume sind noch grün
doch einzelne gelbe Blätter knistern unter den Füßen
Der Markt ist bunt
und voller Frucht- und Kräuterdüfte
Die Ernte war reich und der Sommer verschenkt seine Fülle
Inzwischen steht die Sonne schräg
und blendet die Augen
Sprich doch lauter, damit ich deine Stimme nicht überhöre
zwischen all den Spätsommer-Impressionen


LOSLASSEN!

Poesie — geschrieben von findevogel am 24 Aug, 2009 @ 23:28

 

es war eine Möwe am Strand
die mich lehrte
was es heißt, sich los zu lassen
im Spiel mit den Wellen
ließ sie sich treiben
ohne aus dem Takt zu geraten
und auch der Junge
zwischen Kind und Mann
kämpfte gegen die Brecher am Badestrand
selten zuvor sah ich sein Gesicht
so gelassen und entspannt
für diesen Augenblick
fand sich ein geeigneter Gegner


Standhalten!

Poesie — geschrieben von findevogel am 16 Jul, 2009 @ 10:41

 

ich streiche die Falten aus der Stirn
öffne die Arme weit
dreh mich einmal um die Achse
soll der Wind kommen
von vorne - von hinten - von seitwärts
ich stelle mich hinein
sage der Sonne "Sei gegrüßt"
und stehe fest
die Füße im Sand verkeilt
und der Mund
der eben noch ein Schmollmund war
entspannt sich zum Lächeln


Kann es sein?

Poesie — geschrieben von findevogel am 9 Jul, 2009 @ 14:24
wirst du mir verzeihen
wenn der Mond wieder rund ist?
Und die Tage, wie graues Einerlei hinter dir liegen

Wirst du mich erkennen
wenn die Nacht sich mehr Raum nimmt?
in meiner ganzen Fülle, mit Schatten und Licht

Wirst du mich verstehen
wenn der Sommer den Herbst umarmt
und ich dir Früchte bringe aus meinem Garten?

Wirst du mir vertrauen
wenn ich dir die Hand reiche, dich leite
weil mein Licht auch in deine Dunkelheit reicht?


Für CLOWN

Poesie — geschrieben von findevogel am 30 Jun, 2009 @ 00:05
einfach so:

Nicht die Holzdielen knarren
sondern der Morgen knarrt
lautstark und ein wenig verquer
öffnet er sein Sommergesicht
und doch vertraut
etwas Mandarinenöl schmier ich in seine Angeln
damit er leichtgängig in den Tag spaziert
wo die Muschel wartet
und am Ohr das eigene Blut
wie Meeresrauschen der Weltozeane klingt
und ein Raum, Rückzugsort
mit Watte ausgefüllt - abgedunkelt und still
sich fühlen lässt

Es beruhigt im Ohr sich das Blut
bevor das Tasten von Samt
dich zurückholt zu dir selbst
und der Tag sich erholen kann
vom Morgenknurren


sommernachtstraum

Poesie — geschrieben von findevogel am 23 Jun, 2009 @ 08:32

 

frisch und klar die nacht
ein flüstern in den blättern
erzählt vom sommer

fern die sterne schauen zu
bis der himmel sich rötet


Zum Sommeranfang

Poesie — geschrieben von findevogel am 21 Jun, 2009 @ 12:32

 

wenn kurze nächte lange tage grüßen
dann schreitet sommer durch das land
und hängt ein licht in jedes blatt
auf flüssen schwebt verlockend funkeln
und grüßt von fern die vagabunden
die fernwehkrank ihr bündel packten
und reiselustig durch die Lande ziehen


Mal nicht vn mir, aber ich kanns heute gut gebrauchen.

Poesie — geschrieben von findevogel am 17 Jun, 2009 @ 23:16
 
Es sind immer wieder Engel,
diese Boten des Lichts,
die in unsere dunkle Arche schlüpfen.
 Sie bringen uns Nachricht von weither:
Mit welchem Glück im Herzen
nimmst du der Taube
das Ölblatt aus dem Schnabel!
In tiefem Schlaf
klopft manches Menschenherz
dem Tag entgegen,
der das Licht bringt
 
(Wilhelm Fink)


An die Schreibenden

Poesie — geschrieben von findevogel am 11 Jun, 2009 @ 23:55
 
 
wir schaffen inseln aus licht
kleine oasen zwischen wüstengebirgen
sinnlicher früchte magischer raum
fruchtbarer sprache landschaft und gärten
sätze, wie burgen und schlösser auf hohen bergen
mit zimbelklang und schamanischen trommeln
worte gedüngt mit silbengold
hinter hecken im schatten
weben geheimnisse
mondsilber zwischen die zweige
und fern das lied vom meer
wellen die aufnehmen, leiten
wie der feuchte schoß einer rätselhaften göttin


abgenabelt

Poesie — geschrieben von findevogel am 6 Jun, 2009 @ 13:02

dem früchtekranz

vom kopf des mannes
der wie ein buddah sitzt
entfliegt mit gras im schnabel
ein zarter, kleiner vogel
und blau wie hoffnung
glänzen federn

flieg, flinker vogel
nimm streu und samen mit
wenn du in fernen hecken
dein neues nest gewoben
dann sing das große farbenlied
vom wind der dich durch welten trägt
und zärtlich dein gefieder zaust


Pfingsten

Poesie — geschrieben von findevogel am 1 Jun, 2009 @ 10:27
Der Morgen zaubert Lichtpunkte in meine Seele.
Wäre ich ein Blatt, ich würde lautlos in den Fluss fallen
vom Wind getragen dem Meer entgegen schwimmen
den Stil aufgerichtet wie ein kleiner Schiffsmast
mit offenen Augen den Himmel im Blick.
Ganz ohne Angst vor dem
was das Leben noch bescheren wird.
Und trüge das Blatt eine Stimme
es würde von der Schöpfung singen
die ein großer Geist beseelt.


um zu begreifen

Poesie — geschrieben von findevogel am 20 Mai, 2009 @ 15:25
ich möchte mich hinein stehlen
in deine gewandten worte
so wie in ein unbekanntes haus
indem man auf zehenspitzen schleicht
möchte in der mauer aus silben
jeden stein umdrehen
um zu verstehen, was er verbirgt
will durch jedes fenster schauen
an allen türen rütteln
um den schlüssel zu finden
zu dir
denn da ist ein gefühl

das sprache nicht beschreiben kann


Alles nur Interpretation!

Poesie — geschrieben von findevogel am 16 Mai, 2009 @ 12:12

flügellahm, denkst du
und schimpfst mit mir
aber marie meint
ich sei so ruhig geworden
seltsam ruhig
dabei halte ich nur an
um nicht mitzudrehen
und im wirbel der zeit
mich nicht zu verlieren

den vulkan, der unterirdisch glüht
kann man nicht löschen
er wird spucken, wenn die zeit reif ist


Verwurzelt fliegen

Poesie — geschrieben von findevogel am 13 Mai, 2009 @ 23:03

verwurzelt fliegen


angst orten - den schmerz aushalten
trauer zulassen
und abschied nehmen
etwas sterben sehen
sich leer weinen

spüren
die füße ankern im boden
verwurzelt finden sie quellen
dort - wo die erde schläft
und pulsierend leben schenkt
mit dem trommelschlag der zeit
schwingst du im gleichklang

fühlen
der geist erdet im universum
gehalten - geführt
dort - wo der himmel sich wölbt - wirkt
deine gedanken und träume beschützt
und dir nischen gewährt
im grenzenlosen raum

atme sie ein - diese kraft - tief
dann lass los
die trauer, den schmerz und die angst
und lehr dein herz fliegen

 

angie 2005


Secret Touches

Poesie — geschrieben von findevogel am 9 Mai, 2009 @ 22:30
 
 
Secret Touches

Es war...
etwas Gläsernes zwischen uns
nicht wie eine Wand
Eher wie ein Spiegel
als wir langsam auf einander zugingen
die Blicke ineinander gewunden

Es war...
etwas Zartes zwischen uns
nicht im Staunen
eher im Wissen darum
dass, was sich berührt
zu Staub verfallen wird

Es war ...
etwas wie Liebe zwischen uns
ohne Worte
nicht die Irdische
eher, wie etwas Magisches
aus einer fernen Zeit

und da war ein großes Wundern


bis zum nächsten mal

Poesie — geschrieben von findevogel am 8 Mai, 2009 @ 19:12

 

die traurigkeit
die sich zwischen uns breit macht
will ich nicht leugnen
doch ich möchte ihr nicht begegnen
jeden tag
von angesicht zu angesicht
deshalb wickle ich sie in buntes glanzpapier
und lege sie ganz oben ins regal
zwischen verdorrte äpfel und rosenblüten
vom letzten jahr
ein rest vom duft ist noch da
ich werde mich umdrehen
dich anschauen
und dir ein lächeln schenken


fragment

Poesie — geschrieben von findevogel am 7 Mai, 2009 @ 10:13

als ich einst träumte
in einer anderen nacht
erzähltest du von den farben
die in alten gärten zu blumen werden
eine bunte offenbarung hinter maigrünen hecken
und ich frage mich, was ich dir antworten soll
in dein unschuldiges herz
das schmerz und trauer kaum kennt

sieh, diesen knorrigen baum
eine alte olive - allein und übrig geblieben
aus visionen vom heiligen hain wuchs sie empor
sie webt die schatten in dein licht
und doch
sein laub flirrt in tausend facetten
 


ein ewiger kreislauf

Poesie — geschrieben von findevogel am 3 Mai, 2009 @ 23:10

der mann
der wie ein buddah sitzt
und dem ein fluss aus seinen händen sprudelt
sein kranz aus früchten lebt
verwächst mit haar und bart
er flüstert mit dem wind ein lied
die töne perlen mit dem strom
der sich zum meer hin schlängelt
dort, wo ein blauer fisch mäandert
der töne atmet durch die kiemen
er trägt sie fort zum fernen horizont
wo er sich aus dem wasser hebt
und als vogel durch die lüfte segelt
er trägt das lied zur insel
und legt es in die dünen
bis alles singt im großen chor
im kranz, der lebt
und auf des mannes kopf sich windet


füllhorn

Poesie — geschrieben von findevogel am 25 Apr, 2009 @ 11:55

 

und wo bleiben wir
mit den übervollen händen
aus denen die worte schäumen
die sich in träume zu schlängeln wünschen
nichts außer worte halten die hände
ein füllhorn voller poesie
doch zum zupacken
taugen die finger nicht 


es tut noch weh

Poesie — geschrieben von findevogel am 23 Apr, 2009 @ 22:51

 

der schmerz staut sich am rand der nacht
und in die träume stielt sich bittersüß
ein hauch von überreifen früchten
wo doch der sommer fern sein spiel
mit blüten in den heckennischen treibt
und grüner klee nur kleinen wesen schatten gibt
ein wolkenengel trägt mich fort
in apfelblütenschäume
fern vom meer die amsel klagt
die nacht vergeht im morgenglühen
in meine händen bettet sich der traum


Weiß wie Schnee

Poesie — geschrieben von findevogel am 22 Apr, 2009 @ 09:29

 

der raum öffnete sich vor meinen augen
aus den wänden wächst mir ein wald
heckenrosen ranken durch fenster und türen
stämme wie säulen, winterkarg
hin zum frühling färben sich zweige maigrün
blätter streichelt der wind
weiße blüten von schlehen rieseln
kränzen ebenholzfarbenes haar


lippenrot so stumm, wangen so blass
in weiße schleier
gekleidet
trug man die braut zu grabe
als die sommerkirschen lockten

 


und wieder...

Poesie — geschrieben von findevogel am 20 Apr, 2009 @ 11:14
 
rapsgelb und löwenzahnlicht
tupft maigrün
hinter der hecke aus worten
blühen frühlingsgedanken
im gesang der amsel
liegt aufbruch und freude
am himmel segeln wolkenschiffe
in die träume streckt die zweige
der duftende flieder
färbt gefühle mit sehnsucht
blassblau und rosarot

 


verschwistert

Poesie — geschrieben von findevogel am 19 Apr, 2009 @ 15:05

 

 

wenn seelen sich treffen
zwischen zeit und raum
und traumverwehten spuren folgen
immer wieder die frage
wer hat die zeichen gemalt
die nicht wort sind
sondern ton und klang
der ohne ende
über horizonte klingt?

 

 


und immer...

Poesie — geschrieben von findevogel am 16 Apr, 2009 @ 23:27

 

und immer sind da diese weiten
die zu überbrücken nur ein traum vermag
wenn ich mit meinem wolkenschiff an dir vorbei ziehe
wirst du mich sehen?
wirst du meinen traum ergreifen, wie ein seil
das verbindung schafft für einen augenblick
wissend, dass nur dieser moment
einer insel gleich
im lebensozean früchte trägt


ein ferner gott

Poesie — geschrieben von findevogel am 13 Apr, 2009 @ 13:37

 

da war im traum ein ferner gott
dem ich mein herz zu füßen legte
und blut, so rot, ließ rosenblüten wachsen
im heißen sand der wüstenzone
es lief ein dornig zittern über meine haut
und winde hatten freies spiel
im atemzug der ewigkeit
als raum und zeit und klang
noch ungetrennte dinge waren

 

 


ein meer aus tränen?

Poesie — geschrieben von findevogel am 10 Apr, 2009 @ 18:52

 

wenn tränen sich mit den wellen mischen
verflüssigt sich dann der schmerz?
zieht er mit den schaumkronen gen norden in das land der alten götter?
wenn sie auf ihren steinernen thronen regieren, schweigend
tragen sie am saum des wassers die last der welt
der blick ist leer - von wind und sand glatt geschliffen
ihr haupt schwebt in den wolken
eine möwe hockt auf den fein gemeißelten füßen
erhaben und gelassen überdauern sie die zeit
und eine nimmt ein bad, lässt sich vom wasser tragen
um neugeboren zu stranden hinter dem horizont


ich werde...

Poesie — geschrieben von findevogel am 8 Apr, 2009 @ 21:42

 

 

ich werde aufhören zu träumen, eine weile
und die sternenschuhe an den haken hängen
vielleicht irgendwann
wenn der silberschweif den himmel flügelt
werde ich sie wieder anziehen für jemand
um auf wolkenschiffen zu gleiten
über horizonte zu springen
und ihn in sektperlenden ozeanen zu umarmen
doch jetzt trägt das leben mich hart
ich werde aufhören zu träumen, eine weile


Für einen Bruder!

Poesie — geschrieben von findevogel am 20 Mär, 2009 @ 23:49
 
das licht ist leicht und flink
es dringt durch graue wolkenschichten
und blitzt ganz kess dir ins gesicht
nimm doch den schatten von der stirn
und spür die wärme
die der haut so gut gefällt
und deinen lippen lächeln malt
machs der kleinen katze nach
die alle vier von sich streckt
und…
lass das blau vom himmel ein


Für Johanna

Poesie — geschrieben von findevogel am 20 Mär, 2009 @ 23:48

 

Siehst du heut die Wolken ziehen
an dem Himmel wie gemalt
der aus Bilderbüchern stammt
Wolken fliehen Himmelsblau
schweben weiß zerfließend über ferne Horizonte
die Sonne wärmt
der Wind malt Zärtlichkeit auf wintermüde Haut
zwei Raben fliegen übers Dach
sie zanken mit den Amseln
um den besten Platz im Baum
eine kleine rote Katze
streckt das Fell dem Licht entgegen
und genießt...ganz ohne Fragen
den geschenkten Frühlingstag

 


Abgesang

Poesie — geschrieben von findevogel am 15 Mär, 2009 @ 23:16

werde Leinen kappen

und den Anker lichten

auf den Wellen  des Lebensmeeres

meinen Zielen entgegenrauschen

wie ein wilder Schwan

der in sich den wahren Kompass trägt

und  vor dem letzten Gesang

den ganzen Horizont ausloten will

um dann, später, hinüber zu fliegen

frei und ohne Angst


kurz gedichtet

Poesie — geschrieben von findevogel am 14 Mär, 2009 @ 20:52

 

 

wider den winden
fahre ich kreuzweise durch die nacht
den tagtraum im griff
lege ich mich quer
durchstreife die zeit auf eigene art


Dem Alltag entrungen!

Poesie — geschrieben von findevogel am 9 Mär, 2009 @ 21:57

 

An einem Montag im März
zwischen sieben Uhr fünf und sieben Uhr zehn

1
Rosa Wölkchen niedlich und keck
tupfen Aquarell ins Wolkengrau
sie tragen den Frühling gen Süden
dem Norden bleibt vorerst das Ahnen
2
Auf der Fensterbank der Buddha
meditativ versunken im Blumenmeer
dass den Frühling ins Haus holte
mit Osterglockengelb und Hyazinthenblau
3
Der Morgen legt sich still und heiter
in den beginnenden Tag, der noch ruht
auf schlafmüden Betten mit Puppenkissen
und sich gähnend nun streckt
4
Der Apfelbaum, wie ein Schattenriss
vor leuchtendem Himmel
gleicht einem verfrorenen Bettler
der sonnenhungrig eine Gabe erbittet
5
Kinder, kleine Engel mit Teufelshörnern
sitzen zerzaust am Tisch und trödeln
haben ihre Worte noch nicht gefunden
weil die Stimme nicht wach werden will
6
Träume pflanzten Flausen in den Kopf
verwegene Abenteuer in fernen Welten
und das Kind mit verträumten Augen
hängt dem edlen Sieg noch nach
7
Frischer Kaffee weckt meine Lebensgeister
mischt sich mit blauem Frühlingsduft
und dem Geruch von geschnittenem Brot
den Holztisch deckt gelassenes Beginnen
8
Dieser stille Augenblick am Morgen
hat ein Lächeln in mein Gesicht gemalt
und ich denke an Spuren und Zeichen
die man darin lesen kann, wenn ich alt bin
__________________

 


ein keltischer knoten

Poesie — geschrieben von findevogel am 3 Mär, 2009 @ 22:17

 

ich träume mich in dich hinein
so, als seiest du meine höhle
in der ich geborgen und geschützt
meinen inneren frieden finde
wo mein "ichselbstsein" dir die stille
einer weißen winternacht schenkt
und du
dich in mich hineinträumen kannst
als sei ich deine höhle
in der du geschützt und geborgen
deinen inneren frieden findest
wo dein "duselbstsein" mir die stille
einer weißen winternacht schenkt

 


Zwischen Traumnacht und Tag

Poesie — geschrieben von findevogel am 22 Feb, 2009 @ 21:43
es fand die nacht
in tausend scherben mich zersprungen

und doch gehalten und umfangen
von einer hellen macht
die rahmen schenkt und funkenstrahl
so dass im sterben ich noch glühe
mich purpurrot ergieße
ins abendblaue all
und ist zerbrochen auch das herz
so liebt es frei und bleibt sich treu
bis das am ende dieser zeit
der neue morgen naht


Kreise

Poesie — geschrieben von findevogel am 13 Feb, 2009 @ 07:49

neu im uralten
geboren aus schaum
dem feuer nah
der asche vertraut
dem klang verbunden
verweht vom wind
in worte und tanz
gesungen, ein lied
verklungen im raum
zu erde geworden
zwischen zeiten
uralt im neuen

 

window panes


Innere Gärten

Poesie — geschrieben von findevogel am 11 Feb, 2009 @ 22:51

 

entfernt von dir, klangwelten weit
blühen verwunschene töne in verwaisten gärten
wenn der wind in den zweigen die harfe spielt
klingt es zurück in deine versunkene welt
du lauscht hinein, verwundert
die resonanz lässt neues in dir wachsen

 

 


Aus der Traum....

Poesie — geschrieben von findevogel am 29 Jan, 2009 @ 23:11
 
ich träumte blau
und sah den fernen bruder
der unter einem baume
im mondenschein die sterne zählte
es war so silberhell
als aus den zweigen blüten fielen
wie flocken aus dem winterhimmel
ihn deckten bis nur ein hügel blieb
in weißem watteweich
das ohne spuren blieb
bis dass der träumer aus dem traume fiel


Rose, DU!

Poesie — geschrieben von findevogel am 22 Jan, 2009 @ 22:33

 

 Rose
so wie du errötest
unter meiner Blicke Sanft
und Blüte langsam sich nun öffnet
mich mit Duft betört
so will ich zart dein Blütenblatt berühren
mit weichen Lippen kosen

 

 

 

foto: Maren Beßler (www.pixelio.de)


TraumReiseWege

Poesie — geschrieben von findevogel am 19 Jan, 2009 @ 22:23
im traum reise ich durch sternenlose nächte
energiebahnen weisen den weg
spürbar zieht eine ferne kraft

komm mit auf den einsamen flug
durch frostige zeiten
traumschwingen tragen uns
über grüne meere
rote wüsten
blaue wiesen
zum gelben see hinter den sieben bergen

dort wird sich finden
was ich verlor auf grauem asphalt
zwischen den eng stehenden hohen häusern
was ich finde
wird brücke sein zur fülle


windwolkenweit

Poesie — geschrieben von findevogel am 19 Jan, 2009 @ 09:16
 
 
manchmal spiegeln sich wolken
  in den geschriebenen worten
jenseits der hecke
die noch im winterschlaf liegt
und von den rosen träumt
versinken sie mit windbewegten segeln
im fluss des lebens
streben dem meer entgegen
dorthin
wo sich himmel und erde verbinden
dort, wo alles endet und beginnt 


Das blaue Pferd

Poesie — geschrieben von findevogel am 16 Jan, 2009 @ 11:31

ich träumte einst
ich sei ein blaue Pferd am roten Nil
es wiehert laut im Schlaf
und wirbelt mit den Hufen Staub
aus Erde, die schon fast verdurstet
Die Mähne gleicht dem Feuerkranz
der löwengleich bedrohlich lodernd
doch nichts verbrennt
wie Weihnachten die Wunderkerzen
Im Schütteln stieben Funken
Sternschuppen fallen aus dem Traum
und schmücken einen neuen Tag


Traum oder Wirklichkeit?

Poesie — geschrieben von findevogel am 14 Jan, 2009 @ 21:53


von dir geträumt heut nacht
und es geschah
einfach sanft
dass wir ineinander flossen
uns ineinander verzweigten
und strom nun waren
eine weile
auf dem weg zum meer
und über uns kein horizont
nur weiße wolken
mit geblähten segeln
spiegelten sich in uns


Im Winter geträumt!

Poesie — geschrieben von findevogel am 4 Jan, 2009 @ 11:59


SommerSehnen


Den Farbrausch des Sommers eingefangen
webt Erinnerung kräftige Farben in den Dschungel der Träume
Zierliche Blüten erheben ihr Haupt zum Gruß
Versinken im wilden Grün
Noch einmal
und sich in diesem Duft verströmen
Essenz sein aller Lebenssommer

aus dem Album Emotions von der Homepage "Moments"

 


WinterBilder 1

Poesie — geschrieben von findevogel am 3 Jan, 2009 @ 22:49

ZwischenZeit

 

 Das Eis hält die Tage im Griff

raureif und tödlich in seiner Pracht

steht die Zeit still für einen Augenblick

fragile Schönheit erstarrt zu Frostblüten

unter den Füßen knirschen Kristalle

zerbrechen und klirren wie Glas

 


gespiegelt!

Poesie — geschrieben von findevogel am 29 Dez, 2008 @ 23:31
ich schau in den spiegel
lächel mich selbst dabei an
"komm, graue schöne,
schau diese grübchen
das sind mädchengrübchen
in einem jungen gesicht."
und aus den augen fallen
mit den tränen
kleine sterndiamanten
die zu worten werden
sich auf dem papier niederlassen
und ein lächeln weitertragen

vielleicht zu dir?

 


vom wünschen und träumen 1

Poesie — geschrieben von findevogel am 12 Dez, 2008 @ 13:08
 
 
es sang der wind in den bäumen
in dieser vollmondnacht
als zeitschichten auseinanderbrachen
und ein neuer traum sich empor hangelte
aus tiefen schichten
wäre nicht dein schatten neben mir gewesen
nur der wind könnte bezeugen, was geschah


Ohne Gefühl?

Poesie — geschrieben von findevogel am 15 Nov, 2008 @ 23:23
 
Ach redet doch nicht
und schweigt still am Abend
ihr verdichteten Denker
habt längst dicht gemacht
stelzt daher mit kühlen Worten
wie ein Gockelhahn
den die Hennen umringen
im Hühnerstall
wer mag schon diese Distanz
die ihr zu euch selber schafft
dem Herz so fern und fremd
wenn gelebte Gefühle nur wärmen?
Den Eiertanz eurer Worte
will ich nicht sehn
das Kippeln ist vorbestimmt
und nur eine Frage der Zeit

lieber lausche ich dem Wind
und selbst der Novembernebel
zaubert mehr Stimmung in mein Gemüt


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