findevogels fundstücke

Von der Lust an den Worten

Vom geschriebenen Wort — geschrieben von findevogel am 23 Mär, 2009 @ 17:23

Gedankenfragmente rund ums Schreiben; Streiflichter; Kommentare aus Foren und Blogs

Gestern bei BookRix veröffentlicht

 


Was treibt die Schreibenden an?

Vom geschriebenen Wort — geschrieben von findevogel am 17 Sep, 2008 @ 22:32

Das ist eine gute Frage, die ich nur beantworten kann, wenn ich mich selbst frage:
"Was treibt dich an Angie?
Möglicherweise ist die Motivation zu Schreiben sehr unterschiedlich.

Ich schreibe, weil ich eine fast meditative Lust dabei verspüre
weil ich Freude daran habe, meine Sprache zu differenzieren
weil ich mich selbst über den Schreibprozess reflektierte
weil ich Räume in mir betrete und gestalte, deren Türen bisher verschlossen waren
und
weil es ein Weg ist, aus sich selbst heraus zu wachsen
und
eine Brücke zu bauen zwischen unbewusst und bewusst, denn was mir bewusst wird, kann ich nach außen durch die Worte sichtbar machen und manchmal für andere einen Aha-Effekt auslösen.

Nein, ich schreibe nicht in erster Linie für andere, sondern ersteinmal für mich und wenn, was ich schreibe, bei Lesenden etwas anstößt, dann ist das eine zusätzliche Bereicherung, ein Geschenk.
Vision wäre es, irgendwann in den nächsten Jahren wirklich ein Buch auf den Markt zu bringen - aber ohne mich selbst zu verbiegen


Zeitgeist

Vom geschriebenen Wort — geschrieben von findevogel am 13 Sep, 2008 @ 21:48

Manche Gedanken und Ideen liegen wie ein unsichtbarer Faden, der einen ab und zu streichelt, in der Luft. Wer ihn angelt, der hat den Zeitgeist eingefangen.
Manche Bücher werden bekannt, berühmt und in viele Sprachen übersetzt, weil es dem Autor/ der Autorin gelungen ist, den Zeitgeist sichtbar zu machen, das heißt, ihm Farbe, Form und Gestalt zu geben, denn das muss man ja auch noch tun: einfangen, in Worte kleiden, sichtbar machen.

Was aber ist der Zeitgeist?

Das vernetzte Unbewusste wohl, das sich aus den vielen gedachten und angedeuteten Gedanken, Gefühlen und Erfahrungen von unzähligen unterschiedlichen Menschen zusammensetzt.


Transfair

Vom geschriebenen Wort — geschrieben von findevogel am 4 Sep, 2008 @ 21:36

Vielleicht ist ja die Fülle in uns weitaus gigantischer, als das was wir im Alltag daraus machen! Spartanische Wege; eingeschränkte Möglichkeiten, Grenzen, Stoppschilder, rote Ampeln, Sackgassen. Und vielleicht ist ein Künstler derjenige, der sich dieser krassen Diskrepanz bewusst ist, und dennoch nach Wegen sucht, zu übersetzen oder zu überbrücken. Innere und äußere Wahrheit ist nicht unbedingt deckungsgleich.


Vom Ein-und Auspacken

Vom geschriebenen Wort — geschrieben von findevogel am 1 Sep, 2008 @ 21:35


Wenn die ersten Worte sich zu Sätzen gefunden haben, um ein Texthaus zu bilden, dann gibt es viele Fenster und mindestens zwei Türen, aus deren Blickwinkel heraus man hineinschauen kann. Und manchmal kommt man aus einer anderen Richtung, findet einen völlig ungewohnten Ausblick auf der Rückseite, den man bisher nicht beachtet hat, und doch weiß man genau, ich kenne diesen Winkel, den habe ich doch neulich von oben aus dem Fenster des dritten Stocks heraus gesehen. Und es war nicht Sommer sondern Winter. Und plötzlich entsteht ein völlig neue Idee, die jemand Herrn Neugierig erzählt, der es Frau Sonnenschein berichtet, und die ist Erzieherin in einer Gruppe von fünfzehn Kindern in der Katholischen Kindertageseinrichtung St. Katherina. Denen erzählt sie von diesem wunderbaren Haus und macht gleich in der nächsten Woche einen Ausflug mit den Kindern zum von Fräulein Naseweiß erdachten Haus, und die Kinder schauen in alle Ritzen. Sie entdecken die ganz kleinen Dinge, an denen die Erwachsenen immer achtlos vorbei gegangen sind. Und sie sehen Wesen, die aus dem Zwergenland ausgewandert sind, um gerade unter dem Keller dieses Hauses nach verborgenen Schätzen zu graben. Und sie finden im Garten lange Regenwürmer, die bunte Brillen tragen und Schneckenhäuser, in denen kleine Elfchen wohnen. Und die Kinder sind begeistert und finden viele Märchenworte für all das, was sie gesehen und erlebt haben, und natürlich erzählen sie es den großen Menschen.
Und alle schauen sich an, wundern sich und erkennen das Haus nicht wieder, weil es nun gestrichen, tapeziert, neu eingerichtet und bewohnt ist.
Und da geht die kleine Nadine, gerade fünf Jahre alt zu ihrem Papa, der gerade nebenan Sonnenblumen auf den Gartenzaun malt und fragt: "Papa, können wir nicht auch ein Haus aus Geschichten bauen?"
und der wundert sich und holt am Abend seine Frau von der Arbeit im Krankenhaus ab, und fragt: "Sag mal, woher hat das Kind diese komischen Ideen?" Und Nadines Mama lächelt. Sie hakt sich bei ihrem Mann unter und sagt:
"Komm, wir bauen dieses Haus, und du wirst staunen, was dir alles einfallen wird, wenn du einmal angefangen hast, eine Geschichte zu entwickeln."


Der Moment als Teil einer Kette von Augenblicken

Vom geschriebenen Wort — geschrieben von findevogel am 7 Aug, 2008 @ 13:03

„Der Künstler kämpft gegen die Stummheit und Unbeschreibbarkeit dieses Augenblicks. An dieser Grenze schafft er sein Werk.“

Dieser Satz gefällt mir besonders gut, denn darum geht es:
den Dingen Worte zu verleihen, die unbeschreibbar scheinen und die einerseits flüchtig scheinen, andererseits aber manchmal so wortlos nachwirken.
Kann man den Bruchteil einer Sekunde beschreiben? Ja man kann - wenn er Worte erhält - ihn vor dem Vergessen bewahren.
Schreiben ist zeitliche Kartographie. Ich beschreibe ein weißes Blatt mit zunehmender Dichte. Es ist meine eigene Landkarte, die ich präzise zu gestalten versuche.
Sie enthält nicht nur diesen einen Moment, sondern diesen einen Moment zwischen vielen anderen Augenblicken meiner Geschichte.
Alles was wir je wahrnehmen, fühlen und erleben ist in uns gespeichert. Das Erinnern ist mitunter schwer, also geht es auch um Spurensuche in uns hinein, bei den Wurzeln und der Geschichte, die weit über uns hinaus geht. Denn der Mensch ist nur das Glied einer langen Kette, die zusammenhängt und deren Dimensionen er niemals ganz erfassen wird.
Man könnte sagen, Schreiben ist Archäologie in eigener Sache und ein Puzzleteil individueller Geschichte das zu all den anderen Puzzleteilen individueller Geschichten anderer Menschen dazugehört. Alles zusammen ergibt ein großes Bild: das Bild einer Zeit, einer Kultur, einer Epoche.


Motivation?

Vom geschriebenen Wort — geschrieben von findevogel am 1 Aug, 2008 @ 23:26

Vielleicht habe ich auch begonnen zu schreiben, um nicht an all den Worten und Sätzen, die andere mir sagten, flüsterten, mir zu zischelten - immer mit diesem so sonderbar eindringlichen Blick in den Augen, der keinen Widerspruch duldete, die man mir einbleuen wollte -  und die ich aufnahm, hörte und in mir versenkte - zu ersticken, und  sie auszuspucken, ja ihnen vor die Füße zu kotzen - es hinaus zu würgen - bis jene zum Vorschein kommen, die meine sind und nach eigenem Ausdruck verlangen.

Es hat sich vieles angesammelt, aber der Überdruss lässt nach. Die Spannung weicht.

 


Von der Lust am Schreiben!

Vom geschriebenen Wort — geschrieben von findevogel am 6 Jul, 2008 @ 18:06

Ist es nicht eine Lust - ein Vergnügen - oder ein Rausch, immer präziser, genauer, konkreter Dinge, Begebenheiten, Gefühle zu beschreiben, und dabei immer tiefer in die Worte und ihre Sprache hineinzutauchen - sie gefügig zu machen - und auch das noch auszudrücken, was gestern unaussprechlich schien? Und auch dort noch Worte zu finden, wo man weit hinein gehen muss in den Schmerz, die Trauer, die Angst, hineinzugleiten wie in einen dunklen Tunnel, und plötzlich zu sehen, dass da Licht ist und ein Bereich, in dem Schmerz, Trauer und Angst ihre Macht verlieren.

Wir sprechen davon, sprachmächtig zu sein, die Sprache zu erobern, Sprache zu übernehmen oder auch, sich mit einer Sprache anzufreunden.
Der Sprache mächtig sein, heißt sie zu beherrschen und ihre Feinheiten benutzen zu können, um die eigene Ausdrucksfähigkeit zu verbessern.
Wir erobern Sprachräume, reden und schreiben zwischen den Zeilen, weil Sprache mehr ist, als das Wort.
Wir vernetzen und verketten Sprachteppiche nach unseren Vorstellungen.

Ja, die Wortbegeisterten sind mit den Worten der Sprache im Dialog. Sie schöpfen aus ihnen Energie und bereichern ihre Texte, Reden und Gespräche damit.
Viele Worte gleichen zugeschnürten Paketen, deren Inhalt freigesetzt wird, wenn wir sprechen und schreiben.

Vernetzt man bestimmte Worte, schaffen sich Stimmungen, die über die Worte hinaus wirken.


Wort-Oasen

Vom geschriebenen Wort — geschrieben von findevogel am 27 Apr, 2008 @ 20:46

Ich hänge für dich zwischen den Bäumen einen Teppich auf, jenen der alt ist, und den ich fand in der Rumpelkammer - fast vergessen unter Spinnweben - jenen, weißt du, der fliegt wenn man ihn nicht fesselt oder einschließt in dunklen Kammern.
Ich gieße Worte aller Art hinein. Zwischen Altmüll und Plunder glitzern versprochene und unausgesprochene Liebesworte - ganz frisch noch und blau getüncht, wie geklaut vom Seelentief.
Leg dich hinein, schließe die Augen und träume deinen schönsten Traum.
Zauberworte schlingen Girlanden und Lampions zwischen frischbegrünte Zweige. Eine weiße Schlange mit roten Punkten ringelt sich um den Stamm. Mit ihren gezischelten Worten schlängelt sie sich ganz heimlich ins Herz dir hinein.
Pass gut auf, sonst trifft dich ihr Liebesgift: sanft bezwingend, betörend und bittersüß, jeder Sünde wert.
Und wenn du dann mit der ewigen Eva in den Paradiesen lustwandelst, dann denk für einen Augenblick an mich und daran, wer ich bin.


Aus der Samstagswerkstatt

Vom geschriebenen Wort — geschrieben von findevogel am 19 Jan, 2008 @ 21:35
Apropos Proust!

Allein dieser Titel "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" , den ich vor sehr langer Zeit zum ersten Mal hörte, verleiht meinen Gedanken immer neue Flügel.
Wie bekommt man sie eingefangen, die Zeit? Und wenn sie schon so schnell vorbei läuft, wo sind die Erinnerungszipfel, an die ich mich dran hängen kann, als sei ich ein Kletterkünstler am roten Seil, mit dem ich himmelan oder erdtief hinab - in die Geschichte - meine Geschichte - hinein zu klettern gedenke. Ich will die Verknüpfungen finden, dann fällt das Klettern leichter, denn der Fuß findet Halt. Und um dem Schwindel im Antlitz aller Ereignisse, der Gefühle, den Bildern und Tönen zu entgehen, braucht es diesen Halt. Denn einmal begonnen, gibt es für eine Weile kein Stoppen mehr. Von allen Seiten stürzen sie sich immer kleiner und minutiöser werdend auf mein Gehirn. Vergleichen kann man es mit Achterbahnfahren oder einem Feuerwerk, ständig wechselnde Lichtpunkte, oder noch besser dreidimensionale Kettenreaktionen.

Das gefällt mir auch am Fabulieren: ich beginne bei Punkt A und bin plötzlich bei M oder H - oder bei Omega - kreuz und quer geht das - erleichtert und beglückt, wenn ich am Ende bei Z oder wieder bei A lande und alles einen nachvollziehbaren Sinn ergibt.
Aber was ist schon der Sinn?
Der Sinn setzt sich zunächst aus möglicht genau und konkret herausgearbeiteten Momenten, Ereignissen, Begegnungen zusammen. Sinnlich genau beschrieben, vermittelt sich Sinn über das entstandene Gesamtgemälde aus Energie, Duft, Farbe und Tönen. Und da sind wir wieder bei Proust:
er beschreibt und erzählt akribisch genau. So als wolle er die Zeit zwischen die Zeilen pressen, auf das auch nichts verloren gehe, nicht mal der kleinste Krümel. Wahrscheinlich daher mein Eindruck, in einer Zeile stecke mindestens ein ganzes Buchkapitel.
Das Feuerwerk ist zuende, war auch Zeit, denn zuviel auf einmal ist nur noch Stress.

Ich werde gleich in den Garten gehen, bevor es dunkel wird - mein Freund - hinter die Garage in der kleinen unfriedeten Ecke, wo noch Platz ist für einen Baum. Ich werde meine Gummistiefel anziehen, das braunrotkarierte gefütterte Holzfällerhemd überstreifen, die Terassentür öffnen - es regnet und die Vögel sind still - und aus der Garage eine Schaufel holen. Vorbei am Kaninchenkäfig, in dem sich vier Pelznasen in der oberen Etage zusammen gekuschelt haben - sie sind satt, still und gemütlich, und es duftet nach Äpfeln und Heu - geht es in die geschützte Ecke. Dort grabe ich ein Loch und pflanze ein Mandelbäumchen hinein, bedecke den Ballen gut mit Erde und trete sie fest. Dann eile ich zur Wassertonne, und schöpfe mit der grünen Plastikgießkanne das aufgefangene Wasser. Nun wird der Ballen gründlich begossen und ich spüre, wie die Stille in mich einzieht und in meinen Gedanken sehe ich ihn schon blühen kurz bevor es Frühling wird.Auf der Haut spüre ich einen südlichen Wind. Noch bevor es ganz dunkel ist, habe ich den Kaninchen gute Nacht gesagt, die Garagentür geschlossen, mir Stiefel und Holfällerhemd ausgezogen und sitze bei euch im "Roten Salon" vor einer Tasse mit dampfenden Tee. Ich gebe etwas Kandis hinein, denn das klirrt so schön, doch statt den Madeleines beiße ich lieber in ein Käsebrot.
Ein wenig erschöpft möchte ich euch noch sagen, es ist warm hier und angenehm. Und bevor ich irgend wann einmal ein Buch veröffentliche, muss ich noch sehr sehr viel üben.
Und was mir noch einfällt, gerade zur Zeit renne ich der verlorenen Zeit meiner Mutter hinterher, d.h. ich ermuntere sie, bettele und bitte, dass sie doch endlich beginnen soll, alle Geschichten auf zu schreiben, die sie uns immer erzählt , und die wir uns nicht merken können, weil sie vom Hölzchen aufs Stöckchen kommt, ständig die Zeiten wechselt und immer neue Perönlichkeiten auf der Erzählbühne erscheinen lässt.
Es wird Zeit, denn sie ist schon achtzig.




was texte tun dürfen

Vom geschriebenen Wort — geschrieben von findevogel am 12 Aug, 2007 @ 00:47

Brücken zu Texten müssen manchmal erst gebaut werden. Und Texte können Brücken für unser Leben sein. Sie verbinden INNEN und AUßEN zu einem einzigen Ganzen.


Was Halt ist und Ruhepol
Was Licht bringt im Dunkel
Was Träume ins Leben flüstern
und mit den Wellen durchs weite Meere schwimmt
Was Rot ins triste Grau zaubert
und den Wolken das Fliegen beibringt
Was dem Wind seine Lieder lehrt
und leise aus tiefen Quellen wispert
Was im Kuss ein DU mit einem anderen verbindet
und den wurzelnden Bäumen
Äste und Zweige; Knospen und Blüten schenkt
Was zwischen Zweigen ein Nest schafft zum Lieben
ist Geheimnis und Magie zwischen Werden und Vergehen


Sind Worte Gefäße?

Poesie, Vom geschriebenen Wort — geschrieben von findevogel am 14 Jul, 2007 @ 17:31

was
wenn zwischen den Grenzen der Worte
nicht nur Bilder, Düfte, Farben ruhen
sondern dem Dazwischen Energie entströmt
und wie ein Gas sich ausbreitet

wenn gerade das Unsichtbare Fuß fasst
in den Gedanken dessen, der hört, liest und sieht
sich einhakt, hängenbleibt
sind dann Worte nur schützende Gefäße
für das Unaussprechliche, nie Gewagte, Geheime
das zu Findende, der Schlüssel

und Urnen
für begrabene Träume

oder Tabernakel
für das Allerheiligste in uns


dialoge 2

Vom geschriebenen Wort — geschrieben von findevogel am 19 Jun, 2007 @ 23:00


Ich saß im Gras.
Das Gras war frühlingsgrün.
Im Grün wuchs ein samtener Pilz
der Pilz trug einen großen braunen Hut.
Auf dem Hut hatte es sich die Schnecke gemütlich gemacht.

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Über Lesen und Schreiben und die Inspiration

Vom geschriebenen Wort — geschrieben von findevogel am 31 Mai, 2007 @ 23:50

Wenn ich einen Text lese, konzentriere ich mich auf den Text. Eine Assoziation zum Autor kommt mir da erst einmal nicht in den Sinn. Das geschieht erst dann, wenn ich viele Texte einer einzigen Person gelesen habe oder wenn ich die Gedanken eines mir persönlich bekannten Menschen in seinen Texten wiedererkenne. Dann sind oft wiederkehrende Themen, Satzstellungen; bestimmte Gedankensysteme und ein individuelles Wörterschatz zu erkennen, auch Schlüsselmotive. Eben der ganz eigene Stil.
Selbst wenn ich komplexe Gedankennetze und ihre Verknüpfungen erkennen kann, sagt mir das ja nur, dass der Autor sich mit diesem Thema auseinandergesetzt hat. Ich weiß ja nicht, aus welcher Motivation heraus er das tat, was ihn in seinem persönlichen Leben bewegt. Und wie viel Raum das Thema in seinem Leben einnimmt, kann ich nur vermuten und als Hypothese verstärken, wenn dieser spezielle Themenkreis beispielsweise abgewandelt immer wieder auftaucht, dann könnte ich daraus schließen, dass es sich um ein Lebensthema handelt.

Folgendes darf man beim Lesen nicht vergessen; nicht alles, was ein Schriftsteller schreibt, lebt er auch: ich kann mich z.B. in eine Kindsmörderin hinein denken, ohne selbst ein Kind ermordet zu haben.
Das ist ja das Interessante - für mich - beim Schreiben: ich kann so stark in eine mir wenig vertraute Rolle hinein krabbeln, dass sie zum Leben erwacht und neben Muskeln und Fleisch auch eine in sich geschlossene authentische Persönlichkeit erhält (natürlich nur, wenn ich übe und mich ausdifferenziere).

Viel wichtiger, als das Wissen, die Erkenntnis und das Anwenden des Gelernten ist für mich das, was hinter den Dingen steht, das es Ergänzende. Ich möchte Vernetzungen, Verstrebungen, Verknüpfungen verstehen. Es gibt viele Wege, über die man zu Erkenntnissen kommen kann. Und was sind Erkenntnisse? Sind es nicht immer nur individuelle Wahrheiten oder für Wahrheiten gehaltene Scheinwirklichkeiten?

Im Dialog mit Dingen - auch den unsichtbaren - und Menschen finde ich Assoziation, Bereicherung und Inspiration.


Von den Worten

Vom geschriebenen Wort — geschrieben von findevogel am 7 Mär, 2007 @ 10:51

Ich liebe das Wort "Gefährte/Gefährtin":

Für mich drückt es mehr aus, als eine gewöhnliche Freundschaft, ist ein "mehr" an Zusammenspiel, Gleichklang und Ergänzung. Fraglos ist dabei für mich immer eine geistig/ seelische Liebe im Spiel, zwei, die sich verlässliche und gleichberechtigte/ gleichwertige Begleiter sind.
Wo kommt das Wort her?
Hat es etwas mit Gefahr zu tun? Gemeinsam einer Gefahr trotzen?
Oder kommt es von dem Gefährt? Gefährt im Sinne von Gespann. Ich denke dabei z.B. an eine Kutsche, die von einem Pferdegespann gezogen wird.

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Lesegewohnheiten und quergedachtes Schreiben!

Vom geschriebenen Wort — geschrieben von findevogel am 5 Mär, 2006 @ 13:55
...ins Blaue hineingedacht vom stirnrunzelnden Findevogel

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Warum schreibt ihr 2?

Vom geschriebenen Wort — geschrieben von findevogel am 1 Mär, 2006 @ 11:10

Neuauflage!

Ich bin doch sehr erstaunt; die Blog-Anzahl wächst. Kaum hat man einen Artikel eingestellt, ist er von der Startseite schon wieder verschwunden. Man kommt nicht mehr mit.

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Warum schreibt ihr?

Vom geschriebenen Wort — geschrieben von findevogel am 15 Jan, 2006 @ 18:29

Was die Blog-Gestalter verbindet ist die Tatsache, dass sie es verstehen, sich schreibend mitzuteilen.

Einige tun das zu bestimmten Themen, andere schreiben über ihren Alltag, Wieder andere schreiben Geschichten, Texte und Poesie.

Welche Motive treiben euch, warum schreibt ihr?

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30.9.05

Vom geschriebenen Wort — geschrieben von findevogel am 30 Sep, 2005 @ 07:46
Manchmal ist es ja witzig!

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